Stattlab ist nun im Brunnenviertel zu Hause – willkommen! Einige Künstler:innen werden hier im Kiezmagazin vorgestellt – etwas Biografie, etwas Kunsthistorie und ein Einblick in derzeitige Projekte. Heute geht es um Alix Lucas, nicht-binäre französisch-philipinix Performer:in. Die Fragen hat Simone Lindow gestellt.

Wie lange lebst Du schon in Berlin – was hat Dich hergebracht?
Alix Lucas: Ich feiere dieses Jahr mein zehnjähriges Jubiläum in Berlin! Berlins Kunstszene hat mich angezogen, weil sie zugänglich und unterstützend für neue Künstler:innen ist. Die Verfügbarkeit von Studios und Galerien, die bereit waren, neue Künstler:innen auszustellen, und das Gemeinschaftsgefühl waren für mich wichtig.
Was ist Deine Verbindung zum Stattlab?
Alix Lucas: Ich bin seit neun Jahren Teil des Stattlab. Ich habe mit verschiedenen Druckformaten, analoger Fotografie und Siebdruck gearbeitet. Jetzt konzentriere ich mich auf darstellende Kunst und kann den Ausstellungsraum des Stattlab zweimal im Monat als Proberaum nutzen.
Wie würdest Du Deine künstlerische Arbeit beschreiben?
Alix Lucas: Lange habe ich mich auf visuelle Kunst konzentriert, zuerst Schwarzweiß-Fotografie, später Siebdruck. Meist arbeitete ich allein im Studio und fand den kreativen Prozess etwas isolierend. Der Prozess beim Improtheater ist das Gegenteil von visueller Kunst: Was auf der Bühne zu sehen ist – der Schaffensprozess – ist auch das Endergebnis. Wir spielen mit Tanz, Bewegung und Synchronisation. Es geht darum, wie ein Schwarmgeist zu denken und sich zu bewegen! Als neuro-atypische Person fühle ich mich oft von gesellschaftlichen Erwartungen und dem „Dazugehören“ eingeengt. Improtheater gibt mir die Freiheit, mich körperlich auszudrücken und diverse Charaktere zu spielen. Es erlaubt mir auch, verschiedene Figuren mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten zu erkunden, was für mich als nicht-binäre Person sehr heilsam ist.

Du bist mit einer Gruppe namens „Happily Ever Improv“ unterwegs. Was ist Euer Thema?
Alix Lucas: Mit meiner queer-feministischen Truppe dekonstruieren wir Konzepte wie Patriarchat und toxische Beziehungen. Wir glauben, dass Theater auch ein politisches Medium sein kann, um gesellschaftliche Normen zu hinterfragen
Was sind Deine aktuellen Projekte?
Alix Lucas: Ich biete Workshops für Teambuilding an: Spiele und Übungen aus dem Improtheater, damit jede:r im Team, besonders Menschen aus marginalisierten Gemeinschaften, gehört wird. Ich unterrichte auch Improgrundlagen für queere Menschen und FLINTA (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen). Hier geht es vor allem um die Freude am gemeinsamen Spielen. Es gibt wenige Räume, wo Erwachsene spielen und Geschichten erfinden können. Diese kleinen Momente der Freude zu schaffen, ist wirklich befreiend – probiert es aus!
Alix Lucas ist auf Instagram (@whyalix) vertreten und hat eine eigene Webseite https://linktr.ee/whyalix.

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