OPZ ist jetzt Stadtteilzentrum

Es ist nur ein kleiner Zusatz: Aus dem Olof-Palme-Zentrum ist das Olof-Palme-Stadtteilzentrum geworden. Doch ein Stadtteilzentrum ist ein fester Begriff und für das OPZ bedeutet der kleine Unterschied viel. Vor allem die finanzielle Ausstattung hat sich verbessert, damit gibt es mehr Angebote in der Demminer Straße 28.

Das Team des OPZ vor dem Eingang zum Stadtteilzentrum. Foto: Andrei Schnell
Das Team des OPZ vor dem Eingang zum Stadtteilzentrum. Foto: Andrei Schnell

Es bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis die Menschen im Gesundbrunnen gelernt haben, dass es nicht mehr OPZ – für Olof-Palme-Zentrum –, sondern OPS – Olof-Palme-Stadtteilzentrum – heißt. Seit dem 1. Mai ist das OPZ … pardon, das OPZ ein Stadtteilzentrum. Das Haus in der Demminer Straße im Brunnenviertel ist damit aus der Liga der Nachbarschaftstreffs aufgestiegen in die Liga der Stadtteilzentren. 48 gibt es davon aktuell in Berlin. Ziel für die Hauptstadt sind 58; eines pro Prognoseraum. Ein Prognoseraum sind zum Beispiel die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen und ähnlich große Gebiete. Außergewöhnlich ist, dass der Gesundbrunnen jetzt gleich zwei Stadtteilzentren hat. In der Fabrik Osloer Straße gibt es bereits das Stadtteilzentrum NachbarschaftsEtage.

Mehr Angebote, mehr Personal

Seitdem das OPZ ein Stadtteilzentrum ist, „hat sich vor allem die Finanzierung verändert, wir können viel mehr anbieten“, sagt Tine Sieben, die das Zentrum zusammen mit Jochen Uhländer leitet. Mehr Veranstaltungen, Angebote, Zeiten für Sport, Sprachcafés, Vernetzung mit Beratungsstellen seien nun möglich. Im Kleinen zeigt sich die bessere Ausstattung mit Geld zum Beispiel darin, dass jetzt ein Regal für einen Kleidertausch gekauft werden konnte. Ein etwas größeres Plus sei, dass nun eine Sozialarbeiterin eingestellt werden konnte. Die Stelle ist seit dem 15. Juni besetzt. Auch die Wahrnehmung durch die Verwaltung sei eine andere, sagen Tine Sieben und Jochen Uhländer. So sei der Senat auf sie zugekommen und habe das Olof-Palme-Stadtteilzentrum als eines von zehn in Berlin ausgewählt, um das Projekt „Auf- und Ausbau von Ehrenamtsstrukturen für Flüchtlinge“ umzusetzen. Eine Projektmitarbeiterin wird sich bis Dezember 2025 um diese Aufgabe kümmern.

Grundsätzlich definiert der Berliner Senat Stadtteilzentren als „Einrichtungen oder Orte innerhalb eines Stadtteils, die als zentrale Anlaufstelle für die Bewohnenden dienen“. Sie machen soziale und kulturelle Angebote für alle. Die laufende Arbeit finanziert der Senat. Im Olof-Palme-Stadtteilzentrum ist dessen Leiter Jochen Uhländer gleichzeitig Stadtteilkoordinator. Eine solche Kombination begrüßt ein Pressesprecher der Senatsverwaltung für Soziales: „Im Idealfall ist die Stadtteilkoordination sogar beim örtlichen Träger des Stadtteilzentrums angedockt.“ Denn der Stadtteilkoordinator wisse, was ein Stadtteil brauche. (Ein Stadtteilkoordinator ist übrigens ein Vermittler zwischen Amt und Kiez. Er informiert die Verwaltung darüber, was im Stadtteil unter den Nägeln brennt; und umgekehrt informiert er die Bürger über Vorhaben des Bezirks.)

Mehr Platz gibt es zusätzlich

Der mittlerweile hochgewachsene Neubau in der Demminer Straße 28 hat übrigens nicht direkt mit dem Wechsel vom Nachbarschaftstreff zum Stadtteilzentrum zu tun. Doch die Vergrößerung des Hauses sei vermutlich eine Voraussetzung dafür gewesen, dass das OPZ ein Stadtteilzentrum werden konnte, sagen Tine Sieben und Jochen Uhländer.

Das Olof-Palme-Zentrum wurde im Herbst 2015 wiedereröffnet, nachdem das historische OPZ abgerissen worden war. Von den Kosten von 2,55 Millionen Euro trug damals das Quartiersmanagement mit seinem Baufonds 2,2 Millionen Euro. Eigentümer des Gebäudes ist das Jugendamt. Genutzt wird es heute als Kinder-und Jugendzentrum und als Stadtteiltreff. Seit 2023 wird an einem Erweiterungsbau gearbeitet. Die Finanzierung erfolgt über die sogenannte Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative (GI), mit der Berlin in öffentliche Gebäude investiert, in denen eine fachamtsübergreifende Mehrfachnutzung gelebt wird. Zum Beispiel Jugendarbeit harmonisch ( :-) ) zusammen mit Nachbarschaftsarbeit.

Das Team des Olof-Palme-Stadtteilzentrums in der Demminer Straße. Foto: Andrei Schnell
Das Team des Olof-Palme-Stadtteilzentrums in der Demminer Straße. Foto: Andrei Schnell

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