Mit der U18-Wahl hat Jakob Hensel schon politische Erfahrung gesammelt, lange bevor er offiziell wählen durfte. Im September wird er in Berlin zum ersten Mal bei einer echten Wahl seine Stimme abgeben und gehört damit zu den Erstwählern der Berlin-Wahl. Im Gespräch erzählt er, wie früh Politik in seinem Alltag präsent war, warum er dem demokratischen System vertraut und wie er sich über Parteien und aktuelle Entwicklungen informiert.

Du hast im Kiezmagazin schon darüber geschrieben, dass Du seit langem bei der U18-Symbolwahl mitgemacht hast. Wann hat das angefangen und warum?
Jakob Hensel: Bei den U18-Wahlen mache ich schon fast so lange mit, wie ich denken kann. Am Anfang wusste ich nicht mal so genau, um was es geht und was Parteien überhaupt sind; ich habe einfach irgendetwas angekreuzt. Nach Lust und Laune sozusagen. Meine Eltern haben mich schon früh zur U18-Wahl mitgenommen und so ist es für mich ganz normal geworden zu wählen
Im September darfst Du bei der Berlin-Wahl zum ersten Mal richtig wählen. Freust Du Dich?
Jakob Hensel: Ich finde es auf jeden Fall gut, nicht mehr nur symbolisch zu wählen, sondern zu wissen, dass das, was ich auf dem Zettel ankreuze, wirklich Auswirkungen hat. Das Wählen kenne ich aber auch schon von der U18-Wahl, deshalb sind für mich die Wahl oder der Stimmzettel weniger aufregend als das Wissen, dass ich jetzt alt genug bin, um richtig zu wählen.
Studien sprechen davon, dass das Vertrauen in Demokratie und Parteiensystem nachlässt. Ist das bei Dir auch so?
Jakob Hensel: Nein, ich wüsste nicht, warum ich das aktuelle System grundsätzlich ablehnen sollte. Ich kann auch nicht sagen, dass ich kein Vertrauen hätte. Die Demokratie kann und muss nicht zu 100 Prozent perfekt sein. Ich suche mir eine Partei aus, der ich am ehesten zutraue, gute Regierungsarbeit zu machen und wähle sie. Am Ende kommt es ja nicht auf meine persönliche Meinung an oder darauf, wie genau das System ist. Er kommt darauf an, dass wir in einer Demokratie leben, in der Kompromisse gefunden und Mittelwege gegangen werden. Dieses Konzept unterstütze ich, ob mit Parteien oder ohne.
Wie informierst Du Dich über das politische Geschehen und über die Ziele der Parteien?
Jakob Hensel: Vieles weiß ich daher, weil ich mich schon sehr lange für Politik interessiere. Dadurch habe ich schon ein relativ gutes Bild davon, wo die Parteien und ich jeweils politisch stehen. Für die aktuellen Nachrichten gucke ich jeden Tag Tagesschau im Fernsehen und folge der Tagesschau auch auf Instagram.Mir ist es sehr wichtig, dass ich die Nachrichten von einer mehr oder weniger neutralen Quelle und nicht von jemandem aus meiner Meinungs-Bubble mitgeteilt oder eingeordnet bekomme.
Weißt Du schon, welche Partei Du wählen wirst?
Jakob Hensel: Ja
Hast Du Dich auch als Wahlhelfer angemeldet?
Jakob Hensel: Ich würde schon sagen, dass ich Politik interessant finde und habe auch ernsthaft überlegt, Wahlhelfer zu sein. Es ist für mich aber auch Tradition geworden, die Wahlprognose um 18 Uhr und den darauffolgenden Wahlabend im Fernsehen anzusehen. Und das Ergebnis live zu sehen, zu dem ich das erste Mal ein klitzekleines bisschen beigetragen habe, das war dann doch wichtiger für mich.
Transparenzhinweis: Die Fragen stellte Brunnenmagazin-Chefredakteurin Dominique Hensel. Sie ist zugleich die Mutter des Interviewten.
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