Sommerkino auf dem Leopoldplatz

Der Leopoldplatz als zentraler Platz im Wedding ist vieles: Treffpunkt, Umsteigebahnhof, Sorgenkind, Bühne für den Stadtteil. In den vergangenen Jahren ist der Leo jedoch mehr und mehr zu einem problembelasteten Ort geworden. Auf vielerlei Art versucht der Bezirk, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Teil seiner Strategie ist es, positive Ereignisse auf den Platz zu bringen, eine kulturelle Belebung zu erreichen. Dazu gehört auch das Sommerkino auf dem Leopoldplatz. In diesem Jahr wird es drei kostenlose Open-Air-Vorführungen geben.

„Sieger sein“, eine Weddinger Geschichte

Die Filmabende finden im August und September auf der Wiese neben der Alten Nazarethkirche statt. Die Termine sind am 29. August sowie am 5. und 12. September. Beim ersten Filmabend wird um 20 Uhr „Sieger sein“ gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte der elfjährigen Mona, die mit ihrer kurdischen Familie aus Syrien flüchtet und in Berlin landet. Im Wedding kommt sie an eine berüchtigte Grundschule mit 90 Prozent Schülern nichtdeutscher Herkunft. Schüler und Lehrer sind mit der Situation überfordert, es herrscht Chaos. Deutsch kann Mona kaum, dafür aber Fußball. Ein engagierter Lehrer erkennt Monas außergewöhnliches Talent und nimmt sie in die Mädchenmannschaft auf. Einfach ist auch das nicht doch bald wird klar: Nur wenn sie zusammenspielen, kann die Mannschaft gewinnen. Soleen Yusef, Regisseurin von „Sieger sein“, ließ sich von ihrer eigenen Geschichte und ihrer Schulzeit im Wedding zu dem Film inspirieren.

Zweiter Kinoabend mit „Ellbogen“

Der zweite Filmabend auf dem Leopoldplatz am 5. September ab 20.30 Uhr widmet sich dem Film „Ellbogen“. Darin geht es um Hazel. Die junge Frau, gerade 18 Jahre alt, sitzt in einer Bildungsmaßnahme des Jobcenters fest, findet keine Perspektive für ihr Leben. Also sie mit ihren Freundinnen in der Schlange vor einem hippen Club steht, wird Hazal klar, dass sie hier nicht hingehört. Sie behält recht: Der Türsteher lässt sie abblitzen, auf dem Heimweg wird sie von einem überheblichen Studenten belästigt, die Situation eskaliert. Voller Wut fasst Hazal einen Entschluss und flieht Hals über Kopf nach Istanbul. In der für sie fremden Stadt, in einem für sie unbekannten Land muss sie allein zurecht kommen und die Weichen ihres Lebens neu stellen.

Humoristische Stummfilme und Klavier

Am 12. September um 20.30 Uhr wird der Projektor fürs Sommerkino zum dritten Mal gestartet. Auf die Leinwand kommen Klassiker des humoristischen Stummfilms – von Buster Keaton über Charlie Chaplin bis zu Felix the Cat. Die Filme stammen aus der Sammlung des Stummfilmpianisten Richard Siedhoff, der die Filme auch musikalisch untermalen wird. Richard Siedhoff begleitete seit 2008 mehr als 400 Stummfilmklassiker mit Eigenkompositionen und konzipierten Improvisationen am Klavier und gilt als eines der gefragtesten Nachwuchstalente auf seinem Gebiet. Neben unzähligen kleinen Veranstaltungen gastiert er regelmäßig auf den Internationalen Stummfilmtagen Bonn, im Filmmuseum München, im Zeughaus Kino Berlin, im City Kino Wedding, im Kino Arsenal Berlin und zahlreichen Stummfilmevents im In- und Ausland.

Organisiert werden die Filmabende im Auftrag des Bezirksamts von der Weddinger Kommunikations- und Veranstaltungsagentur „georg + georg“. Die Finanzierung für das Projekt kommt aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendiges Zentrum und Sanierungsgebiet Wedding-Müllerstraße“. Die genauen Anfangszeiten standen zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Sie werden zeitnah auf der Webseite www.muellerstrasse-aktiv.de veröffentlicht.

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