Ein Ersatzbau für die Ernst-Reuter-Schule

Endlich. An der Ernst-Reuter-Schule im Brunnenviertel ist die Erleichterung groß, dass die seit vielen Jahren angekündigte Sanierung der Schulgebäude nun wirklich beginnt. Allerdings ist ein Preis zu zahlen. Die rund 1000 Schüler müssen während der Bauarbeiten ihre Schulhäuser zwischen Stralsunder und Strelitzer Straße verlassen. An andere Oberschulen können sie nicht wechseln, weil diese wegen der hohen Schülerzahlen in ganz Berlin ausgelastet sind. Deshalb wird ein provisorischer Ersatzbau errichtet.

Die Ernst-Reuter-Schule von der Bernauer Straße aus gesehen. Die Schule soll saniert werden. Foto: Hensel
Die Ernst-Reuter-Schule von der Bernauer Straße aus gesehen. Die Schule soll saniert werden. Foto: Hensel

Den Ersatzbau stellt das Land Berlin für 21 Millionen Euro auf. Es soll ein Modulbau werden. „Sie werden nicht sehen, dass es Container sind“, verspricht Schulstadtrat Benjamin Fritz (CDU) bei einer Infoveranstaltung am 28. November im Olof-Palme-Zentrum im Brunnenviertel. Auch wenn die Bauweise später getarnt ist, in puncto Zeit macht sie sich bemerkbar. So soll Baustart im vierten Quartal 2025 sein und Unterrichtsbeginn schon ein Jahr darauf. 500 bis 600 Schüler werden in den drei Etagen des Behelfsbaus lernen. Geplant ist, dass die Ernst-Reuter-Schule bis zum Jahr 2031 auf Vordermann gebracht sein wird. Schulstadtrat Benjamin Fritz, der auch für Sport zuständig ist, sagt, dass auch eine Doppelsporthalle mit zusammen zwei Dreifelderhallen gebaut wird.

Auf dem ehemaligen Schulsportplatz soll der Ersatzbau entstehen. Foto: Hensel
Auf dem ehemaligen Schulsportplatz soll der Ersatzbau entstehen. Foto: Hensel

Für die Sanierung der Oberschule sind laut aktuellem Bericht der Schulbauoffensive 130 Millionen Euro – ohne den Zwischenbau – veranschlagt. Bauarbeiten und Kosten der Erneuerung übernimmt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Im Gegenzug vermietet die Howoge die Schule für mehr als 30 Jahre an das Land Berlin. Diese Form der versteckten Kreditaufnahme hatte sich das Land Berlin beim Start der Schulbauoffensive 2016 ausgedacht.

Ungewöhnlich ist, dass die Zwischenlösung für die Ernst-Reuter-Schule auf einem Sportplatz direkt neben einer leerstehenden Schule entsteht. Platz für den Ersatzbau fand der Bezirk in unmittelbarer Nachbarschaft des früheren Diesterweg-Gymnasiums (davor Ranke-Gymnasium). Dieses Schulhaus ist seit 2011 ungenutzt. Für die Instandsetzung des denkmalgeschützten, orangefarbenen Hauses fand sich bislang kein Geld. Die Kosten für den Leerstand haben sich über die vielen Jahre hinweg auf einen Millionenbetrag summiert.

Stadtteilkoordinator Jochen Uhländer (links) und Bezirksstadtrat Benjamin Fritz bei der Informationsveranstaltung im Olof-Palme-Zentrum. Foto: Schnell
Stadtteilkoordinator Jochen Uhländer (links) und Bezirksstadtrat Benjamin Fritz bei der Informationsveranstaltung im Olof-Palme-Zentrum. Foto: Schnell
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