Die WAL: Neues Laborgebäude für die BHT im Wedding

Die Berliner Hochschule für Technik (BHT) hat ihre neuen WAL-Labore in der Luxemburger Straße feierlich eröffnet. Auf 8.000 Quadratmetern stehen nun modernste Arbeitsräume für Biotechnologie, Lebensmittel- und Pharma-/Chemietechnik zur Verfügung – ein dringend benötigtes Upgrade nach Jahren provisorischer Labore im Wedding.

Die WAL
Die WAL – die Wedding Advanced Laboraties in der Luxemburger Straße. Foto: Andrei Schnell

Feierliche Eröffnung mit Hans Gerber

Der Zustand der Labore der BHT im Forum Seestraße war zuletzt haarsträubend. Gerade rechtzeitig hat jetzt die Berliner Hochschule für Technik in der Luxemburger Straße die Labore der WAL bezogen. Am Freitag, den 19. Dezember, war feierliche Eröffnung, durch die Hans Gerber, Erster Vizepräsident der BHT, unterhaltsam führte. Ihm war die Freude über das neue Lehrgebäude anzumerken.

„Die Frage, ob es der WAL, die WAL oder das WAL heißt, ist abschließend geklärt“, erklärte Professor Hans Gerber. Das W stehe für weiblich, sagte er augenzwinkernd. Und fügte die orthografische Dudenregel hinzu, dass die Abkürzung für „Weddinger Advanced Laboratories“ das „die“ verlangt, weil es nun einmal die Laboratorien heißt. (Wobei Grammatikfreunden sofort auffallen wird, dass hier nicht das Genus-Die, sondern das Plural-Die Regie führt.)

Der erste Vizepräsident der BHT Professor Hans Gerber (rechts) am Roten Band der WAL. Er gibt die Schere zum Durchschneiden an Senator Christian Gaebler. Senatorin Ina Czyborra (Mitte) hat bereits eine in der Hand. Foto: Andrei Schnell

46 Labore auf 8.000 Quadratmetern

Die Studenten der BHT nutzen die WAL schon seit einiger Zeit, um dort Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie und Pharma-/Chemietechnik zu erlernen. Nun wurde feierlich gewürdigt, dass die BHT 46 neue Labore und mehrere Seminarräume bekommen hat. Der Neubau in der Luxemburger Straße hat über 80 Millionen Euro gekostet. Bei 8.000 Quadratmetern Nutzfläche (und 15.000 Quadratmetern Bruttofläche) hat jeder tatsächlich genutzte Quadratmeter rechnerisch rund 10.000 Euro gekostet. „Geld, das gut angelegt ist“, sagte der Senator für Stadtentwicklung Christian Gaebler. Auch Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra lobte den Neubau.

Hans Gerber Christian Gaebler Ina Czyborra
Professor Hans Gerber (links) mit Senator Christian Gaebler (Mitte) und Senatorin Ina Czyborra (rechts). Foto: Andrei Schnell

Design für die Crazy Scientists

Den besten Draht zum Publikum bei der Laboreröffnung fand unangefochten der erste Vizepräsident Professor Hans Gerber. Er versteht es als Redner am besten, die Zuhörer zum Zuhören zu bewegen. Die Wirkung setzte auch sofort ein: Man verstand, dass die Eröffnung der WAL für die BHT ein wichtiges Ereignis ist. Und seine Sätze blieben hängen. Zum Beispiel: „Die Architekten der WAL haben verstanden, was die Crazy Scientists wollen.“ Deshalb sei der Entwurf des Büros Thomas Müller Ivan Reimann Architekten einfach der beste gewesen.

Außerdem berichtete Professor Gerber, dass die WAL zwar später als das Projekt Hochschulteilumzug ins Terminal A des ehemaligen Flughafens Tegel gestartet sei; aber die WAL sei flinker und wendiger gewesen „und hat Tegel locker überholt“. Wobei „locker“ berlintypisch etwas größere Zeiträume meint. Schon 2013 hatte die Weddinger Hochschule den Bau eines neuen Laborgebäudes bei der Senatsverwaltung für Wissenschaft angemeldet.

Die WAL von innen
Im Inneren der WAL. Foto: Andrei Schnell

Humorvolle Momente: Piñata und Duden-Regeln

Der WAL-Rat, ein Beteiligungsgremium innerhalb der BHT, feierte die Eröffnung des neuen Gebäudes mit der dunkelgrünen Fassade mit einer Art Taufe. Wobei statt des Wurfs einer Flasche Sekt gegen eine Schiffswand hier die Zerschlagung einer Piñata in Form eines Wals anstand. Doch die Pappmachéfigur war widerständig und hielt den Schlägen stand. Vielleicht ist das ein gutes Omen, das bedeutet, dass die WAL-Labore unverwüstlich sind und lange halten werden.

Der WAL-Rat erzählte auch die Anekdote, dass der Name WAL zuerst gefunden worden sei und erst hinterher aus den drei Buchstaben die Wedding Advanced Laboratories geworden seien.

Pinata WAL
Die Pinata in Form eines Wales erwies sich als robust. Foto: Andrei Schnell

Von desolat zu „State of the Art“

Die Hochschule im Wedding braucht dringend neue Gebäude. Denn statt der durch die Kapazitäten rechnerisch vorgesehenen 6.000 Studenten büffeln an ihr derzeit über 12.000. Für BHT-Präsidentin Julia Neuhaus sind die WAL deshalb ein Weihnachtsgeschenk. Viele Räume der BHT sind derzeit ausgelagert, zum Beispiel in die ehemalige Osram-Fabrik (Forum Seestraße). Mit den neuen WAL-Laboren könne die Hochschule ihre Anmietungen zurückfahren, wenn auch nicht vollständig, sagt die Präsidentin.

Zwischen den Zeilen war während der Reden herauszuhören, dass der Zustand der Labore in der Seestraße nicht mehr zeitgemäß war. Übersetzen ließe sich das mit: desolat. Eingeweihte Zuhörer raunten sich zu, dass das LAGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin) gar nicht mehr zur Gesundheitsprüfung gekommen sei, weil sonst eine Schließung unvermeidbar gewesen wäre. Ob das die Wahrheit oder eine illustrative Geschichte ist, konnte nicht ermittelt werden. Auf jeden Fall sind die neuen Labore nun dank leistungsstarker Entlüftung nicht nur hygienisch, sondern in vielerlei Hinsicht „State of the Art“, wie Professor Hans Gerber sagt. Eine saubere Sache also, damit im WAL reine Wissenschaft möglich wird.

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Kommentare

  1. Avatar von Rolf

    Die Bildunterschrift beim zweiten Bild ist etwas verwirrend. Muss es nicht heißen:
    Links Professor Hans Gerber, in der Mitte Senatorin Ina Czyborra und rechts Senator Christian Gaebler? :-)

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Hm. Ich glaube, so stimmt es auch nicht… Aber Du hast den Finger in die Wunde gelegt und ich hoffe, ich habe es jetzt zurechtgerückt. Danke für den Hinweis und frohe Weihnachten!

      1. Avatar von Reinhard
        Reinhard

        Siehste dit kommt davon wenn Mensch Texte schreibt… mit KI wer dit nich passiert
        :))))

        1. Avatar von Dominique Hensel

          Es macht aber einfach viel mehr Spaß, die Texte selbst zu schreiben. Und warum sollte ich auch überhaupt einen Blog betreiben, wenn ich nicht gern schreibe? Insofern bleibt es dabei: Hier ist ohne KI, dafür manchmal mit ein paar kleinen Fehlern.

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