Notbetrieb, Notverkauf, neue Namen und neue Wege: Ende Juni ist aus dem Wedding wieder Neues, Interessantes und Wichtiges zu berichten. Hier kommen sieben News aus Wedding und Gesundbrunnen.
Die Schlagzeilen am 29. Juni 2026
–> Tödlicher Blumenkübel-Unfall am Vinetaplatz: Frau angeklagt
–> Plansche im Schillerpark läuft im Notbetrieb
–> Neue Fahrradstraße in der Togostraße eröffnet
–> Nach dem Starkregen: Höffner saniert Verkaufsfläche
–> Infoveranstaltung zur Umgestaltung des Brunnenplatzes
–> Franziska-Bereit-Platz im Wedding eingeweiht
–> Kolonie Wedding: Seit 25 Jahren Raum für Kunst

Tödlicher Blumenkübel-Unfall am Vinetaplatz: Frau angeklagt
Nach dem tödlichen Blumenkübel-Unfall am Vinetaplatz hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen eine 32-jährige Frau aus dem Brunnenviertel erhoben. Das teilte die Behörde am Mittwoch, 24. Juni, mit. Am stürmischen Ostermontag war ein fast fünf Kilogramm schwerer, ungesicherter Blumenkübel von einem Balkon gestürzt. Er traf einen 61-jährigen Mann, der ebenfalls in dem Haus wohnte und noch am Unfallort starb. Das Brunnenmagazin hatte über den Fall berichtet.
Laut Staatsanwaltschaft muss sich die Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Ihr wird vorgeworfen, den schweren Ton-Blumenkübel auf der ungesicherten Balkonbrüstung ihrer Wohnung im zweiten Stock abgestellt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befand sich der Kübel außerhalb einer Metallstrebe des Balkongeländers in Richtung Gehweg.
Die Beschuldigte äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Nun muss das Schöffengericht des Amtsgerichts Tiergarten entscheiden, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird.
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Plansche im Schillerpark läuft im Notbetrieb
Die Plansche im Schillerpark im Wedding wird derzeit im Notbetrieb betrieben. Wie das Bezirksamt am Mittwoch, 24. Juni, mitteilte, ist ein Motorschieber defekt. Zunächst hieß es, die Plansche bleibe bis zur Reparatur außer Betrieb. Noch vor dem zurückliegenden heißen Wochenende konnte jedoch ein Notbetrieb eingerichtet werden.
An Tagen, für die Temperaturen von über 25 Grad vorhergesagt sind, wird die Plansche nun morgens zwischen 8 und 10 Uhr von einem Techniker mit Wasser befüllt. Am Abend wird das Wasser wieder abgelassen. Ein kontinuierlicher Wassertausch während des Tages ist derzeit nicht möglich. Wie ein Mitarbeiter vor Ort dem Brunnenmagazin sagte, soll das Ersatzteil für die Reparatur Anfang kommender Woche, voraussichtlich am 7. Juli, geliefert und anschließend eingebaut werden. Bis dahin bleibt die provisorische Lösung bestehen.
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Neue Fahrradstraße in der Togostraße eröffnet
Der Bezirk Mitte hat in der Togostraße eine weitere Fahrradstraße eingerichtet. Offiziell eröffnet wurde sie am Mittwoch, 24. Juni, mit einem gemeinsamen Anradeln. Dabei fuhren interessierte Radfahrerinnen und Radfahrer zusammen mit Bezirksstadtrat Christopher Schriner die Togostraße entlang. Die Straße gehört zum bezirklichen Radvorrangnetz. Künftig hat hier der Radverkehr Vorrang, während Anwohnende und Lieferdienste die Straße weiterhin mit dem Auto nutzen können.
Die neue Verbindung bildet eine wichtige Ost-West-Achse im Wedding und bietet Radfahrenden eine Alternative zur Müllerstraße. Mit der Einrichtung der Fahrradstraße wurde auch der Straßenraum umgestaltet. Kreuzungsbereiche wurden neu angeordnet, zudem entstanden Lieferzonen und zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten. Auch Maßnahmen zur Klimaanpassung wurden umgesetzt: In der Togostraße wurden Flächen entsiegelt und acht sogenannte „Grüne Gullys“ angelegt. Sie sollen Regenwasser aufnehmen und die Kanalisation bei Starkregen entlasten.
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Nach dem Starkregen: Höffner saniert Verkaufsfläche
Der Starkregen am Sonntag, 21. Juni, hat im Möbelhaus Höffner an der Pankstraße erhebliche Schäden verursacht. Im Markt barst eine Regenleitung, wodurch auf rund 4000 Quadratmetern Wasser in den Verkaufsraum im Erdgeschoss lief. Laut Unternehmen stand das Wasser dort bis zu fünf Zentimeter hoch.
Von dem Wasserschaden waren etwa 1000 Möbelstücke betroffen, darunter Sofas, Betten, Schränke und Stühle. Mit einem Notverkauf reagierte Höffner am vergangenen Wochenende und gewährte auf die betroffenen Artikel zusätzliche 50 Prozent Rabatt. Die Sanierung der beschädigten Fläche soll Mitte Juli beginnen. Böden und Wände werden erneuert, die Wiedereröffnung des betroffenen Bereichs ist Medienberichten zufolge für den 13. August geplant.
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Infoveranstaltung zur Umgestaltung des Brunnenplatzes
Am Brunnenplatz informiert das Kinder- und Jugendbüro am Montag, 29. Juni, über die geplante Umgestaltung des Gartendenkmals. Zwischen 15 und 19 Uhr sind insbesondere Kinder und Jugendliche eingeladen, sich vor Ort über die aktuellen Planungen zu informieren und eigene Fragen und Ideen einzubringen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die künftige Gestaltung der Spielplätze, geplante Baumaßnahmen sowie die Frage, welche Vorschläge aus der Beteiligung der Anwohnerschaft umgesetzt werden können. Es gibt Snacks und Getränke so lange der Vorrat reicht.
Der Brunnenplatz soll in den kommenden Jahren denkmalgerecht saniert und mit neuen Aufenthalts- und Bewegungsangeboten aufgewertet werden (Wie soll der Brunnenplatz umgestaltet werden?). Zuständig ist das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Mitte. Die Maßnahme wird mit Städtebaufördermitteln im Förder- und Sanierungsgebiet BadPankStraße finanziert. Insgesamt stehen 860.000 Euro zur Verfügung.
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Franziska-Bereit-Platz im Wedding eingeweiht
Der Wedding hat jetzt einen Franziska-Bereit-Platz: Mit einem Namensfest wurde am Freitag, 26. Juni, die Benennung des bislang namenlosen Platzes an der Ecke Malplaquetstraße/Utrechter Straße gefeiert. Die Bezirksverordneten hatten die Namensgebung bereits im Januar 2025 beschlossen. Überlegungen, den Platz nach der Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime zu benennen, gab es schon seit Jahren; die Initiative dazu kam aus der Zivilgesellschaft.
Franziska Bereit (1888–1958) arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg als Hausmädchen bei der jüdischen Familie Silbermann im Wedding. Nach Kriegsbeginn versteckte und versorgte sie mehrere Mitglieder der Familie in ihrer Einzimmerwohnung in der Malplaquetstraße. Dort überlebten sie bis zum Kriegsende und wurden so vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerettet.
Der Berliner Senat wollte Franziska Bereit bereits 1958 auszeichnen — sie verstarb jedoch kurz zuvor. Ein Straßenschild mit Erklärtafel erinnert nun an dem Weddinger Platz an ihr mutiges Handeln.
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Kolonie Wedding: Seit 25 Jahren Raum für Kunst
Die Kolonie Wedding hat am vergangenen Wochenende ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Mit einem Festakt, Ausstellungen und Rundgängen würdigte das Kunstraum-Netzwerk seine Bedeutung für die freie Kunstszene Berlins. Seit 2001 hat sich die Initiative im Soldiner Kiez zu einem Netzwerk mit heute 24 aktiven Projekträumen entwickelt. Tausende Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Workshops haben seither das kulturelle Leben im Wedding geprägt.
Zum Jubiläum machte die Kolonie Wedding auch auf die schwierigen Bedingungen für unabhängige Kulturorte aufmerksam. Steigende Mieten, Raumknappheit und Kürzungen im Kulturbereich bereiten den Beteiligten Sorge. Dennoch bleibt das Netzwerk ein wichtiger Ort für experimentelle Kunst und kulturellen Austausch im Kiez.
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