Wedding kurz & knapp – 8. Juni 2026

Was hat sich in den vergangenen Wochen im Wedding und Gesundbrunnen getan? Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen, Veranstaltungen und Projekte im Kiez.

Die Schlagzeilen

Neue S-Bahn-Linie S15 startet am 15. Juni | Bezirk entfernt Schrottfahrräder jetzt schneller | Neubauprojekt an der Müllerstraße | Sommerbad Humboldthain startet in die Badesaison | Neuer Name: Heinz-Boock-Sportanlage in der Ungarnstraße | Kiezmesse vor dem Gesundbrunnen-Center | Kostenfreie Erholungsangebote in Weddinger Parks

Die neue Trasse für die S-Bahn (links) ist hier am Nordbahnhof fertig, die S15 kann kommen. Foto: Hensel
Die neue Trasse für die S-Bahn (links) ist hier am Nordhafen fertig, die S15 kann kommen. Foto: Hensel

Neue S-Bahn-Linie S15 startet am 15. Juni

Für Fahrgäste aus dem Gesundbrunnen wird der Weg zum Berliner Hauptbahnhof künftig deutlich kürzer: Am 15. Juni soll die neue S-Bahn-Linie S15 ihren Betrieb aufnehmen. Der erste Zug am Bahnhof Gesundbrunnen soll laut Fahrplan um 12.03 Uhr in Richtung Hauptbahnhof starten. Die neue Linie wird zunächst zwischen den beiden Bahnhöfen verkehren und dabei auch am Bahnhof Wedding halten. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll die S15 im Zehn-Minuten-Takt fahren.

Von der neuen Verbindung profitieren vor allem Pendlerinnen und Pendler aus dem Berliner Norden. Die Fahrzeit vom Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof soll sich um rund zehn Minuten verkürzen. Zudem erwartet die Bahn, dass die neue Strecke den stark frequentierten Bahnhof Friedrichstraße entlastet. Die Inbetriebnahme der S15 war mehrfach verschoben worden. Der erste Streckenabschnitt ist bereits seit Monaten fertiggestellt, zuletzt hatten jedoch noch Genehmigungen und Zulassungen ausgestanden.

Langfristig soll die S15 weiter ausgebaut werden. Geplant ist eine Verlängerung über den Hauptbahnhof hinaus bis zum Potsdamer Platz. Zusammen mit der ebenfalls geplanten S21 soll daraus eine neue Nord-Süd-Verbindung durch Berlin entstehen. Mit der vollständigen Fertigstellung rechnen die Projektverantwortlichen allerdings erst in den kommenden Jahrzehnten.

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Ein Mitarbeiter der Ordnungsamts entfernt ein Schrottrad in der Swinemünder Straße. Foto: Schnell
Ein Mitarbeiter der Ordnungsamts entfernt ein Schrottrad in der Swinemünder Straße. Foto: Schnell

Bezirk entfernt Schrottfahrräder jetzt schneller

Schrottfahrräder sollen in Mitte künftig schneller verschwinden. Der Bezirk hat dafür seinen Leitfaden zum Umgang mit den abgestellten Fahrradleichen geändert. Die neue Regelung gilt seit rund zwei Wochen. Wie Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) bei einem Kiezspaziergang im Parkviertel am 4. Juni erklärte, darf das Ordnungsamt nicht mehr betriebsbereite Schrottfahrräder nun direkt entfernen und entsorgen.

Bislang wurden verdächtige Fahrräder zunächst mit einem gelben Hinweiszettel versehen. Erst wenn die Eigentümerinnen und Eigentümer über längere Zeit nicht reagierten, durfte das Ordnungsamt ein zweites Mal kommen und die Räder entfernen. „Das ist nicht effizient“, sagte Schriner gegenüber dem Brunnenmagazin. Nach Angaben des Stadtrats entfernt der Bezirk derzeit zwischen 50 und 100 Schrottfahrräder pro Woche. Mit dem neuen Leitfaden soll das Verfahren beschleunigt werden. Schrottfahrräder sorgen regelmäßig für Beschwerden, weil sie Fahrradständer blockieren und öffentlichen Raum belegen.

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Der Eingang zum U-Bahnhof Wedding. Im Hintergrund ist die Baustelle auf dem ehemaligen Tankstellengelände zu sehen. Foto: Hensel
Der Eingang zum U-Bahnhof Wedding. Im Hintergrund ist die Baustelle auf dem ehemaligen Tankstellengelände zu sehen. Foto: Hensel

Neubauprojekt an der Müllerstraße

Die Brache an der Ecke Müllerstraße/Lynarstraße wird bebaut: Auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle haben die Arbeiten für das Projekt „Greenius“ begonnen. Auf dem Grundstück Müllerstraße 168 errichtet der belgische Immobilienentwickler Equilis einen siebengeschossigen Neubau mit rund 3.800 Quadratmetern Bürofläche. Ergänzt wird das Vorhaben durch ein angrenzendes Wohngebäude mit zwölf Wohnungen.

Das Bürogebäude soll Platz für kleinere und mittlere Unternehmen bieten. Im Erdgeschoss sind mehrere Gewerbeeinheiten vorgesehen, die nach Angaben des Entwicklers auch gastronomisch genutzt werden könnten. Geplant sind zudem ein begrünter Innenhof, Dachterrassen und weitere Grünflächen. Das Gebäude selbst wird als Hybridbau aus Holz und Beton errichtet. Das Baugrundstück liegt direkt am Bahnhof Wedding. Die Fertigstellung des Projekts ist für Mai 2027 vorgesehen.

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Im Sommerbad im Humboldthain. Foto: Hensel
Im Sommerbad im Humboldthain. Foto: Hensel

Sommerbad Humboldthain startet in die Badesaison

Das Sommerbad Humboldthain hat am 3. Juni erstmals in dieser Saison geöffnet. Es ist damit nach dem Kombibad Seestraße und dem privat betriebenen Strandbad Plötzensee das letzte Freibad, das in die diesjährige Sommersaison startet. Geöffnet ist das Bad in der Wiesenstraße montags von 10 bis 18 Uhr, an allen anderen Tagen von 8 bis 18 Uhr. Die Berliner Bäder-Betriebe weisen darauf hin, dass die Rutsche aus technischen Gründen derzeit geschlossen bleibt.

Ein Tagesticket kostet 7,00 Euro, ermäßigt 4,20 Euro. Tickets gibt es online und an der Tageskasse. Der Einlass in die Sommerbäder ist für Gäste ab 14 Jahren nur nach Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises im Original möglich. Das Freibad bietet ein 50-Meter-Becken sowie eine große Liegewiese unter Bäumen und ist besonders bei Familien beliebt. Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein kostenfreies Kunstprogramm am Beckenrand: „Tropez“ bietet Workshops, Ausstellungen und weitere Formate. Informationen zum Programm finden sich unter Tropez Kunstprogramm.

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Sportplatz Ungarnstraße. Foto: Hensel
Der Sportplatz in der Ungarnstraße heißt jetzt Heinz-Boock-Sportanlage. Foto: Hensel

Neuer Name: Heinz-Boock-Sportanlage in der Ungarnstraße

Aus der Sportanlage Ungarnstraße ist die Heinz-Boock-Sportanlage geworden. Mit der Namensgebung würdigt der Bezirk einen Mann, der den Fußball im Wedding über Jahrzehnte geprägt hat. Bei einer Feierstunde am 29. Mai wurde die Sportstätte offiziell in Heinz-Boock-Sportanlage umbenannt. An der Veranstaltung nahmen frühere und aktuelle Mitglieder des BFC Meteor 06, Anwohnende sowie Bezirksstadtrat Benjamin Fritz (CDU) teil. Die Benennung hatte die Bezirksverordnetenversammlung zuvor beschlossen.

Namensgeber ist Heinz Boock, der über viele Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten des BFC Meteor 06 gehörte. Bekannt wurde er unter anderem als Förderer junger Talente: So entdeckte er den späteren Fußballweltmeister Thomas Häßler auf der Schillerwiese unweit der heutigen Sportanlage. Bereits seit den 1970er Jahren setzte sich Boock zudem für den Frauenfußball ein und engagierte sich weit über den Sport hinaus für Kinder und Jugendliche. Für seinen Einsatz erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter die DFB-Verdienstnadel und das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Der 1929 geborene Boock blieb bis zu seinem Tod im Jahr 2018 Ehrenpräsident des BFC Meteor 06.

Mit der Namensgebung soll sein Wirken dauerhaft gewürdigt werden. „Die Umbenennung der Sportanlage ist eine Anerkennung für sein Lebenswerk und eine Erinnerung daran, dass der Sport mehr ist als nur Wettbewerb – er ist Fairplay, Teamarbeit und Disziplin“, sagte Bezirksstadtrat Benjamin Fritz.

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Der Platz vor dem Gesundbrunnen-Center. Foto: Hensel
Der Platz vor dem Gesundbrunnen-Center. Foto: Hensel

Kiezmesse vor dem Gesundbrunnen-Center

Vom Gemeinschaftsgarten bis zum Straßentheater: Bei einer Kiezmesse vor dem Gesundbrunnen-Center präsentieren sich am 12. Juni zahlreiche Projekte aus dem Gesundbrunnen. Unter dem Motto „Schaufenster ins Quartier“ laden die Quartiersmanagements Badstraße, Soldiner Straße und Brunnenstraße am Freitag, den 12. Juni, zu einer Kiezmesse ein. Von 14 bis 18 Uhr stellen sich zahlreiche Projekte vor, die von den Quartiersmanagements gefördert werden.

Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, die Menschen hinter den Initiativen kennenzulernen und mehr über ihre Arbeit im Kiez zu erfahren. Mit dabei sind unter anderem der Essbare Straße e.V., der Kieztreff Kamine, der Gemeinschaftsgarten ElisaBeet, die Fabrik Osloer Straße, das Straßentheater „Lauter Müll“ des Müll Museums, die Bibliothek am Luisenbad, der Sportverein Rot-Weiß Viktoria Mitte sowie der Campus im Brunnenviertel. Ergänzt wird das Programm durch verschiedene Mitmach-Angebote und musikalische Beiträge. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

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Der Platz vor dem Amtsgericht Wedding, der Brunnenplatz. Foto: Hensel
Der Brunnenplatz vor dem Amtsgericht Wedding. „Pause im Park“ findet am Amtsgericht, aber hinter dem Gebäude statt. Foto: Hensel

Kostenfreie Erholungsangebote in Weddinger Parks

Wie lassen sich kurze Auszeiten im Grünen in den Alltag integrieren? Antworten darauf gibt eine neue Workshop-Reihe in Parks des Bezirks. Im Rahmen des Projekts „Pause im Park“ bietet die Deutsche Umwelthilfe kostenfreie Workshops zur Erholung in der Stadtnatur an. Die Veranstaltungen finden unter anderem im Volkspark Humboldthain sowie im Park hinter dem Amtsgericht Wedding statt.

Die Teilnehmenden lernen Techniken kennen, die dabei helfen sollen, im Alltag bewusste Pausen einzulegen. Auf dem Programm stehen Informationen zu Gesundheit und Naturerfahrung sowie Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen im Grünen. Geleitet werden die Workshops von der Resilienztrainerin und Naturpädagogin Luisa Wolf. Das Projekt wird von der Berliner Senatsverwaltung gefördert.

Termine im Wedding sind am 19. Juni, 30. August und 22. September im Park hinter dem Amtsgericht Wedding sowie am 21. Juni, 25. August und 25. September im Volkspark Humboldthain geplant. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist über ein Online-Formular erforderlich.

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