Café Klosterhof: Bangen um die Zukunft des Schülercafés

Seit fast zehn Jahren betreiben Schülerinnen und Schüler der Schule am Schillerpark das Café Klosterhof im Paul-Gerhardt-Stift. Nun plant das Stift ein neues Café-Konzept – und die Zukunft des Schülercafés ist ungewiss.

Update 1. Juli 2026 (am Textende)

Hier geht's zum Café im Paul-Gerhardt-Stift. Foto: Hensel
Hier geht’s zum Café im Paul-Gerhardt-Stift. Foto: Hensel

Ein besonderer Ort im Paul-Gerhardt-Stift

Der selbstgebackene Käsekuchen ist lecker, der Cappuccino wird von einer Schülerin langsam und mit Bedacht an den Tisch gebracht. Das alles geht nicht zack, zack wie in den Cafés in der Müllerstraße. Jeder einzelne Handgriff wird überlegt, manchmal muss auch der pädagogische Anleiter Jacek Szubert die Mädchen hinter dem Tresen daran erinnern, welche Tasse zu welcher Kaffeesorte gehört. Aber dann klappt‘s.

Das Café Klosterhof auf dem Campus des Paul-Gerhard-Stifts (PGS) in der Müllerstraße 56-58 ist ein besonderer Ort. Seit fast 10 Jahren wird es von Schülerinnen und Schülern der nahen Schule am Schillerpark geführt. Mit der Betreuung wurde die Zukunftsbau GmbH beauftragt.

Bei den Bewohnern und Besuchern des Stifts ist es vor allem wegen seines günstigen vegetarischen Mittagstischs beliebt. Doch das Schülercafé hat einen Nachteil: Es ist nur während der Schulzeiten und dann auch nur von 10 bis 15 Uhr geöffnet. An den Wochenenden und in den Schulferien bleibt es geschlossen.

Ein neues Café mit längeren Öffnungszeiten

Ab nächstem Jahr will der PGS deshalb in den barrierefreien Räumen am Hof ein Café betreiben, das länger geöffnet ist. Ist das das Aus für das Schülercafé?

Bisher wurden die Räume des Cafés vom Projektträger PGS Soziales dem Projekt Schülercafé für eine symbolische Miete zur Verfügung gestellt. „Im Wedding, in der Nähe der Schule werden wir keinen bezahlbaren Raum finden, in dem wir das Café weiterführen können.“, schätzt Annika Dienelt, die andere Anleiterin im Café. „Wir bieten unsere Speisen zum Selbstkostenpreis an. 5,50 Euro für ein Mittagessen. Das können sich auch die Bewohner des Stifts leisten. Eine Gewerbemiete können wir davon aber nicht zahlen.“

Jacek Szubert und Annika Dienelt leiten die Schülerinnen und Schüler im Café an. Foto: Rold Fischer
Jacek Szubert und Annika Dienelt leiten die Schülerinnen und Schüler im Café an. Foto: Rold Fischer

Ein Lernort für Jugendliche

Von Seiten der Schule am Schillerpark besteht Interesse an der Weiterführung des Projektes. „Zu uns kommen nur Schülerinnen und Schüler, die ‚abschlussgefährdet‘ oder ’schuldistanziert‘ sind“, erklärt Szubert. „In der Regel an einem festen Tag in der Woche für ein Jahr.“ Das Ziel ist es, diesen Jugendlichen aus der 8. bis 10. Klasse eine positive Lernerfahrung zu geben. „Außerhalb der Schule, in Kontakt mit den Menschen, die hier wohnen, die als Patienten oder ins Stadtteilzentrum kommen – und mit richtigem Geld.“, wie es Szubert ausdrückt.

Die Senioren aus dem Stift kennen die Jugendlichen der Teams schon, die an den verschiedenen Tagen kommen, und freuen sich drauf. Die Beschäftigten der Apotheke im Vorderhaus holen sich hier regelmäßig ihr Essen. Auch die Lehrkräfte der Schule bestellen ihr Essen hier. „Das ist natürlich sehr bestätigend, wenn man seinem Lehrer oder der Lehrerin ein Essen bringen kann, das man selber gekocht hat.“, weiß Szubert. „Die Schüler richten sich auf, wenn sie so etwas erleben“, ergänzt Annika Dienelt. „Sie werden selbstsicherer und sprechen mehr.“

Vormittags erhalten die Schülerinnen und Schüler Besuch einer Lehrkraft, die mit ihnen individuelle Förderung macht. Auch die finanziellen Mittel für das Projekt und den Projektträger können von der Schule weiter bereitgestellt werden. Aber weiter geht es nur, wenn auch die Räume weiter vom Stift zur Verfügung gestellt werden.

Gespräche über die Zukunft laufen

Die Pressesprecherin des PGS kann zu der Frage noch keine abschließende Aussage treffen. Sicher ist nur: Nach den Sommerferien wird das Café mit einem „weiterentwickelten Konzept“ fortgeführt. Der PGS möchte ein verlässliches Speiseangebot für die Bewohnerinnen und Bewohner und für Menschen aus der Nachbarschaft. Geplant ist, das Café künftig auch während der Ferienzeiten und an den Wochenenden zu betreiben.

Bislang ist vom PGS keine Entscheidung darüber getroffen worden, ob und in welcher Form das Schülercafé künftig weitergeführt wird. „Die Frage nach der zukünftigen Ausgestaltung des Schülercafés ist derzeit noch offen.“ Immerhin „finden aktuell Gespräche mit der Zukunftsbau und der Schule am Schillerpark statt“, so die Pressesprecherin. Also bleibt die Hoffnung, dass die Schülerinnen und Schüler auch im neuen Schuljahr im Café ihren leckeren Kuchen backen und praktische Erfahrungen fürs Leben sammeln können.

Café Klosterhof: Öffnungszeiten

Café Klosterhof im Paul-Gerhardt-Stift, Müllerstraße 56-58, Montag bis Donnerstag von 12 bis 15.30 Uhr geöffnet, in den Schulferien geschlossen. Kontakt: klosterhof@zukunftsbau.de

Wie es weiter geht

Update 1. Juli 2027: Heute feiert das bisherige Schülercafé-Team seinen Abschied. Am 12. August öffnet das Paul-Gerhardt-Stift sein neues Stiftscafé. Dieses soll ganzjährige geöffnet haben und ausgeweitete Öffnungszeiten haben. Mehr dazu steht auf der Webseite des Paul-Gerhardt-Stifts.

Plakat für die Abschiedsfeier des Café Klosterhof. Foto: Rolf Fischer
Plakat für die Abschiedsfeier des Café Klosterhof. Foto: Rolf Fischer
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