Das Gebirge des Brunnenviertels

Manchmal ist es einfach schön, einen Überblick zu bekommen. Im Kiez gibt es dafür einen perfekten Ort: den Flakturm im Humboldthain. Unser Autor Jakob Hensel berichtet von seinem Lieblingsberg im Brunnenviertel.

Blick vom Flakturm im Humboldthain in Richtung Arkenberge. Im Vordergrund ist die Stephanuskirche im Soldiner Kiez. Foto: Andrei Schnell
Blick vom Flakturm im Humboldthain in Richtung Arkenberge. Im Vordergrund ist die Stephanuskirche im Soldiner Kiez. Foto: Andrei Schnell

Auf der Liste der höchsten Erhebungen Berlins bei Wikipedia ist sie zunächst recht unscheinbar. Mit ihren 84,5 Metern belegt die Humboldthöhe am Gesundbrunnen nur den 18. Platz. Dafür ist vom Aussichtspunkt auf dem ehemaligen Flakturm aber der 1. Platz der Liste, die Arkenberge mit 120,7 Metern, am Horizont sichtbar. Darüber hinaus kann man dort oben den Berliner Norden bis hin zum Märkischen Viertel sowie Teile der Innenstadt betrachten. Früher waren vom Dach des Brunnenviertels sogar die Flugzeuge bei Anflug auf den Flughafen Tegel zu sehen. Heute sind es nur noch die Züge, die uns hier beim Anflug auf Berlin-Gesundbrunnen zu Füßen liegen.

Bis in die 1940er Jahre war das heutige Gebirge des Brunnenviertels noch Flachland. Dann wurden im Humboldthain für das Militär zwei Hochbunkeranlagen errichtet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden sie teilweise gesprengt. Während aus den Trümmern des einen Bunkers der Rodelberg entstand, blieb der andere Bunker zum Teil erhalten. Er ist heute der höchste Aussichtspunkt in der Umgebung und zieht geschichtsinteressierte Touristen, die das Innere des Bunkers bei einer Führung erleben können, an. Zudem gibt es eine Kletterwand.

Mich zieht es immer wieder auf den Flakturm im Humboldthain. Besonders bei Sonnenuntergang bin ich damit nicht allein. Der kostenlose Ausblick über die Stadt und den Park sind für viele die Mühen des Aufstiegs wert. Aber sogar bei leichtem Regen oder starker Bewölkung bin ich gern auf dem Berg, da man besonders dann fast immer der Einzige ist, der über die Stadt schaut und die Ruhe des Parks genießt.

Obwohl man vom Aussichtspunkt den größten Teil des Brunnenviertels nicht sehen kann, ist der Berg aus meiner Sicht nicht nur für Touristen, sondern auch für Menschen aus dem Kiez einfach ein Muss. Wenigstens ab und zu sollte man hinaufsteigen.

Blick von oben auf den Flakturm und das Brunnenviertel im Hintergrund. Foto: Volker Gehrmann/karachoberlin
Blick von oben auf den Flakturm und das Brunnenviertel im Hintergrund. Foto: Volker Gehrmann/karachoberlin

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In der Pandemie war der Flakturm im Humboldthain für unseren Autoren York Albrecht ein besonders spannender Ort. Er hat darüber den Beitrag Freiheit auf Stahlbeton geschrieben.

Der Text ist auch im Kiezmagazin „Mit Über-Blick“ enthalten, das im März 2024 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Mit Über-Blick“ gesammelt und verlinkt.

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