Der weiße Stier wird kopiert

Durch einen Artikel im Kiezmagazin ist die Suche nach der verloren geglaubten Marmor​skulptur aus dem Humboldthain angestoßen worden. Im vergangenen Jahr wurde der weiße Stier nach 77 Jahren wiedergefunden. Mitte Februar wurden die nächsten Schritte getan, um die Skulptur im Kiez wieder öffentlich auszustellen.

Der Torso der Stierskulptur wird derzeit beim Berliner Unterwelten e.V. gelagert. Foto: D. Hensel
Der Torso der Stierskulptur wird derzeit beim Berliner Unterwelten e.V. gelagert. Foto: D. Hensel

Berliner Unterwelten haben Skulptur gefunden

Der Berliner Unterwelten e.V., der den Stier gesucht, gefunden und geborgen hat, versammelte im Februar Fachleute verschiedener Gewerke am Gesundbrunnen – Archäologin, Bildhauer, Metallbearbeiter und einen Kunstgießer. Sie haben die zwischengelagerten Teile der Skulptur vermessen und Vorbereitungen für ihre Zukunft im Wedding getroffen.

„Die Skulptur ist zu beschädigt, um wieder im Humboldthain aufgestellt zu werden“, erklärte Archäologin Claudia Mehlisch. Stattdessen sollen die Teile jetzt mit einer möglichst filigranen Eisenhalterungskonstruktion fixiert und perspektivisch im Archäologischen Fenster an der Brunnenstraße am Rand des Humboldthains gezeigt werden. Dort sind die Teile durch einen Zaun und ein Dach geschützt.

Darf die Skulptur zurück in den Park?

Der Bildhauer war bei dem Termin wegen eines weitergehenden Plans vor Ort. „Der weiße Stier soll abgeformt, eine Replik erstellt werden. Diese könnte dann am alten Platz im Park aufgestellt werden“, sagt Eva Westphal von den Berliner Unterwelten. Die Bezirksverordneten unterstützen diesen Plan und viele – insbesondere ältere – Weddinger wünschen sich das, während das Gartendenkmalamt dem allerdings kritisch gegenüberstehen soll. Der Ausgang ist also noch ungewiss. Vielleicht müssen sich die Weddinger am Ende doch mit kleinen Stierskulpturen von dem einstigen Wahrzeichen begnügen, die die Berliner Unterwelten später zum Verkauf anbieten wollen.

Stierfigur wurde jetzt gescannt

Mitte Februar jedoch wurde die beschädigte Marmorskulptur von Ernst Moritz Geyger trotz der noch ungewissen Zukunft am Gesundbrunnen verladen und einmal um den Humboldthain herumgefahren. Auf dem Gelände des Straßen- und Grünflächenamtes an der Wiesenstraße, wo mehr Platz ist als in der derzeitigen Lagerstätte am Gesundbrunnen, wurde die Skulptur gescannt (3D-Laserscan) und genau vermessen.

Gemeinsam haben die Fachleute auch beraten, ob der abgebrochene Kopf wieder angebracht oder später separat neben dem Torso präsentiert werden soll. Nach der Begutachtung und Vermessung des weißen Stiers wurde die Skulptur wieder verladen und zurückgebracht an ihren Lagerplatz bei den Berliner Unterwelten.

Spendensammlung für das Projekt

Für das Projekt „Weißer Stier” sammeln die Berliner Unterwelten Spenden, bisher hat der Verein alle Kosten für Transport und Bergung selbst getragen. Nun werden für die Herstellung der Replik sowie des Metallgestells weitere Mittel benötigt. Wer dazu beitragen möchte, dass das alte Wahrzeichen aus dem Humboldthain wieder aufgestellt werden kann, der kann mit einer Geldspende helfen. Das sind die Kontodaten (bitte unbedingt den Verwendungszweck angeben):

Empfänger: Berliner Unterwelten e.V.
Bank: LBB – Berliner Sparkasse
IBAN: DE77 1005 0000 6600 3729 80
BIC: BELADEBEXXX
Verwendungszweck: Rekonstruktion Weißer Stier

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Der Text ist im gedruckten Kiezmagazin enthalten, das im März 2022 erschienen ist. Weitere Beiträge dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Die Frühlingsausgabe ist da!“ gesammelt und verlinkt.

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