Schüler der Anna-Lindh-Schule lernen, wie Improvisation geht. Diese Unterrichtseinheit setzt sich nun mit dem Bezug des neuen Schulgebäudes in der Reinickendorfer Straße fort. Der Gehweg vor dem Haus ist noch eine Baustelle, der Haupteingang ist noch nicht zugänglich und die digitale Bildung ist wegen fehlenden Internetanschlusses auf später verschoben.

Direktor froh über neues Schulhaus
Aber es gibt auch Positives. Für Direktor Mathias Hörold ist das neue Schulhaus ideal. Er lobt die hellen Räume, die einladende Unterrichtsatmosphäre, die Architektur eines Berliner Lern- und Teamhauses. „Das neue Schulgebäude macht die vergangenen Herausforderungen mehr als wett.“ Mit Herausforderungen sind Umzug und Zwischenstation in einem Bürohaus gemeint. 2022 wurden die Gebäude der Anna-Lindh-Schule in der Guineastraße wegen Schimmelbefalls geschlossen. Die Schulgemeinschaft zog in den Saatwinkler Damm. Jetzt zog die Schule erneut um, dieses Mal in die Reinickendorfer Straße. Kommt irgendwann eine Rückkehr an den ursprünglichen Standort Guineastraße? „Eine Rückkehr an den alten Standort ist nicht vorgesehen“, sagt Mathias Hörold. Das neue Schulhaus solle keine Übergangslösung sein, sondern die neue pädagogische Heimat. Auf den neuen Standort hätte sich das Lehrerkollegium vorbereitet, indem es eine Schulberatung durch die Universität Hannover nutzte, um neue pädagogische Ziele zu definieren und eine klare Zukunftsvision am neuen Standort zu entwickeln.
Startprobleme
Auch die Elternsprecher sind erleichtert und dankbar, dass die Anna-Lindh-Schule nun nach zwei Umzügen zur Ruhe kommen kann. Die Hoffnung ist, dass jetzt wieder die Hochbegabtenförderung, die strukturierten Nachmittagsangebote und ein verlässlicher Sportunterricht selbstverständlich sein werden. Tobias Weber, im Vorstand der Gesamtelternvertretung der Schule, übt aber auch Kritik: „Kein Festnetzanschluss, kein Internet – wie kann das sein?“ Er sieht dadurch die Organisation der Schule erschwert und befürchtet mangelnde Erreichbarkeit. Digitale Lehrangebote seien ohne stabiles Internet nicht realisierbar. „In einer Zeit, in der digitale Bildung immer wichtiger wird, kann es nicht sein, dass eine moderne Schule mit improvisierten Lösungen arbeiten muss.“
Die neueste Meldung zu den Startschwierigkeiten betrifft die Müllabholung. Mehrere Medien berichten, dass es an Mülltonnen fehlt. „Der Schulbetrieb ist in Gefahr“, wird Tobias Weber zitiert. Für 500 Kinder gebe es nur eine Tonne. Gleichzeitig heißt es, die Müllentsorgung für die Mensa funktioniere problemlos. Ab heute, 25. Februar, will der Bezirk zusätzliche Mülltonnen liefern, heißt es.
Auch der Schulweg ist noch nicht eingespielt, wie zu beobachten ist. Zahlreiche Polizeibeamte stehen in der Reinickendorfer Straße. Die berüchtigten Elterntaxis sollen erst gar nicht Usus werden.

Kommentar verfassen