Abschied vom Schülercafé im Paul-Gerhardt-Stift

Es war ein bewegender Abschied. Das Schülercafé Klosterhof im Paul-Gerhardt-Stift (PGS) in der Müllerstraße muss nach fast zehn Jahren schließen. Freunde, treue Gäste und ehemalige Schülerinnen und Schüler der Schule am Schillerpark verabschiedeten sich am Mittwoch mit einer kleinen Abschiedsfeier und sehr bewegenden Reden von dem nach ihrer Einschätzung erfolgreichen und einmaligen Projekt.

Jacek Szubert bei der Abschiedsfeier im Paul-Gerhardt-Stift. Foto: Rolf Fischer
Jacek Szubert bei der Abschiedsfeier im Paul-Gerhardt-Stift. Foto: Rolf Fischer

Ronald Fischer, Leiter der Schule am Schillerpark, erinnerte daran, dass das Projekt sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen bekannten Persönlichkeiten besucht wurde. Damals hätten Vertreter des PGS noch mit am Tisch gesessen. Er betonte, dass es nicht an der Schule und auch nicht an fehlenden Fördermitteln liege, dass das Café jetzt schließen müsse. Aber durch die Entscheidung des Stifts, die Räume für ein anderes Café-Konzept zu nutzen, stehe man jetzt „mit leeren Händen da“.

Enttäuschung über die Schließung

Eine Weiterführung in anderen Räumen an einem anderen Ort sieht Ronald Fischer skeptisch. Man brauche schon einen Ort wie den Hof des PGS, mit viel Laufkundschaft und Nähe zur Schule, um das Konzept zu verwirklichen. Auch Irma Leisle vom Zukunftshaus Wedding auf dem Gelände zeigte sich enttäuscht. Es sei zwar manchmal schwierig gewesen, es habe mit den Schülerinnen und Schülern Aufs und Abs gegeben und es sei manchmal auch für die Nachbarn etwas laut geworden. „Aber es war immer Leben da“, betonte sie.

Mit großem Applaus und Blumen wurden die beiden langjährigen Betreuer Jacek Szubert und Annika Dienelt, denen der Abschied sichtlich schwerfiel, von allen verabschiedet.

Die Abschiedsfeier, ein trauriger Moment. Foto: Rolf Fischer
Die Abschiedsfeier, ein trauriger Moment. Foto: Rolf Fischer

Café mit neuem Konzept geplant

Der Paul-Gerhardt-Stift hat in einer Pressemitteilung angekündigt, das Café ab dem 27. August 2026 wieder zu eröffnen – mit längeren Öffnungszeiten und anderem Konzept. In Gesprächen mit dem Schulleiter sei vom PGS angeboten worden, die Schülerinnen und Schüler als Servicekräfte im neuen Café einzusetzen. „Aber da fehlte jedes pädagogische Konzept“, sagte Schulleiter Fischer. „Ich kann meine Schüler:innen nicht als Servicekräfte rüber schicken“. Trotzdem hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es eine Fortsetzung der Beteiligung von Schülern im Café unter anderen Bedingungen geben könnte.

Rechts: Plakat für die Abschiedsfeier.

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Unter Überschrift „Café Klosterhof: Bangen um die Zukunft des Schülercafés“ wurde ausführlich über das Schülercafé-Projekt im Paul-Gerhardt-Stift berichtet.

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Kommentar

  1. Avatar von Ulrich Davids

    Das Schülercafe im Paul-Gerhardrt-Stift zu schließen ist eine Fehlentscheidung und ein Schlag ins Gesicht der Schüler*innen und dem Schulkollegium der Schule am Schillerpark. Hier konnten die Schüler*innen Verantwortung und Arbeitsbereiche kennenlernen, Menschen bedienen, freundlich zu sein, auch wenn es manchmal schwer fiel, Pünktlichkeit lernen, Selbstkritik zu übern und sich damit auseinander zu setzen – und sie wußten immer Lehrer*innen an ihrer Seite.

    Das es mal nicht so lief – ja, man war im Lernprozeß wie auch überall, wenn man neue Wege geht.

    Schade das sich die Leitung des PGS hier nicht ihrer Verantowtung für junge Meschen bewußt ist.

    Ich wünsche den Schüler*innen, Herrn Fischer, Jacek Szubert und Annika Dienelt viel Kraft und Zuversicht das sich die PGS doch noch bewegt und eine andere Lösung als die Schüler*innen als Servicekräfte einzusetzen. Pädagogische Hilfestellung ist da einfach geboten.

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