Diesterbeet: Liebevoll gepflegte Hochbeete

Das Diesterbeet ist noch ganz neu im Kiez. Der aus 24 Hochbeeten bestehende Gemeinschaftsgarten vor dem ehemaligen Standort des Diesterweg-Gymnasiums erfreut Anwohnende und Passanten gleichermaßen. Der Stadtgarten entstand wegen einer Sperrung des Gleimtunnels, der einige hundert Meter Luftlinie entfernt ist.

Noch ist das Schild am neuen Stadtgarten Diesterbeet provisorisch. Foto: D. Hensel
Noch ist das Schild am neuen Stadtgarten Diesterbeet provisorisch. Foto: D. Hensel

Entstehung eines neuen Stadtgartens

Was hat der Gleimtunnel mit der Entstehung des Gemeinschaftsgartens Diesterbeet zu tun? Als der Tunnel im Herbst 2017 durch ein Unwetter volllief, wurde er gesperrt. Die Gleimstraße war somit für den Autoverkehr nicht mehr passierbar. Die Sperrung blieb noch eine Weile länger als zur Beseitigung der Schäden nötig, weil vor dem Tunnel die Straßenführung geändert wurde und die neue Straße, der Lichtburgring, gebaut wurde. Diese Situation veränderte nicht nur den Verkehrsfluss. Die Swinemünder Straße etablierte sich in dieser Zeit als Abkürzung für den KfZ-Verkehr. Der Platz vor dem ehemaligen Gymnasium wurde gleichzeitig noch stärker als Parkplatz und als Abstellplatz für Autowracks und Sperrmüll genutzt.
 
Nun möchte man denken, dass mit der Wiedereröffnung des Gleimtunnels die Abkürzung überflüssig geworden wäre. Schließlich ist die Swinemünder Straße keine normale Straße sondern eine Promenade für den Fuß- und Fahrradverkehr. Doch der motorisierte Verkehr blieb – und auch die Vermüllung. Anwohnerinnen und Anwohner aus der direkten Nachbarschaft, die langjährig eine Promenade kannten (und sie in der lieb gewonnenen Weise zurückhaben wollten), wurden aktiv. Weil sie allein nicht weiterkamen, baten sie den Brunnenviertel e.V. um Unterstützung.

Diesterbeet verhindert auch wildes Parken

Der Stadtteilverein initiierte gemeinsam mit den betroffenen Menschen die Mach-Mit-Gruppe, holte das Quartiersmanagement und die Stadtteilkoordination mit ins Boot. Es gab gemeinsame Treffen, um zu überlegen, wie die Situation verbessert werden könnte. Auf der Swinemünder Straße fanden unter anderem Sprühaktionen statt, um mit weiteren Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Mit Schablonen und Sprühkreide wurden Piktogramme wie das Fußgängersymbol oder „Bitte Schritt fahren“ auf den Boden aufgebracht.

Eine positive Wirkung war, dass eine Zeit lang langsamer gefahren wurde. Aber es gab noch das Problem mit dem Wildparken auf dem Platz vor dem ehemaligen Gymnasium. Weil er zum Schulgelände gehört, ist er kein öffentlicher Raum. Es gibt hier also andere Zuständigkeiten, die recherchiert werden mussten.

Lösung mit dem Amt gefunden

Eine Anwohnerin fand den Kontakt heraus. Weil ihre E-Mail nicht beantwortet wurde, hat der Brunnenviertel e.V. unterstützt und es gab einen regen Austausch per E-Mail sowie (pandemiebedingt) per Videokonferenz mit dem Facility Management des Bezirksamts. Anfangs war das Amt etwas zögerlich, aber als klargestellt werden konnte, dass es nicht ums Meckern geht, sondern um die gemeinsame Erarbeitung einer Lösung, ging alles glatt. Die Lösung: Den Wildparkenden verstellt man einfach die Fläche. Und was ist friedlicher als liebevoll gepflegte Hochbeete?
 
Inzwischen haben alle Hochbeete Paten gefunden, die mit Freude Kräuter, Tomaten und Blumen anpflanzen. Die meisten Patinnen und Paten kommen aus der direkten Nachbarschaft. Von den ersten Aktivitäten bis zur Einweihung des Diesterbeets sind drei Jahre ins Land gegangen. Gut Ding will Weile haben!

Text: Dunja Berndt, Foto: Dominique Hensel

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Mehr Beiträge über die Stadtgärten im Wedding und in Gesundbrunnen sind auf der Seite Nachhaltigkeit im Wedding (Abschnitt „Urbanes Gärtnern“) zu finden.

Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Mit der Kamera durch den Kiez“ enthalten, das im September 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Mit der Kamera durch den Kiez“ gesammelt und verlinkt.

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