Das noch neue Diesterbeet in der Swinemünder Straße ist ein Musterbeispiel für ehrenamtliches Engagement. Ein Kommentar zum Projekt.
Manchmal dauert es ewig, in Berlin ein Problem zu lösen. Manchmal ist der Kontakt mit dem Bezirksamt schwierig oder es finden sich einfach keine Menschen, die sich für eine nervige Sache zuständig fühlen und auch handeln. Doch manchmal ist es wie von Zauberhand anders.
In der Swinemünder Straße ist das geschehen. Vor dem denkmalgeschützten, ehemaligen Gymnasium ist jetzt ein Hochbeetgarten. Am Tag der Nachbarschaft Ende Mai ist das Diesterbeet scheinbar einfach so aufgeploppt. Die Initiative kam mitten aus dem Kiez und lässt nun Blümchen an einer tiefen Wunde im Viertel wachsen.





An einem Standort, an dem seit vielen Jahren nichts mehr geht – Schule weg, Bibliothek weg, genossenschaftlicher Wohnbau gescheitert, endloses politisches und Kompetenz-Gezerre hinter den Kulissen – hat irgendwer irgendwo einen Schalter umgelegt; und plötzlich stehen hier fast 25 selbst gezimmerte Hochbeete. Blumen, Kräuter, Tomaten wachsen und gedeihen.
Die blockierenden Kräfte haben einen Moment nicht aufgepasst und schon haben sich die Nachbarn ein Stück Stadt zurückerobert. Richtig so! Kein illegales Parken mehr, kein Platz für Müll, kein toter Raum. Hier wird jetzt gegärtnert, eine unschöne Brache bekommt unglaublich viel Pflege und Liebe. Das ist Balsam auf die Kiezseele, Heilerde für das Pflänzchen Engagement, das im Brunnenviertel nun weitere zarte Blüten zeigt. Möge das nur der Anfang sein und die Nachbarschaft an diesem positiven Beispiel Mut und Ideen schöpfen!
Wer neugierig geworden ist, kann bei einem Spaziergang durch die Swinemünder Straße das Wachsen des Diesterbeets beobachten. Bei Fragen zu dem Projekt einfach eine E-Mail an brunnengaerten@brunnenviertel.de senden.
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Mehr Beiträge über die Stadtgärten im Wedding und in Gesundbrunnen sind auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding (Abschnitt „Urbanes Gärtnern“) zu finden.
Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Mit der Kamera durch den Kiez“ enthalten, das im September 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Mit der Kamera durch den Kiez“ gesammelt und verlinkt.

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