Der Edeka-Markt in der Ackerstraße ist seit Ende Juli geschlossen. Grund für das Aus ist eine Sanierung durch die Wohnungsgesellschaft degewo. Kommt ein neuer Markt, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind?

„nah und gut“ hieß es jahrzehntelang in der Ackerstraße 117 und 118. Dort betrieb Manfred Zahl einen Lebensmittelladen und einen Getränkemarkt. Weithin leuchtete das Gelb der Edeka-Dachmarke. Damit ist nun Schluss. Endgültig oder vorübergehend? Grund für den Auszug des Supermarktes ist eine Sanierung der Gebäude. Die Wohnungsgesellschaft degewo dämmt die Häuser im Karree. „Wir sanieren das Objekt voraussichtlich ab September bis zum Ende des Jahres“, schrieb die Pressestelle der degewo dem brunnen-Magazin im Juli auf Nachfrage.
Was kommt nach Edeka?
Die wichtigste Frage, die Anwohner umtreibt: Wird danach wieder ein Supermarkt einziehen? Die degewo antwortet: „Nach der Sanierung planen wir, wieder einen Markt am Standort zu etablieren.“ Experten der Immobilienwirtschaft sagen allerdings, dass die Untergrenze für einen Supermarkt 400 Quadratmeter beträgt. Auf diese Minimalgröße käme ein neuer Händler nur, wenn er die beiden baulich getrennten Läden erneut zu einem Geschäft zusammenfassen würde. Der Lebensmittelmarkt verfügt über 313 Quadratmeter, der Getränkeladen nebenan über 192 Quadratmeter.
Im Kiez wird über die Zukunft des Standorts spekuliert. Nicht ausgeschlossen scheint, dass ein Späti einzieht wie im Degewo-Neubau in der Gleimstraße. Alternativ könnten sich tatkräftige Anwohner zu einer Genossenschaft zusammenschließen und nach dem Vorbild SuperCoop Berlin e.G. (Standort: Osramhöfe an der Seestraße) ihren eigenen Supermarkt nach ihren Bedürfnissen gründen.
Betreiber hat zwei weitere Läden
Nach dem Abverkauf sämtlicher Waren am Ackerplatz kümmert sich Händler Manfred Zahl zusammen mit seinen beiden Töchtern um zwei Läden in Charlottenburg und Zehlendorf. Eines der beiden Geschäfte hat das Familienunternehmen erst vor einem Jahr eröffnet. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt traf die Kündigung der degewo ein. Allerdings arbeitete Zahl zu diesem Zeitpunkt bereits von Jahr zu Jahr. Die Mietverträge waren stets befristet. „Wir wussten ja, dass eines Tages die Sanierung kommt“, sagt ein Mitarbeiter.
Möglich, dass Investitionen aus diesem Wissen heraus unterblieben. Die Rezensionen in der Suchmaschine Google sind entsprechend kritisch. „Rechtschaffen schmutzig“ und „Kühltruhen alt und wenig vertrauenserweckend“, schreibt Hans Meyer. Sein Kommentar ist der jüngste auf Google. Den kurzen Weg zu Makkaroni, Kalbsroulade und Kaffeekuchen wertzuschätzen, wussten dagegen Senioren. Viele von ihnen wohnen in dem benachbarten altersgerechten Wohnhaus mit der Hausnummer 116.
Was war hier vor dem Supermarkt?
Manfred Zahl war 17 Jahre lang Inhaber des kleinen Marktes. Doch schon ab dem Jahr 2000 versorgte ein Edeka den Kiez, erinnert sich der Ladenbesitzer. Was vor dieser Zeit war, weiß Herr Zahl nicht. Falls Sie wissen, welches Geschäft vor der Jahrtausendwende dort seine Waren verkaufte, schreiben Sie eine E-Mail an die Redaktion (redaktion@brunnenmagazin.de).

Weiterlesen
Im Mai 2024 hat in einem Teil des ehemaligen Edeka-Marktes der Kiezshop am Ackerplatz eröffnet. Mehr dazu steht im Beitrag „Kiezshop am Ackerplatz kommt“. Im anderen Teil des Gewerberaums ist das Künstlerkollektiv stattlab eingezogen. Künstlerin Jördis Hirsch stellt das Projekt im Beitrag „Kunstvolle Grüße an den Kiez“ vor.
Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Mit der Kamera durch den Kiez“ enthalten, das im September 2021 erschienen ist. Weitere Beiträge aus dieser Ausgabe sind im Beitrag „Neues Kiezmagazin: Mit der Kamera durch den Kiez“ gesammelt und verlinkt.

Kommentar verfassen