Ein Koffer für die Freiwilligenarbeit

Mit ihrem Einsatz ergänzen sie viele Angebote und bereichern das gesellschaftliche Leben: ehrenamtlich Engagierte. Aktiv werden sie an vielen Orten: in Sportvereinen, bei der Feuerwehr, bei der Obdachlosenhilfe oder bei der Versorgung Geflüchteter. Wer in Mitte ein Engagement sucht, der kann sich seit 20 Jahren an die Freiwilligenagentur Mitte wenden. Das wurde am Donnerstag (5.12.) in der Fabrik Osloer Straße gefeiert.

Das Team der Freiwilligenagentur: Anna Asfandiar (links), Anna Grüner und Benjamin Vrucak. Foto: Hensel
Das Team der Freiwilligenagentur: Anna Asfandiar (links), Anna Grüner und Benjamin Vrucak. Foto: Hensel

Passen 20 Jahre wirklich in einen Koffer? Zwanzig Jahre, die pickepackevoll sind mit Projekten und Freiwilligen, mit Partnern, Mitarbeitenden und der Suche nach einem Dach für die Freiwilligenarbeit im Bezirk, die passen eher nicht in einen kleinen Koffer. Das Team der Freiwilligenagentur Mitte hat es dennoch probiert. Bei der Feier des 20. Geburtstages des Projektes fanden daher stellvertretende einige Gegenstände in die Reisetasche. Die Besucherinnen und Besucher konnten die Dinge herausnehmen und vielleicht auch ein wenig rätseln, wofür sie stehen. Was zum Beispiel hat ein kleiner bunter Wasserball mit der Freiwilligenarbeit zu tun? Die gelbe Gießkanne war schon selbsterklärender. Gießaktionen von Freiwilligen hat es in den vergangenen 20 Jahren auf jeden Fall gegeben.

Der Koffer mit Gedankenstützen. Foto: Hensel
Der Koffer mit Gedankenstützen. Foto: Hensel

Andere Gegenstände im Koffer dokumentierten ganz bildhaft die Geschichte der Agentur. So gab es darin zwei dünne Hefte, die die Geschichte und einige Projekte skizzierten. Wer wollte, konnte sich erinnern: Die Freiwilligenagentur wurde als Freiwilligenagentur Wedding am 23. April 2004 im ehemaligen Nachbarschaftshaus Prinzenallee in der Prinzenallee 58 eröffnet. Gestartet wurde das Projekt von einem Trägerverbund, in dem die NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße, der AWO Kreisverband Mitte und das Bezirksamt zusammenarbeiteten. Später kam der Verein Selbst-Hilfe im Vorruhestand hinzu.

Von der Passierscheinstelle in die Fabrik

Anna Asfandiar von der Freiwilligenagentur Mitte (FrAg) erzählte bei der Festveranstaltung ebenfalls von Details aus der Geschichte. „Wir sind im Soldiner Kiez gestartet und haben uns dann auf andere Weddinger Kieze ausgeweitet“; sagt sie. Das erste feste Büro hatte die Freiwilligenagentur in der ehemaligen Passierscheinstelle in der Schulstraße. „Als diese abgerissen wurde, hat uns die Fabrik Osloer Straße ein neues Zuhause gegeben. Wir sind vorübergehend gekommen – und geblieben“, sagte Anna Asfandiar. Heute ist die die FrAg fester Bestandtteil der Projekte in der Fabrik Osloer Straße, der Verein ist inzwischen alleiniger Träger der Agentur. Anna Asfandiar erinnerte an einige Projekte wie das Patenschaftsprojekt „PaSch – Paten für Schüler“, Putz- und Pflanzaktionen und vieles mehr: „Wir haben gesägt, geschraubt, gefeiert – und machen das hoffentlich noch 20 weitere Jahre“.

Friedemann Walther von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt erwähnte, dass die Feier sehr passend am Internationalen Ehrenamtstag stattfand. „Wir sind sehr froh, dass sie sich als Gestalter der Stadt verstehen. Ohne die vielen Freiwilligen in der Gesellschaft wäre so vieles nicht möglich“, sagte Friedemann Walther. So nannte er beispielhaft den Einsatz der Freiwilligen am Berliner Hauptbahnhof bei der Ankunft von Geflüchteten.

Die Rolle der Freiwilligenagentur Mitte

Die Freiwilligenagentur koordiniert das ehrenamtliche Engagement im Bezirk. Sie berät Menschen, die sich engagieren möchten und vermittelt sie an gemeinnützige Organisationen, die Hilfe benötigen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt daher auch auf der Netzwerkarbeit. Kein Wunder ist es daher, dass viele Partner zur Feier in die Fabrik Osloer Straße gekommen waren und die Danksagungen von Projektleiter Benjamin Vrucak etwas mehr Zeit in Anspruch nahmen. Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Aktiv für die Zukunft: Wie Engagement unsere Demokratie stärkt“. Daran nahmen auch Andrea Brandt von der Freiwilligenagentur Kreuzberg und Staatssekretär Max Landero teil. Gemeinsam diskutierten sie die Rolle des bürgerschaftlichen Engagements in der Demokratieförderung.

Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es einen regen Austausch am Buffet – und manch eine:r stöberte in dem Koffer mit den Gedankenstützen für 20 Jahre Freiwilligenagentur Mitte. Welche Gegenstände wohl in den nächsten Jahren hinzukommen?

Mehr über die Angebote der Freiwilligenagentur Mitte steht auf der Webseite der Agentur.

Transparenzhinweis: Autorin Dominique Hensel ist Vorständin in der Fabrik Osloer Straße, dem Trägerverein der Freiwilligenagentur Mitte.

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