Barrierefreiheit: Wie 16 Zentimeter Welten trennen

Die Gleim-Oase ist Tag und Nacht für alle geöffnet. Rein kommt trotzdem nicht jeder, weil die Barrierefreiheit nicht gegeben ist – sehr zum Unmut von Linda Lichel und Dunja Berndt.

Keine Barrierefreiheit: Auf die Gleim-Oase kommt nur, wer diese 16 Zentimeter überwinden kann. Foto: Dunja Berndt
Keine Barrierefreiheit: Auf die Gleim-Oase kommt nur, wer diese 16 Zentimeter überwinden kann. Foto: Dunja Berndt

Seit zwei Jahren kennen wir alle das Gebot „Bitte 1,5 Meter Abstand halten“. Gefühlt ist dieser Abstand für die einen zu viel, für die anderen zu wenig. Trotz allem kommt es bei 1,5 Metern im Zweifelsfalle nicht auf den Zentimeter an.

Es gibt jedoch Hürden und Grenzen im Alltag, die nicht temporär einer Situation geschuldet sind und die von den meisten Menschen nicht wahrgenommen werden. Warum? Ganz einfach: Weil diese Hürden und Grenzen die meisten Menschen nicht stören. Manche aber schon. Beispiel: Eine Stufe, na, was soll‘s? Latsche ich drüber und gut ist‘s! Eine Stufe kann sich jedoch als unüberwindlich erweisen. Wer im Rollstuhl sitzt, kann nicht mal eben eine Stufe meistern.

Gleim-Oase ist nicht barrierefrei

Die Gleim-Oase hat an allen Zugängen diese Stufe. Sie ist 16 Zentimeter hoch. Die Oase ist also als öffentlicher Raum nicht für alle Menschen zugänglich. Holger Eckert und Dunja Berndt hatten als Paten der Oase öffentlich und mehrfach bei Fachämtern darauf hingewiesen, dass eine Abflachung gebaut werden müsste.

Wir möchten dieses schöne Fleckchen Erde gerne jedem zugänglich machen und werden auch in Zukunft mit Verantwortlichen im Gespräch bleiben, um die Zugangsbarrieren abzubauen. Drückt uns die Daumen.

Text: Linda Lichel und Dunja Berndt, Foto: Dunja Berndt

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