An zwei Wochenenden fand im Brunnenviertel ein Oasen-Spiel statt. Bürgerredakteurin Cecilia Stickler spielte mit und erlebte dabei die eine oder andere Überraschung. Ihr Erfahrungsbericht.

Ein Oasen-Spiel hat das Ziel, die Nachbarschaft, den wertschätzenden Blick für die Schönheit von Orten mit wenigen Mitteln und innerhalb kurzer Zeit zu fördern. Geprägt durch meine Lebenserfahrung war ich anfangs skeptisch und dachte: ‚Nee Kinder, das wird nix, niemals! Ohne Geld und mit so wenig Zeit …‘ Aber wie wunderbar: Ich habe mich geirrt! Motivierte und engagierte junge Menschen, Studenten und Lehrkräfte der Technischen Universität waren Spieler und Akteure. Leider war außer mir anfangs niemand aus dem Kiez dabei. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Brunnenviertler trauen, die vielfältigen Angebote im Viertel anzunehmen.
Wir kamen in Teams zusammen, wobei jedes Team Aufgaben bekam: die Spielleiter, die Studenten, die Kinder aus dem Olof-Palme-Zentrum mit deren Eltern und ich als Anwohnerin. Am Anfang stand das Nachdenken und Pläneschmieden: Welche Projekte wollen wir durchführen? Das war ein intensiver Austausch. Wir bastelten Projektskizzen und kneteten Modelle. Wir haben Passanten auf der Straße angesprochen und als Mitspieler gewonnen.
Beeindruckt vom Oasen-Spiel
Am ersten Wochenende haben wir den Kiez ausgekundschaftet, Menschen befragt, um Materialspenden gebeten und Material gesucht. Am zweiten Wochenende wurde dann gebaut, gewerkelt und gebastelt. Die Kinder waren mit viel Begeisterung dabei, und auch dann haben einige Eltern mitgemacht.
Entstanden sind eine Skaterrampe und eine Boxsackaufhängung. Ich war beeindruckt: Ein Junge hat ganz selbstständig per Telefon einen gebrauchten Boxsack für die 20 Euro, die wir als Spende bekommen hatten, aufgetrieben. Darüber hinaus entstanden ein mobiles Tauschbörsenregal und eine Wanderfahne für Wanderfeste im Brunnenviertel.
Zum Abschluss haben wir im zauberhaften Kirschblütenregen im Garten des Olof-Palme-Zentrums ein ganz tolles Fest gefeiert. Wir haben mithilfe von Spenden ein Buffet aufbauen können. Wir haben neue Menschen kennengelernt, und ich habe gelernt, dass man mit viel Elan, Optimismus und den wunderbaren Kindern aus unserem Kiez kleine Wunder vollbringen kann.
Für das Oasen-Spiel erhielten wir finanzielle Unterstützung vom Wissenschaftsladen kubus sowie aus den Fördertöpfen Ideen3, Erasmus+ und Soziale Stadt. Vielen Dank!

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Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin erschienen. Er ist im Heft enthalten, das im zweiten Quartal 2016 erschienen ist. Weitere Texte aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Barrieren im Kiez verlinkt.

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