Es sind die goldenen Jahre für die SPD. In Berlin und auch im Wedding hat die Partei die absolute Mehrheit der Stimmen. Die CDU ist noch nicht stark.

Der Wedding bleibt deutliche SPD-Hochburg. 61,3 Prozent holt die Partei. Zum Vergleich. In Berlin kommt sie auf 50,4 Prozent.
Die CDU holt auf. Sie schafft im Wedding 30,1 Prozent. Ihr bestes Ergebnis bislang. Auch wenn sie in der gesamten Stadt auf 38,2 Prozent kommt.

„Wenn ich herauskomme, ist alles sauber“, ordnete der Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz um 20 Uhr vor seinem Operbesuch im Juni 1967 während des berüchtigten Schah-Besuchs in West-Berlin an. Beim darauf folgenden Polizeieinsatz starb der Student Benno Ohnesorg. Das ungeschickte Agieren Heinrich Albertz führte zum Wechsel, nach nur zehn Monaten im Amt trat er als Regierender Bürgermeister zurück. Bei der Wahl 1971 war das heute im Rückblick wichtige Ereignis der Proteste gegen den Schah-Besuch und der brutale Polizeieinsatz vielleicht einer von mehreren Punkten, die zum Stimmenverlust für die SPD führte.
Vielleicht aber spielen die Skandale jener Jahre auch untergeordnete Rolle. Denn der Abwärtstrend der SPD setzt mit Höhepunkt mit der Wahl 1963 ein. Von dort aus verläuft er beinahe schnurgerade und ohne ausgleichende Pendelbewegungen. Aber noch ist die Welt für die SPD in Ordnung, 1971 gehört zu ihren goldenen Zeiten.
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Wie hat der Wedding früher gewählt? In der Reihe im Brunnenmagazin ist das Wahl für Wahl aufgeschlüsselt. Die Beiträge sind unter dem Stichwort Wedding Wahl gesammelt.

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