Lifehack: Ausgehen ins Museum

Definition von Museum: Ort, an dem interessante Dinge auf geneigte Besucher warten. Doch das Mitte Museum in der Pankstraße ist manchmal auch ein Kulturort. Lifehack für Profis: Newsletter abonnieren oder Instagram-Kanal abonnieren und Ausschau halten nach interessanten Veranstaltungen, die auf Gäste warten.

Das Mitte Museum: Kulturort im Wedding

Das Mitte Museum ist ein altes Schulhaus, in dem historische Gegenstände ausgestellt sind und das Vergangene für die Dauer eines Besuches aufleben soll. Gute Lehrer wissen, dass sie mit ihren Klassen zu Führungen und Workshops speziell für Schüler gehen können. Doch ein klein wenig herumgesprochen hat sich mittlerweile auch, dass das Mitte Museum neben Dauer- und Sonderausstellung auch Kulturveranstaltungen bietet.

Um von einem Geheimtipp zu sprechen, dafür ist das Angebot dann doch wieder zu bekannt. Mittlerweile. Aber sicher ist auch, dass nicht alle Menschen im Wedding und Gesundbrunnen wissen, dass das Museum manchmal abends öffnet, um Filme zu zeigen, Musik aufzuführen oder eine Lesung zu veranstalten. Und das alles immer kostenfrei.

Chor La Voix Mixte im Mitte Museum
Chor im Mitte Museum, hier La Voix Mixte. Foto: Andrei Schnell

Abendveranstaltungen für alle

Das Programm für 2026 entwickelt sich im Lauf des Jahres. Einen Eindruck davon, worauf man sich im nächsten Jahr freuen darf, gibt ein Rückblick auf die Veranstaltungen des Jahres 2025.

Ein Highlight unter den Höhepunkten war sicher der Film „Wedding heute“. Heute bezieht sich dabei auf das Jahr 1966, als der Lehrer Hans-Lutz Becker mit seiner Schülerfilm-Arbeitsgemeinschaft der Frithjof-Nansen-Oberschule für 9.000 DM (laut KI nunmehr etwa 20.000 bis 30.000 Euro) eine Dokumentation über den Bezirk Wedding drehte. Der Raum, in dem der Projektor aufgebaut war, war beim ersten Termin weit über den letzten Stuhl hinaus mit Interessierten gefüllt. (mehr dazu).

Gleich startet die Vorführung von "Wedding heute" aus dem Jahr 1966. Alle verfügbaren Plätze sind besetzt. Foto: Hensel
Im Frühjahr 2025: Gleich startet die Vorführung von „Wedding heute“ aus dem Jahr 1966. Alle verfügbaren Plätze sind besetzt. Foto: Hensel

Szenische Lesungen und musikalische Aufführungen

Szenische Lesungen gab es 2025 regelmäßig: Zum Beispiel interpretierten der Bariton Simon Wallfisch und der Pianist Daniel Seroussi Werke des Komponisten Jan Meyerowitz. Begleitet wurde diese Aufführung durch Texte, die von Schülern der AG „Erinnern“ der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule vorgelesen wurden. Auch der Autor Ron Segal kam, um aus seinem Roman „Jeder Tag wie heute“ zu lesen. Wobei es gleichzeitig werkstattgesprächsartig um die Frage ging, wie sich dieser Roman in einen Animationsfilm übersetzen lässt,

Carsten Schmidt bei einem Vortrag über versteckte Synagogen im Mitte Museum. Foto: Hensel
Das war auch 2025: Carsten Schmidt hielt Vortrag über versteckte Synagogen. Foto: Hensel

Sonderausstellungen und Fotoprojekte

Natürlich lud das Mitte Museum auch immer dann ein, wenn eine neue Sonderausstellung eröffnete. „Duett der Moderne“ mit Fotografien des Hansa-Viertels und der Karl-Marx-Allee war eine dieser Sonderausstellungen. Eine andere ist die aktuell noch laufende Ausstellung „Charterflug in die Vergangenheit“. Thema ist das Besuchsprogramm des Senats, der ab den 1960er Jahren emigrierten Juden das neue Berlin zeigen wollte.

Nathan Friedenberg Mitte Museum
Nathan Friedenberg, Leiter des Mitte Museums. Foto: Andrei Schnell

Atmosphäre und Erlebnis im Museum

Das eine ist die Auflistung. Schön, dass es 27 Veranstaltungen im Jahr 2025 gab. Das sind rund zwei pro Monat. Schön, dass es manchmal klassisch mit Stadtführern zuging, dass mal Fotografen ihre Sicht auf die Stadt zeigten, dass mal Regionalhistoriker ihre Erkenntnisse aus Archivarbeit präsentierten. Eigentlich entscheidend sind aber nicht Menge, sondern die Stimmung. Und die ist immer entspannt wertschätzend. Zum Glück verdreht sich nie eine Rede in rhetorischen Pirouetten. Dem Wedding angemessen bleiben alle einordnenden Worte auf dem Boden des Respekts (und steigen nie auf in den Himmel scheppernder Galeriesprechweisen).

Notiz am Rande: Wer öfter kommt, der wird bald von Museumsleiter Nathan Friedenberg persönlich vor den Toren des Museums begrüßt, wo er steht, um sich für den Abend zu sammeln.

Aber egal, ob Stammgast, Erstbesucher oder sporadisch Vorbeischauender – man kann sicher sein, bei einer Veranstaltung im Mitte Museum einen ansprechenden Abend zu erleben.

Webseite und Instagram-Kanal

Hier geht es zur Webseite des Mitte Museums. Auf Instagram ist das Museum auch vertreten: @mittemuseum.berlin.

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Mitte Museum
Foto: Andrei Schnell
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