Sommerbad Humboldthain: Sanierung gestrichen

Die lange geplante Sanierung des Sommerbads Humboldthain wird nochmals verschoben. Das teilen die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) mit. Die Verschiebung reiht sich ein in eine Vielzahl von Maßnahmen zur Kostensenkung. Diese sind laut BBB wegen der Haushaltskürzungen des Berliner Senats nötig. „Die Haushaltskürzungen wirken sich sowohl auf die laufenden Betriebskosten und Instandhaltung als auch auf die Investitionen in Sanierung und Neubau aus“, heißt es in einer Mitteilung vom 31. März. Der größte kommunale Bäderbetreiber Europas will sich zukünftig auf die Daseinsvorsorge und die Hallenbäder konzentrieren.

Das Sommerbad im Humboldthain. Foto: Schnell
Das Sommerbad im Humboldthain. Foto: Schnell

Eine Ausweitung des Angebots und der Wasserfläche, wie in der bisherigen Strategie vorgesehen, sei derzeit nicht mehr finanzierbar. Vor diesem Hintergrund fallen auch einige bisher geplante Vorhaben und Sanierungsmaßnahmen weg, werden gekürzt oder verschoben, wie zum Beispiel eine vollständige Erneuerung des Sommerbades Humboldthain einschließlich eines Einbaus von Edelstahlbecken.

Edelstahlbecken waren geplant

Die Sanierung des stark genutzten Sommerbads Humboldthain, das in den 1950er Jahren entstand, ist schon seit vielen Jahren geplant. Zuletzt hatte der Senat vor vier Jahren mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ finanzieren wollen. Damals war von Kosten in Höhe von 5,56 Millionen Euro ausgegangen worden, wovon knapp die Hälfte der Bund tragen wollte, der Rest wäre aus dem Landeshaushalt geflossen. Mit dem Geld sollten die Außenbecken des Sommerbades Humboldthain mit Edelstahl versehen werden, Badewasserkreisläufe von Plansch- und Schwimmerbecken sollten getrennt werden. Alle Rohre sollten saniert werden und es waren zusätzliche kleine Wasserspiele geplant.

Die Berliner Bäder-Betriebe haben ihre Vorhaben nun erneut priorisiert. Einige Vorhaben sollen weiterhin umgesetzt werden. Die einzige Maßnahme im Wedding hat es nicht auf die Prioritätenliste geschafft. In der Mitteilung der Berliner Bäder-Betriebe heißt es zur Sanierung des Sommerbads im Humboldthain: „Aufgrund der reduzierten investiven Mittel wurde das Vorhaben bis auf Weiteres zurückgestellt“.

Kaltes Wasser, höhere Preise

Neben der Streichung der Investition gibt es auch im Humboldthain durch die Sparmaßnahmen weitere Einschränkungen. So wird die Erwärmung des Wassers durch fossile Energie gestrichen. Anders als im Sommerbad an der Seestraße, wo eine Solaranlage für wärmeres Wasser sorgt, bleibt das Wasser im Humboldthain damit gänzlich unbeheizt. Zum Ende gedeckelt wurde die Saison 2025. Die Sommersaison endet in allen Bädern mit dem Ende der Schulferien am 7. September. Auf noch eine Veränderung müssen sich Sommerbad-Besucher:innen einstellen: die Preise steigen. Ein Tagesticket im Sommerbad Humboldthain kostet in dieser Saison 7 Euro, ermäßigt 4,20 Euro. Im Kombibad Seestraße ist es mit einem Tagespreis von 6,50 Euro, ermäßigt 3,80 Euro etwas günstiger.

***

Mehr Kurzmeldungen aus dem Wedding und aus Gesundbrunnen: Kurze Meldungen

📍 Kiez: ,

Kommentare

  1. Avatar von Rolf
    Rolf

    Ich bin froh, dass nicht noch mehr Edelstahl in die Becken am Humboldthain kommt. Das große Becken reicht schon. Am heißen Stahl kann man sich an sonnigen Tagen beim Aussteigen ganz schön die Finger verbrennen.

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Das stimmt. Aber so müssen sie weiter jedes Jahr die Winterschäden reparieren.

  2. Avatar von Sandra Habel
    Sandra Habel

    Und irgendwann, geht es halt nicht mehr zu reparieren, die Fliesen usw, dann muss halt saniert werden, so war es auch beim Sommerbad Wilmersdorf, dort wurden vor einigen Jahren, die Becken, durch Edelstahl ersetzt.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Brunnenmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen