Pop-Kultur Festival: Wie ein Mixtape für Neugierige

Aus der Not eine Tugend machen – wenn das jemand kann, dann die Kunst- und Kulturszene. Auch das Pop-Kultur Festival profitiert von diesem Kreativbonus seiner Macher:innen. Das Musicboard hat trotz Sparmaßnahmen im Kulturbereich in diesem Jahr in viel kürzerer Zeit und mit weniger Geld als sonst ein noch umfangreicheres Programm mit noch mehr Spielorten zusammengestellt. Die 11. Ausgabe des Pop-Kultur Festivals beginnt am Montag, den 25. August, im Silent Green Kulturquartier und poppt dann bis zum kommenden Samstag (30.8.) an mehreren Orten in Berlin auf. Doch der Wedding spielt in diesem Jahr eine besondere Rolle.

Große Plakate weisen auf das große Pop-Kultur Festival hin, hier an der Bernauer Straße. Foto: Hensel
Große Plakate weisen auf das große Pop-Kultur Festival hin, hier an der Bernauer Straße. Foto: Hensel

Musik, Talks und Begegnungen

Die Kompromisse, die die Macher:innen des Musicboard machen mussten, waren offensichtlich nicht inhaltlicher Natur. Die sechs Tage Festivalprogramm sind voll mit einem spannenden Live-Programm, mit sparten- und kulturübergreifenden Begegnungen, mit Gesprächsrunden, Workshops und natürlich mit viel Musik. Die Beiträge sind über verschiedene Spielorte in Berlin und in mehrere Sparten verteilt. Es gibt ein Sonderprogramm zur Popkultur in Ostdeutschland, Räume zum Verbinden von Sport und Pop und speziell für das Festival entwickelte Auftragsarbeiten (Commissoned Works). Wer sich etwas aussuchen möchte, sollte etwas Zeit mitbringen oder eine schnelle Bauchentscheidung treffen können. Das vollständige Programm ist auf der Webseite www.pop-kultur.berlin zu finden.

Auf dem Spielplan stehen viele Namen, die der Durchschnittsweddingerin oder dem Durchschnittsweddinger vielleicht nicht so viel sagen. Doch genau das ist gewollt. „Wir bieten denjenigen eine Bühne, die sonst (noch) nicht so viel Sichtbarkeit haben“, sagt Marie von der Heydt, Geschäftsführerin von Musicboard. Sie wolle junge Talente fördern und in Austausch bringen „und zeigen, was Berlin in der Popkultur zu bieten hat“. Dass die Namen im Programm vielen vielleicht noch nicht so viel sagen, hat nichts mit der Qualität zu tun. Nichts mit dem künstlerischen Wert oder dem Spaß, den die Beiträge machen. Spannend ist das, wie eine sehr große Kiste mit einer bunten Musikmischung, wie ein Blind-Date-Mixtape für neugierige Popkultur-Fans. Vielleicht fehlte bisher einfach nur der Vertriebsweg, etwas Glück oder der richtige Social-Media-Manager zum Erfolg.

Der Team des Pop-Kultur Festivals stellt das Programm am Dienstag im Silent Green vor. Links spricht gerade Geschäftsführerin Marie von der Heydt. Foto: Hensel
Der Team des Pop-Kultur Festivals stellt das Programm am Dienstag im Silent Green vor. Links spricht gerade Geschäftsführerin Marie von der Heydt. Foto: Hensel

Wo Weddings Popkultur-Herz schlägt

Eine Verbindung zum Wedding hatte das Pop-Kultur Festival schon immer. Schon deshalb, weil das Musicboard seinen Geschäftssitz im Silent Green Kulturquartier hat und die Festivals von hier aus organisiert werden. In diesem Jahr, dem Jahr der knappen Kassen, hat sich das Musicboard ganz besonders auf seine Weddinger Wurzeln besonnen. Es lag schließlich auf der Hand. Das Silent Green ist selbst ein wichtiger Spielort des Festivals. Aber auch andernorts gibt die Popkultur in der kommenden Woche den Ton an: im Sinema Transtopia, im Festsaal Kreuzberg und in verschiedenen Räumen der Kulturbrauerei. Der wichtigste Wedding-Tag ist Dienstag (26.8.). An diesem Tag findet Pop-Kultur lokal statt – sonst eine Extra-Reihe, dieses Mal Festivalprogramm. Und lokal, das bedeutet in diesem Jahr Veranstaltungen im RCHTN25 in der Gerichtstraße 25, bei Panke Culture in der Gerichtstraße 23 (Hof V), im Studio dB und im Heizhaus in der Uferstraße 8-11. Wer will, kann hier kostenlos Weddings Popkultur-Herz schlagen hören.

Das Programm von Pop-Kultur lokal

Am 26. August gibt es vier Pop-Kultur-lokal-Veranstaltungsslots . Es gibt Events mit Livemusik oder Performances. Im Vordergrund stehen Auftritte von in Berlin ansässigen Musiker:innen. Für alle Veranstaltungen, die an vier Orten entlang der Panke stattfinden, ist der Eintritt frei.

  • 18-22 Uhr: Loud Dreams – DJ-Set, Live Performance, Background Music, Heizhaus (Uferstudios), Uferstraße 23
  • 18-02 Uhr: „Babycore by Babycakes“ – Workshop, DJ-Sets, Konzerte, Panke Culture, Gerichtstraße 23, Hof V
  • 20-22 Uhr: „Liminal“, Improvisationen von Musiker:innen und Tänzer:innen, RCHTN25, Gerichtstraße 25
  • 22-0.20 Uhr: Act, Studio dB, Uferstraße 8-11
"Fritz Ali Hansen" gaben in RCHTN25 einen Vorgeschmack auf ihr Konzert in der Kulturbrauerei. Foto: Hensel
Fritz Ali Hansen gaben in RCHTN25 einen Vorgeschmack auf ihr Konzert in der Kulturbrauerei. Foto: Hensel

Ein Tipp zum Schluss

Ein besonders spannender Festivalbereich („Sonic Crossings“) beschäftigt sich in diesem Jahr mit Popkultur aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Viele verschiedene Künstler:innen aus diesen Ländern bringen ihre Musik und ihre Gedanken zu den Gesundbrunnen-Spielorten und in die Kulturbrauerei. Wer auf der Suche nach neuen Eindrücken ist, der wird in dieser Programmsparte sicherlich fündig.

Gut zu wissen: Pop-Kultur Festival

Pop-Kultur Festival, 25. bis 30. August 2025, Tagestickets ab 27 Euro gibt es online, einige Programmpunkte sind kostenfrei, Programm: www.pop-kultur.berlin

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