Seit November ist der Amateursport im Verein wegen der Pandemie verboten. KiezSportLotsin Susanne Bürger hat sich bei Sportvereinen umgehört, wie sie mit dieser besonderen Situation umgehen.
Digitale Angebote halten im Moment das Miteinander im Sportverein aufrecht. Die Mitglieder setzen auf Treffen per Videokonferenz – ob für das Training oder für Vereinssitzungen. „Beim digitalen Training geht es natürlich weniger um Dribbling und Korbleger als um Koordination und zu einem gewissen Teil um Kraft“, sagt Christoph Eßer vom Basketballverein Weddinger Wiesel e.V. „Anfang November waren einige Kindergruppen noch auf öffentlichen Basketballplätzen verabredet, allerdings ließ sich das wetterbedingt nicht über den Winter fortsetzen. Nun wurde es ohnehin verboten.“ Die Beteiligung am Online-Training sei bei den Kindern sehr gut, bei den Jugendlichen ab 14 Jahren machen nur Einzelne mit, so die Erfahrung der Wiesel. Sie bieten in ihren Social-Media-Kanälen Workouts an, um junge Leute zum Mitmachen zu motivieren.

Teams von Viva Wedding organisieren sich
Bei den Volleyballern des TSV Wedding – sie nennen sich selber Viva Wedding – haben sich die Gruppen schnell selbstständig organisiert. „Die Damenteams machen wöchentlich Fitnessübungen über Zoom, während sich die Herren via Skype über ihre (auch sportlichen) Lockdown-Aktivitäten austauschen,“ sagt Daniel Schwedler. Jetzt, Mitte Februar, ist Sport alleine oder mit einer weiteren Person im Freien erlaubt. Die Idee des TSV Wedding: Zwei Teilnehmer werden per Zufall ausgelost und absolvieren draußen im Tandem besondere Sportaufgaben, immer unter Einhaltung der Hygieneregeln. Diese „Challenges“ werden mit einem Foto für die anderen Vereinsmitglieder dokumentiert. „So können wir den ,Viva Wedding Spirit‘ halten!“, erzählt Daniel Schwedler begeistert.
Auch Vorstandssitzungen oder Mitgliederversammlungen halten die Wiesel per Videokonferenz ab. Die digitalen Treffen werden nicht das Gespräch in großer Runde ersetzen, doch die Wiesel überlegen, auch in Zukunft auf solche Formate zurückzugreifen, wenn die Zeit mal etwas knapper ist.
Beide Vereinsvertreter sehen verhalten optimistisch in die Zukunft. Beim TSV Wedding heißt es: „Volleyball ist technisch anspruchsvoll, man wird einige Zeit benötigen, wieder ein gewisses Spielniveau zu erreichen.“ In der Zeit zwischen den beiden Lockdowns haben die Weddinger Wiesel deutlich mehr Neueintritte als üblich verzeichnet. „Daran wollen wir natürlich anknüpfen, sobald die Hallen wieder öffnen.“
Bisher ist die befürchtete Kündigungswelle ausgeblieben. Die meisten Mitglieder bleiben ihrem Verein treu. Das Ende des Lockdowns können alle kaum abwarten. Vor allem die Spiele gegen andere Teams fehlen. Christoph Eßer von den Wieseln fasst die Gefühlslage der Vereinssportler gut zusammen: „Das beste digitale Angebot kann den regelmäßigen Wettkampf sowie das Gemeinschaftsgefühl eben nicht ersetzen.“
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Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Fit für den Frühling“ enthalten, das im März 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Heft: Fit für den Frühling“ gesammelt und verlinkt.

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