So viele Spielstraßen im Wedding!

Die Straßen sind für Autos gebaut. Die meiste Zeit des Jahres gehören sie auch dem Autoverkehr. An einzelnen Tagen werden manche Kiezstraßenabschnitte aber für wenige Stunden zur Spielstraße. Dann ruht der Autoverkehr und Kinder übernehmen den Straßenraum. Auch im Wedding und in Gesundbrunnen gibt es in diesem Jahr wieder einige Spielstraßen-Aktionen. In diesem Text stehen alle Termine und alle Spielstraßen für diese Saison.

Direkt zu den Spielstraßen-Terminen

Die Nazarethkirchstraße als Spielstraße (2024). Foto: Hensel
Die Nazarethkirchstraße als Spielstraße (2024). Foto: Hensel

Die Spielstraßen im Stadtteil sind ganz unterschiedlich zustande gekommen. Manche sind Bestandteil von Quartiersmanagement-Projekten oder anderen geförderten Projekten, andere sind komplett private und ehrenamtliche Projekte für die Nachbarschaft. Allen gemeinsam ist das Prinzip: Ein Straßenabschnitt wird für wenige Stunden für den normalen Verkehr gesperrt. Dann kommen die Kinder, Bälle, Stelzen, Straßenmalkreide, manchmal auch kleine Kulturbeiträge. Alle eint die Idee, den Straßenraum auch mal anders zu nutzen.

Im Soldiner Kiez

Im Soldiner Kiez gibt es bereits seit 2021 ein Spielstraßenprojekt, das vom Quartiersmanagement (QM) Soldiner Straße gefördert wird. Im Auftrag des QM organisiert die Stiftung Freizeit GbR / Initiative für Stadtbeteiligung jedes Jahr mehrere Aktionen in wechselnden Straßen. Das Projekt „Reallabor Temporäre Spielstraßen II: Alles rollt“ geht noch bis zum Ende dieses Jahres und öffnet abwechselnd die Zechliner Straße, die Freienwalder Straße und die Kattegatstraße für die Nachbarschaft ohne Kfz. Die Saison im Soldiner Kiez beginnt am 15. Mai und geht bis zum 22. September.

Im Rahmen des Projektes werden aktuell Menschen aus dem Soldiner Kiez gesucht, die bei der Planung, beim Aufbau oder bei der Durchführung der Spielstraße mithelfen möchten. Wer sich das vorstellen kann, kann am Mittwoch (14.5.) um 19 Uhr in den Kieztreff Kamine in der Prinzenallee 58 gehen. Dort gibt es ein Kiezgespräch zu den Spielstraßen. Wer Fragen dazu hat, kann sich per E-Mail unter kontakt@kieztreff.org melden.

In der Glasgower Straße

Das Spielstraßenprojekt in der Glasgower Straße ist eine private Initiative von Anwohner:innen. In der Regel wird die Straße an jedem vierten Freitag im Monat zwischen Schöning- und Ofener Straße zur Spielzone. Die Saison hat bereits am 9. Mai begonnen. Sie endet am 19. September mit einer Aktion kurz vor dem Weltkindertag (20.9.) und dem Internationalen autofreien Tag (22.9.).

Auf der Glasgower Straße (Spielstraße) gibt es Kinderschminken, Ballspiele und Straßenmalkreide. Kinder können Skateboard oder Roller fahren, bei manchen Terminen kann Tischtennis gespielt werden. Am 19. September gibt es im Rahmen der Spielstraße eine Fahrradwerkstatt. Auch bei dieser privat und ehrenamtlich organisierten Spielstraße werden weitere Helfer:innen gesucht. Wer mitmachen möchte oder eine Frage stellen will, kann sich per E-Mail unter spielstrasse.13349@outlook.de melden.

Eine private Initiative von Anwohnerinnen organisiert die Spielstraßen-Aktionen in der Glasgower Straße. Grafik: Initiative
Eine private Initiative von Anwohnerinnen organisiert die Spielstraßen-Aktionen in der Glasgower Straße. Grafik: Initiative

Im Antonkiez/am Leopoldplatz

Das Quartiersmanagement Pankstraße fördert seit 2022 und noch bis Ende dieses Jahres ein Spielstraßenprojekt. Im Zentrum des Projekts stehen neben der Schaffung von temporären Spielstraßen auch die nachbarschaftliche Vernetzung und der kulturelle Austausch. Die Straße soll dabei zum Begegnungsraum werden. Das Projekt wird von der stadt.menschen.berlin GmbH umgesetzt.

Die Spielstraßensaison im QM-Gebiet Pankstraße hat mit der Spiel- und Nachbarschaftsstraße am 9. Mai in der Kolbergerstraße bereits begonnen. Die Saison geht hier bis zum 10. Oktober. Sie bringt vorübergehende Spielzonen in die Kolbergerstraße, die Nazarethkirchstraße und in die Plantagenstraße. Auch für die Vorbereitung und Durchführung der temporären Spiel- und Nachbarschaftsstraßen in dem Gebiet werden Menschen gesucht, die sich als aktive Kiezlots:innen betätigen möchten und die das Projekt auch nach dem Ende der Förderung weiterführen möchten. Wer Interesse an dem Ehrenamt hat, kann sich per E-Mail unter spielstr.tempo@stadt-menschen-berlin.de melden.

Dieses Plakat mit Spielstraßen-Terminen in der Nachbarschaft hängt auf dem Maxplatz. Foto: Hensel
Dieses Plakat mit Spielstraßen-Terminen in der Nachbarschaft hängt auf dem Maxplatz. Foto: Hensel

Im Bellermannkiez

Auch im Bellermannkiez werden in dieser Saison ebenfalls Spielstraßen-Aktionen ausprobiert. Hier das Büro stadt.menschen.berlin GmbH im Auftrag des Quartiersmanagements Badstraße aktiv. Die Ergebnisse der Nachbarschaftsbeteiligung in dem Gebiet hatten gezeigt, dass sich die Menschen eine Belebung des öffentlichen Raums und mehr Angebote für Kinder/gesamte Nachbarschaft wünschen. Deshalb werden die Spielstraße in dem Kiez ebenfalls getestet. In diesem Gebiet ist es die Eulerstraße, die zwischen Jülicher Straße und der Einfahrt zur Eulerstraße 14 an drei Tagen für drei Stunden zur Spielstraße wird. Wer Fragen dazu hat, kann sich an Luka Wilke wenden, per E-Mail unter power@stadt-menschen-berlin.de.

In der Schillerhöhe

In der Armenischen Straße finden – anders als zunächst berichtet – in dieser Saison keine Spielstraßen statt.

Die Spielstraßen-Termine 2025

  • Donnerstag, 15.05., 14-18 Uhr: Kattegatstraße
  • Donnerstag, 22.05., 15-18 Uhr: Eulerstraße
  • Donnerstag, 05.06., 14-18 Uhr: Zechliner Straße
  • Donnerstag, 12.06., 14-18 Uhr: Kattegatstraße
  • Freitag, 13.06., 15-19 Uhr: Glasgower Straße
  • Freitag, 13.06., 16-21 Uhr: Nazarethkirchstraße
  • Donnerstag, 03.07., 14-18 Uhr: Freienwalder Straße
  • Freitag, 11.07., 17-21 Uhr: Kolbergerstraße
  • Donnerstag, 17.07., 15-18 Uhr: Eulerstraße
  • Freitag, 18.07., 15-19 Uhr: Glasgower Straße
  • Freitag, 8.08., 16-21 Uhr: Nazarethkirchstraße
  • Freitag, 15.08., 15-19 Uhr: Glasgower Straße
  • Donnerstag, 04.09., 15-18 Uhr: Eulerstraße
  • Freitag, 12.09., 15-19 Uhr: Kolbergerstraße
  • Freitag, 19.09., 15-19 Uhr: Glasgower Straße
  • Samstag, 20.09., 15-19 Uhr: Tegeler Straße (Weltkindertag)
  • Montag, 22.09., 14-19 Uhr: Zechliner Straße (Internationaler autofreier Tag)
  • Montag, 22.09., 15-19 Uhr: Plantagenstraße (Internationaler autofreier Tag)
  • Freitag, 10.10., 14-18 Uhr: Nazarethkirchstraße

Weitere Informationen zu den temporären Spielstraßen-Terminen (in ganz Berlin) und was man bei der Organisation von weiteren Spielstraßen beachten muss, gibt es beim Bündnis Temporäre Spielstraßen.

Bei einer Spielstraßenaktion in der Nazarethkirchstraße 2024. Foto: Hensel
Bei einer Spielstraßenaktion in der Nazarethkirchstraße 2024. Foto: Hensel

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Morjen
    mal nur so ein spontaner Gedanke…. als ich noch so ein kleiner Piefke war, wäre es durch aus möglich gewesen am Sonntag vormittag in einer Moabiter Seitenstraße Fussball zuspielen… hat aber keiner gemacht, weil wir unseren Spielplatz hatten und wir uns Räuberhöhlen im Gebüsch gebastelt habe oder Cowboy und Indianer (upps das war wohl politisch unkorrekt, egal…) gespielt haben.
    Heute kommen die Erwachsenen auf die seltsame Idee das ihre Kinder auf der Straße spielen sollen, somit hüpfen und Malkreide und skaten usw. und sei es nur für einen halben Sonntag lang… das können die Kinder jeden Tag auf dem Spielplatz tun oder im Schillerpark oder Rehberge, in jedem der og. Kieze!! ….da kam mir so der Gedanke ganz spontan und unausgegoren, ob die Erwachsenen nur ihre Kinder dafür benutzen um ihre Idee einer autofreien Stadt aus zuleben….
    Aber was weiß den ich schon als alter weißer Mann …

    Grüße

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Ich würde sagen, dass Menschen, die Kinder haben, nichts dagegen haben, wenn es zumindest theoretisch mehr Platz für spielende Kinder gibt. ;)

      Ich habe mit meinen Cousins in meiner Kindheit auf der Straße Fußball gespielt, weil es bei uns im Dorf am Berliner Rand keinen Spielplatz gab, gar keinen. Das war sehr staubig, aber schön. Berlin ist jetzt kein Dorf und es gibt Spielplätze, aber eben auch sehr viel mehr Kinder. Also braucht es auch mehr Platz für diese kleinen Menschen. Das finde ich irgendwie einleuchtend.

      Oft sind die Spielstraße vor Schulen oder Kitas, aber nicht immer. Zumindest dort kommt mir das sehr sinnvoll vor.

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