Stadtnatur und Umweltbildung: Immer mehr Schulen in Berlin legen Schulgärten an und wollen Kindern und Jugendlichen ganz praktische Naturerfahrungen ermöglichen. Beratung und Inspiration haben pädagogische Fachkräfte beim 11. Berliner Schulgartentag am 24. Juni im Schul-Umwelt-Zentrum Mitte in der Scharnweberstraße bekommen.

16 Workshops rund um die Natur
Der Schulgartentag ist ein Angebot für Lehrkräfte. Die Idee ist: Das Fachpersonal probiert in ganz vielen Workshops selbst aus, was es dann später zu den Kindern und Jugendlichen in die Schulen trägt. Beim 11. Schulgartentag gab es dafür sehr viel Inspiration. Zwischen 16 Workshops konnten sich die Teilnehmenden entscheiden – und das war angesichts des spannenden Angebots bestimmt nicht einfach.
Bei einem Workshop konnten die Lehrkräfte das Schnitzen lernen, bei einem anderen mit Pflanzenfarben und Naturpinseln malen, bei einem weiteren ging es um die „Planetary Health Diet“. Dabei geht es darum, wie man sich gut ernährt, im Sinne der Gesundheit und im Sinne des Planeten. In einem anderen Workshop saßen die Teilnehmenden dicht gedrängt, um Ringelblumensalbe und Co. herzustellen. „Leben am und im Schulteich“, „Klimakumpel Baum“ oder „Regenwassermanagement auf Schulhöfen“ waren weitere Workshop-Themen.

Infos zu Hochbeetbau und Förderung
Der Weiterbildungstag im Schul-Umwelt-Zentrum wurde durch einen „Markt der Möglichkeiten“ ergänzt. An den Ständen gab es viele Informationen zum Thema Schulgarten. Wie man ein Hochbeet anlegt, welche mobilen Projekte im Bereich Umweltbildung es gibt und wo man finanzielle Unterstützung beim Anlegen eines Gartens in der Kita bekommt. Am Ende hatten ganz viele Fachkräfte einen Stapel Informationsbroschüren in der Hand und hatten beim Rundgang nebenbei noch Kräutersalz hergestellt. Auch viele Anregungen, wie man Inhalte aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht, der Kunst oder der Mathematik ganz praktisch im Schulgarten umsetzen kann, bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf dem Weg.

Fast 300 Menschen aus dem Bildungsbereich aus ganz Berlin verbrachten diesen Weiterbildungstag im Garten des Schul-Umwelt-Zentrums. Das SUZ ist dafür der perfekte Ort: ein großer Garten mit der nötigen Infrastruktur und einem erfahrenen Team. 23 Mitarbeitende vom Standort Scharnweberstraße und vom Standort Seestraße sowie der Förderverein des SUZ Seestraße sicherten den 11. Schulgartentag personell ab. Im weitläufigen Gelände an der Eiszeitdüne fanden sich viele schöne Plätze für die Workshops, und auch in einem der großen Gewächshäuser gab es Informationen dazu, wie es noch mehr Schulgärten und noch mehr Umweltbildung geben kann. Rundherum: blühende Blumen und üppig wachsende Nutzpflanzen – die Beete von von Schul- und Kitaklassen aus dem Bezirk Mitte.


Grün macht Schule
Eingeladen zum 11. Schulgartentag hatten das Schul-Umwelt-Zentrum Mitte und „Grün macht Schule“. Die Initiative wurde 1983 als Projekt der Stiftung Naturschutz Berlin gegründet. Heute unterstützt die Beratungsstelle bei der individuellen Umgestaltung von Schulhöfen nach ökologischen und pädagogischen Gesichtspunkten. „Grün macht Schule“ ist ein Kooperationsprojekt der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und dem Freilandlabor Britz. Mehr zur Arbeit von „Grün macht Schule“ gibt es auf der Webseite www.gruen-macht-schule.de.
Das Schul-Umwelt-Zentrum Mitte
Als Organisationspartner und Gastgeber fungierte das Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße. Der Standort ist nur einer von insgesamt drei Standorten des Schul-Umwelt-Zentrums Berlin Mitte (SUZ). Die anderen beiden Außenstellen sind in der Seestraße und in der Birkenstraße in Tiergarten. Das SUZ ist eine der größten Einrichtungen für Umweltbildung im Bezirk. Die Hauptaufgabe ist es, Umweltbildung für Kinder und Jugendliche, das Entdecken und Erfahren der Natur zu ermöglichen. Dabei kooperiert das SUZ mit verschiedenen Partnern, zum Beispiel mit dem Museum für Naturkunde (SUZ Mitte und Naturkundemuseum kooperieren).

Neben den Weiterbildungen für Lehrkräfte gibt es hier für Schulklassen und Kitas die Möglichkeit, ein Beet zu bewirtschaften und in Workshops praktische Naturerfahrungen zu machen. Darüber fungiert das SUZ als Dienstleister für Schulen und Kitas. So produzieren die Gärtnerinnen und Gärtner Pflanzen für 25 Schulgärten und 15 Kita-Gärten in Mitte. Unter anderem werden hier die Pflanzen für die Schulgärten der Schule am Schillerpark, der Schule am Koppenplatz, der Gustav-Falke-Grundschule, der Möwensee-Grundschule und der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule großgezogen. Der Standort des SUZ in der Scharnweberstraße ist übrigens die ehemalige Gartenarbeitsschule Wedding. Sie wurde bereits im Jahr 1950 gegründet. Mehr zur Arbeit und den Angeboten des SUZ Mitte gibt es auf der Webseite schulumweltzentrum.de.

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