Sulamith Sallmann hatte Anfang des Jahres im Olof-Palme-Zentrum einen Schatz aus alten Dias und Fotonegativen entdeckt und im Brunnenmagazin darüber berichtet. Die Aufnahmen gehörten einst Adolf Brümmer. Hier erzählt Sulamith, wie ihre Suche nach Brümmers Nachfahren weiterging.

Nachdem ich Anfang des Jahres eine große Kiste mit unbekannten Dias und Negativstreifen, hauptsächlich mit Motiven aus Berlin, Mexiko und Kuba, im Olof-Palme-Zentrum (OPZ) entdeckt hatte, wartete ich gespannt auf weitere Informationen zu ihrem Vorbesitzer und seinen Nachkommen. Ich hatte einen Aushang gemacht und einen Artikel in der Frühjahrsausgabe des brunnen-Magazins veröffentlicht (Ein rätselhafter Schatz).
Ende März erhielt ich eine E-Mail von Torsten Hartisch, Referatsleiter beim Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam, der den Artikel gelesen hatte. Er sei auf der Suche nach weiteren Informationen über Adolf Brümmer, da er ein Nachschlagewerk über die Personen, die in der Landesregierung Brandenburg tätig waren, verfasst. Dadurch brachte ich zwar ein, zwei neue Details über Herrn Brümmer in Erfahrung. Mehr jedoch leider nicht. Später bekam ich noch E-Mails von zwei Personen, die mir Tipps gaben, an welchen Stellen ich noch recherchieren könnte.
Schließlich meldete sich die Tochter
Im August schließlich meldet sich dann eine Frau bei mir. Und tatsächlich handelte es sich um die Tochter von Adolf Brümmer. Durch ihre Heirat hat sie einen geändertem Nachnamen. Eine Freundin von ihr hatte den Beitrag im Internet gelesen und sie sofort informiert. Über eine Stunde telefonierte ich mit Brümmers Tochter. Sie wohnt schon seit Langem nördlich von Berlin und konnte sich auch nicht so recht erklären, wie die privaten Sachen ins OPZ gekommen sein könnten. Vielleicht habe sie einer ihrer Brüder abgegeben, der in der Nähe des Brunnenviertels wohnt.
Wir verabredeten uns zu einem persönlichen Treffen im OPZ. Auch dabei erzählte sie mir viel aus ihrem Leben. Als ich ihr dann endlich die Negative und Dias mitgeben wollte, schaute sie sie kurz durch und entschied sich dann, die Sachen doch nicht mitzunehmen. Auf der einen Seite verständlich, da die Erinnerungen wohl zu viele Emotionen ihn ihr hochgebracht hatten. Auf der anderen Seite waren die Sachen nun immer noch bei mir. Und ich würde es auf keinen Fall übers Herz bringen, sie wegzuwerfen.
Rätselhafter Schatz wartet auf Abholung
So fragte ich sie, ob ich wenigstens die allgemeineren Fotos, die politische Ereignisse, interessante Stadtansichten und Arbeitsgeschehen zeigen, verwenden dürfe. Letztere für meine Seite über Berufe (www.berufe-dieser-welt.de). Sie stimmte zu und vergewisserte sich nur, dass ich nicht ihre Familienbilder zum Verkauf anbieten würde.
Nun habe ich die Negative und Dias sortiert. Die privaten Aufnahmen liegen in einer Kiste im OPZ, und irgendwie hoffe ich im Innersten, dass Brümmers Tochter sie doch noch abholen wird. Die anderen Bilder warten bei mir zu Hause darauf, eingescannt zu werden.
Weiterlesen
Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Kunstspaziergang“ enthalten, das im vierten Quartal 2020 erschienen ist. Weitere Artikel dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Kunstspaziergang im Brunnenviertel gesammelt und verlinkt.

Kommentar verfassen