Ein paar Schablonen und einige Sprühdosen: Mehr braucht es nicht, um aus einem langweiligen, grauen Stromkasten einen geliebten Kiezkasten zu machen. Ende September sind im Sprengelkiez mehrere Verteilerkästen von Stromnetz Berlin von Kindern der Brüder-Grimm-Grundschule besprüht worden. Die Kinder haben damit ihr unmittelbares Umfeld, den Straßenraum, mitgestaltet, denn die bunten Motive liegen an ihren alltäglichen Wegen.

Die Motive: Zirkusartisten, Tiere und Weltall
Mehrere Teams haben im Sprengelkiez Stromkästen verschönert: zwei in der Lynarstraße, einen in der Sparrstraße, einen in der Sprengelstraße, einen in der Tegeler Straße. Die Motive hatten die Grundschüler zusammen mit dem Medienkompetenzzentrum Mededo aus Reinickendorf ausgewählt oder entwickelt. Zum Abschluss der Projekttage sind die Kinder in weiße Vollkörperanzüge gestiegen, haben sich Masken aufgesetzt und die umliegenden Autos am Straßenrand mit Folien abgedeckt. Dann ging es ans Sprühen mittels Schablonen. Zirkusartisten, Tiere sind entstanden, Weltall-Motive in Szene gesetzt.





Zehn Kinder, ein Stromkasten: Aisha, Clara, Janko, Mina, Daniel, Yasmin und die anderen sind im Sprayer-Outfit praktisch nicht zu unterscheiden. Deshalb sind ihre Namen einfach auf die weißen Anzüge geschrieben worden. Ein bisschen wie Astronauten sehen sie aus oder wie ein Sondereinsatzkommando. Dirigiert wird die Runde von Lars Hetmanek von Meredo. Das Medienkompetenzzentrum macht das Stromkastenstyling-Projekt im Auftrag von Stromnetz Berlin bereits seit 2011. Gerade wurde der Projektauftrag bis 2029 verlängert, wie Stromnetz Berlin-Pressesprecher Henrik Beuster vor Ort erklärt.

Schulen können sich für Projektwoche bewerben
Das Interesse am Stromkastenstyling sei groß, Schulen ließen sich auf Wartelisten vermerken, um den Schülerinnen und Schülern die bunten Projekttage ermöglichen zu können. „Für das nächste Jahr ist schon alles ausgebucht. Aber wer sich für 2027 bewerben möchte, kann sich gern melden“, sagt Henrik Beuster. Mitmachen können Teams ab der 5. Klasse.
Stromnetz Berlin hat insgesamt 16.500 Stromverteilerkästen. „Etwa die Hälfte sind schon gestaltet worden“, erzählt Henrik Beuster. Für das Unternehmen sind Workshops und die bunten Bilder nicht nur Kiezkosmetik. Die Hoffnung ist, dass hübsch gestaltete Stromkästen weniger beschädigt werden, dass die bunten Bilder von den Kindern aus dem Kiez respektiert werden. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht, dass das eigentlich ganz gut klappt. Überall kann man bemalte (und unbeschädigte) Stromkästen entdecken – frisch besprühte oder bereits echte Oldtimer. Allerdings hat der kreative Vandalismusschutz auch seine zeitliche Begrenzung. „Nach fünf Jahren macht die Farbe schlapp“, sagt Lars Hetmanek.



Neugierige Zuschauer beim Stromkastenstyling
Für die Kinder ist das Stromkastenstyling eine schöne Aktion. Und weil sie aussuchen dürfen, welcher Stromkasten genau bemalt wird, kommen sie an ihren bunten Kästen nun zum Beispiel auf ihrem Weg zur Schule vorbei. Nicht nur für sie selbst ist das ein schöner Anker im Kiez. „Gestern waren schon viele Eltern da, um zu gucken“, sagt Lars Hetmanek, der Herr der Spraydosen. Und als die Artisten auf dem Stromkasten vor dem Holzhaus in der Lynarstraße gerade fertig gesprüht sind, kommt eine Kitagruppe vorbeigelaufen. Neugierig schauen die Kinder auf das neue Bild in der Straße und auf das Sondereinsatzkommando, komplett in Weiß. Wenn sie Glück haben, können sie in ein paar Jahren vielleicht auch mal einen Stromkasten verschönern.
Schulen, die sich für die einwöchigen Projektwochen bewerben und somit Stromverteilerkästen gestalten möchten, können sich über die Webseite von Stromnetz Berlin melden.
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