Berlin-Wahl 2026: Das planen die Parteien für den Sport

Am 20. September wird im Land Berlin und auch in den Bezirken gewählt. Wofür stehen die Parteien in Mitte bei der Berlin-Wahl? Welche Ideen haben sie für Wedding und Gesundbrunnen? KiezSportLotsin Susanne Bürger hat die Parteiprogramme systematisch auf ihre Ziele für den Bereich Sport und Bewegung durchgesehen.

Schaut man in die Programme von SPD, Linken, Grünen und CDU im Bezirk, dann fällt auf: Alle Parteien schätzen Sport und Bewegung für das körperliche und mentale Wohlbefinden. Sport bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen und ist deshalb wichtig für den sozialen Zusammenhalt in den Kiezen. Das sagen alle betrachteten Parteien*.

Graffiti zum Thema Basketball an der North Side Gallery im Nordbahnhofpark. Foto: Hensel
Graffiti zum Thema Basketball an der North Side Gallery im Nordbahnhofpark. Foto: Hensel

Sportstätten erhalten und besser nutzen

Die Pflege von bestehenden Sporthallen und -plätzen spielt bei allen Parteien eine große Rolle. Die CDU will der Sanierung von Sportstätten sogar Priorität einräumen. CDU und Linke setzen sich insbesondere für „Sport am Bau“ ein: Bei jedem größeren Bauvorhaben oder bei Neubau von Wohnungen soll generell Sportinfrastruktur mitgedacht werden. 

Alle Parteien äußern sich zur Vergabe von Nutzungszeiten: Diese soll vereinfacht und zweckmäßiger, transparenter und fairer erfolgen.

Dabei ist es gut zu wissen: Die so genannte TSSV (Transparente Sportstätten-Vergabe) des Landes Berlin will der Bezirk Mitte bei der nächsten jährlichen Vergabe im Mai 2027 vollständig digital durchführen. Die Linke fordert, dass die Vereine hierbei eng vom Sportamt begleitet werden.

Als einzige Partei setzt sich die Linke dafür ein, das bezirkliche Sportamt personell zu stärken, damit dieses seinen Aufgaben angemessen nachkommen kann.

Sportamt-Schild an einer Sportanlage am Plötzensee. Foto: Hensel
Sportamt-Schild an einer Sportanlage am Plötzensee. Foto: Hensel

Was die Parteien für Sportvereine tun wollen

Alle Parteien wollen die Sportvereine im Bezirk in ihrer Vielfalt unterstützen und ihnen die Arbeit erleichtern. Als Maßnahmen nennen Grüne und SPD verlässliche Rahmenbedingungen. Die CDU plant, sich mit dem Abbau finanzieller Hürden, der Stärkung des Ehrenamts und dem Erhalt von Vereinsheimen zu befassen.

Die CDU will Ehrenamts-Parkausweise für Trainer und Übungsleiter in Sportvereinen oder für Helfer in sozialen Einrichtungen schaffen, damit diese ihre Pkw kostenlos abstellen können. Die SPD will einen günstigen Pauschaltarif für das Parken für Trainer:innen und Ehrenamtliche aus Sportvereinen.

Bolzplätze: Sanieren statt verfallen lassen

Der Erhalt und die Sanierung bestehender Bolzplätze wird von allen Parteien unterstützt. Die SPD will mehr Spiel- und Aktionsflächen auf hochfrequentierten Orten wie dem Alexanderplatz. Die Linke und die Grünen wollen den Ausbau oder die Reaktivierung von brachliegenden Bolzplätzen.

Mehr Sport in Parks und Grünflächen

Alle Parteien – außer den Grünen – sprechen an, Grünflächen und Parks offiziell für Sport und Bewegung öffnen zu wollen. Die Linke will verbindliche Regeln für Spiel, Sport und Bewegung in Parks und Grünflächen aufstellen, um Schaden am Stadtgrün zu vermeiden. Für die SPD tragen mehr Nutzungen wie Sport zu mehr Sicherheit in Parks und Grünflächen bei.

Die Aufstellung von Sportgeräten in Grünflächen wird bei allen außer den Grünen benannt: Sportgerätelandschaften (Linke), Sportelemente für Freeletics, Disc Golf, BMX, Parkour-Sport oder Kletterwände (SPD), moderne Outdoor-Fitness und Calisthenics-Anlagen (CDU). Die Linke möchte gern neue, beleuchtete Laufwege in Parks und auf öffentlichem Straßenland anbieten.

Schule und Sportvereine sollen enger zusammenarbeiten

Alle Parteien – außer den Grünen – formulieren den Wunsch für einen Ausbau der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen, meistens in Verbindung mit einer verlässlicheren Betreuung der Schulkinder sowie der qualitativen Stärkung des Ganztags.

Die Linke benennt noch besonders die Sicherstellung des Schwimmunterrichts.

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche

Die Grünen wollen Orte mit verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten für junge Menschen schaffen. Grüne und Linke nennen den Erhalt von Jugendfreizeiteinrichtungen sowie den Bau von weiteren Jugendorten.

Die SPD setzt sich dafür ein, dass freie Träger der Jugendarbeit für Sport mehr Möglichkeiten für Mitternachtssport erhalten.

Sport soll für alle zugänglich sein

Alle Parteien setzen sich für mehr Bewegungsangebote ein, die gut erreichbar sind. Grünen und Linken sind dabei der sozial gerechte sowie der kostenlose und niedrigschwellige Zugang wichtig. Die Grünen haben alle Altersgruppen im Blick, die Linke eher Kinder, Jugendliche und Familien. Außerdem will die Linke Methoden und Projekte entwickeln, um bisher zu wenig berücksichtigte Gruppen wie FLINTA (Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nicht-binäre, Trans und Agender-Personen) und Migrant:innen in die Vereine zu bringen.

Die CDU will Präventionsangebote durch Bewegung in Stadtteilen, Schulen und Betrieben weiter ausbauen. Für die SPD überwinden niedrigschwellige Sportangebote Einsamkeit und stärken die Gemeinschaft. Die Linke benennt als einzige die bezirklichen Gesundheitsziele und will die Umsetzung in allen beteiligten Ämtern unterstützen sowie Sportangebote dauerhaft fördern.

Mehr Barrierefreiheit und Inklusion

Der öffentliche Raum, Sport- und Bewegungsflächen sowie Spielplätze sollen barrierefrei, zumindest barriereärmer und damit inklusiver werden (Grüne, Linke). Der SPD ist die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Ältesten an inklusiven Sportangeboten wichtig. Die Linke bekennt sich zur UN-Behindertenrechtskonvention und will die Rechte von Menschen mit Behinderungen in allen politischen Bereichen mitdenken.

Bei der CDU finden sich keine Passagen zu Inklusion und Sport.

Die Eishalle im Erika-Heß-Eisstadion mit der markanten Dachkonstruktion. Foto: Hensel
Die Eishalle im Erika-Heß-Eisstadion mit der markanten Dachkonstruktion. Foto: Hensel

Skate-Anlage, Eisstadion und Catcherwiese

Die SPD will das Erika-Heß-Eisstadion sanieren und weiter ertüchtigen.

Die Grünen und die SPD wollen eine neue Skate-Anlage im Bezirk errichten, die SPD hat hierfür den nördlichen Wedding im Sinn. Außerdem will die SPD das Skaten vor der Neuen Nationalgalerie erlauben.

Die Linke will mehr Schwimmangebote in der kalten Jahreszeit erreichen durch die Überdachung von Freibädern und die Errichtung von Traglufthallen. SPD und Grüne unterstützen die Idee des Flussbads, die SPD nennt außerdem das Freiwasserschwimmen am Plötzensee.

Die SPD will Verschattungen bei allen neuen oder zu sanierenden Spiel-, Pausen- und Aufenthaltsflächen errichten, hierfür soll ein Sofortprogramm gestartet werden.

Die CDU unterstützt die Olympia-Bewerbung Berlins. Die Linke spricht sich gegen eine Olympiabewerbung aus und sagen „Breitensport statt Olympia“. Gleichzeitig soll der Leistungssport gefördert und ausgebaut werden, äußert die Linke.

Die Linke setzt sich für Rahmenbedingungen und mögliche Förderungen für E-Sport und Gaming als niedrigschwellige Angebote für Jugendliche ein.

Eine neue Sportfläche will die CDU durch die Reaktivierung und Erschließung der Catcherwiese (im Volkspark Rehberge) schaffen. Sie soll zu einem Sportplatz umgebaut werden.

Weiterlesen zur Berlin-Wahl

Viele weitere Texte zur bevorstehenden Wahl sind auf der Seite Berlin-Wahl 2026 zu finden. Unser Schwerpunkt liegt auf Aspekten, die Wedding und Gesundbrunnen betreffen. Bisher erschienen sind unter anderem „Berlin-Wahl 2026: Wahlprogramme im Schnellcheck“ und „Auto, Rad, Kiezblock: Verkehr in den Programmen zur Berlin-Wahl„. Termine zum Wahlkampf wie Podiumsdiskussionen, Kiezfeste und Wahlworkshops sind im Beitrag „Unterwegs im Wedding – Spezial zur Berlin-Wahl“ gesammelt.

*Berücksichtigt wurden die Programme der derzeit im Bezirk Mitte größten Parteien. Wir beziehen uns bei der Auswahl auf die letzten Wahlergebnisse für die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen, nicht auf Wahl-Prognosen für die bevorstehende Wahl. Die Positionen weiterer Parteien sind auf deren Webseiten zu finden.

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Kommentare

  1. Avatar von Renate

    Schöne obige Zwischenüberschrift: „Sanieren statt verfallen“,
    aber Verfallen statt Senior.innen“?
    Was kommt da? Vielfältige Angebote und/oder erreichbare Orte?

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Liebe Renate, kannst Du Deine Frage/Anmerkung mit den Senior:innen nochmal anders formulieren? Irgendwie verstehe ich sie so nicht. Viele Grüße, Dominique

  2. Avatar von Renate

    Ja, das war etwas schebbs formuliert. Der Anspruch der Inklusion der Älteren garantiert noch nicht die Zugänglichkeit für die Bedarfe der Älteren. Hier und da gibt es das ein oder andere nette Angebot (Stuhlgymnastik o.ae), aber keine angemessene Auswahl.

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Liebe Renate, ich bin gar nicht sicher, in mit Inklusion im Sport zuvorderst die Älteren gemeint sind. Ich vermute es geht um Menschen mit Behinderungen. Das kann vielleicht Susanne Bürger aufklären…

    2. Avatar von Susanne Bürger

      Meine Einschätzung: Deine Beobachtung mit Bezug auf Ältere, trifft auf alle Zielgruppen zu. Du hast vollkommen Recht, Renate.

      Die Wahlprogramme der Parteien stellen insgesamt ja eher allgemeine Absichtserklärungen dar. Da werden keine konkreten Maßnahmen auf der Angebotsebene formuliert. Wie die „Teilhabe an inklusiven Sportangeboten“ aussehen soll (und woher überhaupt die inklusiven Sportangebote kommen sollen), wird gar nicht beschrieben.

      Im Kapitel „Sport soll für alle zugänglich sein“ sind noch Aussagen mit Bezug auf die Älteren zu finden. Stichworte „sozial gerechter, kostenloser und niedrigschwelliger Zugang“, „Einsamkeit“, „Präventionsangebote“ und „bezirkliche Gesundheitsziele“. Hier steckt Potenzial drin, dass du im Prinzip von allen Parteien erwarten kannst, dass sie auch etwas für eine flächendeckende(re) & angemessene Angebots-Palette für Ältere tun.

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