Welches Restaurant soll man wählen, wenn es etwas zu feiern gibt? Welches, wenn der Tag einfach lang war, der Magen nach Sättigung und die Seele nach einem Lächeln verlangt? Auf diese Fragen gibt es in Wedding und Gesundbrunnen sicherlich so viele Antworten, wie es hier Restaurants gibt. Ich muss nicht lange überlegen: Ich wähle ein indisches Restaurant, ich wähle das Papadam. Auch wenn das gar nicht mehr richtig Wedding ist.

Wo die Ewigkeit bis Reinickendorf endet, die der Weddinger Dichter Paul Gurk eindrucksvoll beschrieben hat, da liegt das Papadam. Nicht mehr Wedding, aber auch nur für Erbsenzähler der Nachbarbezirk. Auf diesem Übergang von hier nach dort, kurz vor dem Kurt-Schumacher-Platz, wo sich die Asphaltschneisen treffen, da liegt das indische Restaurant seit 2014, in der Scharnweberstraße 6–7.

Tischgespräche und zwei Bhatura
Das Papadam hat mich mit seinem Abhol-Service durch Corona gerettet. Wenn ich zu Hause auf dem Balkon saß und gebratene Ente mit Reis und Tomaten-Safransoße verspeiste, dachte ich an die vielen schönen Besuche vor der Pandemie. Zum Beispiel an das eine Mal, als wir zunächst fast ein wenig zu dicht neben ein junges Paar gesetzt wurden. Und wie ich dann am Ende des Tages vor der Tür des Papadam stand, der Bauch voll, und merkte, dass wir einfach Stunden mit fremden Menschen wunderbar weggeplaudert hatten. Oder wie wir mit den Kindern und der Oma da waren und nicht entscheiden konnten, ob wir ein oder zwei Bhatura (frittiertes Fladenbrot) bestellen sollten, und wie wir bestimmten, das aufgepuffte Backwerk ab sofort nur noch Fußball zu nennen. Später waren die Kinder groß, heute kommt manchmal noch der kleine Weddinger mit, der mich inzwischen einen Kopf überragt. Kinder, wie die Zeit vergeht! Und das Papadam ist immer mit dabei.


Heute gehen wir meist zu zweit ins Papadam. Wir haben unsere Lieblingsgerichte und wir haben gestaunt, wie sich das Restaurant nach Corona räumlich vergrößerte und dann zu seinem eigenen Geburtstag 2024 komplett neu gestylt hat. Es gibt jetzt auch neue Gerichte, habe ich auf Social Media gelesen. Doch auf der neu gestalteten Karte suche ich feige Nuss die bekannten Menüs. Ich mag im Papadam irgendwie den Reis sehr gern, obwohl ich sonst kaum Reis esse. Ich mag die Soßen, besonders die mit Tomate oder Curry. Ich esse hier gern Ente oder Hühnchen, obwohl ich sonst auch kaum Fleisch esse. Ich nasche vom Fußball, dippe die kleinen Fladenbrote, die es als Starter gibt, ein wenig in Joghurtsoße und großzügig in diesen dunklen Dip, der nach Tomate schmeckt. Beim Pfefferminz-Dip bin ich zurückhaltend.



Frisch renoviert und erweitert
Die Kulisse für die leckeren indischen Gerichte ist ziemlich farbenfroh, sehr gemütlich und wird von überaus freundlichem Personal bevölkert. Sie lächeln und fragen nach dem Befinden. Ja, danke, es schmeckt hervorragend! Wie immer.
Ich weiß ja schon, was ich will. Aber ich bin sicher: Jede:r wird hier auf der Karte sein Lieblingsgericht finden. Es gibt Hähnchen-, Lamm-, Fisch- und Entengerichte sowie Tandoori-Spezialitäten und natürlich auch einige vegetarische und auch vegane Gerichte. Oder man probiert einfach was Neues, das von Social Media vielleicht. Für alle, die etwas zu feiern haben, gibt es die zusätzlich buchbare Kegelbahn im Keller. Allerdings sollte man nicht nur dafür vorher anrufen und reservieren. Denn wie mir geht es offenbar vielen Menschen, Weddingern und Reinickendorferinnen: Sie mögen das Papadam und kommen immer wieder. Wie gut, dass es seit der Erweiterung nun zusätzliche Plätze für diese Wohlfühloase gibt. Für die Gemeinschaft der Fans des Papadam, gleich hinter der Ewigkeit bis Reinickendorf.


Gut zu wissen: Service
Papadam, indisches Restaurant, Scharnweberstraße 6–7, 13405 Berlin (Reinickendorf), Sonntag bis Donnerstag 12–23 Uhr und Freitag/Samstag 12–24 Uhr geöffnet, reservieren: (030) 49 85 19 78, mailen: info@papadam-berlin.de, hinsurfen: www.papadam-berlin.de

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