Berlin-Wahl 2026: Jetzt zählt meine Stimme richtig

Mit der U18-Wahl hat Jakob Hensel schon politische Erfahrung gesammelt, lange bevor er offiziell wählen durfte. Im September wird er in Berlin zum ersten Mal bei einer echten Wahl seine Stimme abgeben und gehört damit zu den Erstwählern der Berlin-Wahl. Im Gespräch erzählt er, wie früh Politik in seinem Alltag präsent war, warum er dem demokratischen System vertraut und wie er sich über Parteien und aktuelle Entwicklungen informiert.

Hier geht's zur Berlin-Wahl 2026. Foto/Montage: Hensel
Hier geht’s zur Berlin-Wahl 2026. Foto/Montage: Hensel

Du hast im Kiezmagazin schon darüber geschrieben, dass Du seit langem bei der U18-Symbolwahl mitgemacht hast. Wann hat das angefangen und warum?
Jakob Hensel:
Bei den U18-Wahlen mache ich schon fast so lange mit, wie ich denken kann. Am Anfang wusste ich nicht mal so genau, um was es geht und was Parteien überhaupt sind; ich habe einfach irgendetwas angekreuzt. Nach Lust und Laune sozusagen. Meine Eltern haben mich schon früh zur U18-Wahl mitgenommen und so ist es für mich ganz normal geworden zu wählen

Im September darfst Du bei der Berlin-Wahl zum ersten Mal richtig wählen. Freust Du Dich?
Jakob Hensel:
Ich finde es auf jeden Fall gut, nicht mehr nur symbolisch zu wählen, sondern zu wissen, dass das, was ich auf dem Zettel ankreuze, wirklich Auswirkungen hat. Das Wählen kenne ich aber auch schon von der U18-Wahl, deshalb sind für mich die Wahl oder der Stimmzettel weniger aufregend als das Wissen, dass ich jetzt alt genug bin, um richtig zu wählen.

Studien sprechen davon, dass das Vertrauen in Demokratie und Parteiensystem nachlässt. Ist das bei Dir auch so?
Jakob Hensel:
Nein, ich wüsste nicht, warum ich das aktuelle System grundsätzlich ablehnen sollte. Ich kann auch nicht sagen, dass ich kein Vertrauen hätte. Die Demokratie kann und muss nicht zu 100 Prozent perfekt sein. Ich suche mir eine Partei aus, der ich am ehesten zutraue, gute Regierungsarbeit zu machen und wähle sie. Am Ende kommt es ja nicht auf meine persönliche Meinung an oder darauf, wie genau das System ist. Er kommt darauf an, dass wir in einer Demokratie leben, in der Kompromisse gefunden und Mittelwege gegangen werden. Dieses Konzept unterstütze ich, ob mit Parteien oder ohne.

Wie informierst Du Dich über das politische Geschehen und über die Ziele der Parteien?
Jakob Hensel:
Vieles weiß ich daher, weil ich mich schon sehr lange für Politik interessiere. Dadurch habe ich schon ein relativ gutes Bild davon, wo die Parteien und ich jeweils politisch stehen. Für die aktuellen Nachrichten gucke ich jeden Tag Tagesschau im Fernsehen und folge der Tagesschau auch auf Instagram.Mir ist es sehr wichtig, dass ich die Nachrichten von einer mehr oder weniger neutralen Quelle und nicht von jemandem aus meiner Meinungs-Bubble mitgeteilt oder eingeordnet bekomme.

Weißt Du schon, welche Partei Du wählen wirst?
Jakob Hensel:
Ja

Hast Du Dich auch als Wahlhelfer angemeldet?
Jakob Hensel:
Ich würde schon sagen, dass ich Politik interessant finde und habe auch ernsthaft überlegt, Wahlhelfer zu sein. Es ist für mich aber auch Tradition geworden, die Wahlprognose um 18 Uhr und den darauffolgenden Wahlabend im Fernsehen anzusehen. Und das Ergebnis live zu sehen, zu dem ich das erste Mal ein klitzekleines bisschen beigetragen habe, das war dann doch wichtiger für mich.

Transparenzhinweis: Die Fragen stellte Brunnenmagazin-Chefredakteurin Dominique Hensel. Sie ist zugleich die Mutter des Interviewten.

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Mehr Texte zur bevorstehenden Wahl sind auf der Seite Berlin-Wahl 2026 zu finden. Unser Schwerpunkt liegt auf Aspekten, die Wedding und Gesundbrunnen betreffen.

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Hallo

    es war 1975… die Volljährigkeit wurde von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt und im selben Jahr fand auch noch eine Wahl statt. Was für ein Glückspilz ich war, Lehre beendet, endlich Filme ab 18 sehen dürfen, länger alleine unterwegs sein, in der Öffentlichkeit durfte ich rauchen und auch ein Bier trinken und natürlich Wählen dürfen.
    Damals war das einfacher, es gab nur 3 Parteien und zwei von diesen bekamen immer die Mehrheit, also konnte durchgesetzt werden was vor der Wahl versprochen wurde…. aber auch nicht immer. Heute gibt es 7 Parteien was meistens zu einer 3er Koalition führt…da werden dann fast immer Kompromisse geschlossen und die Wahlversprechen sind dann obsolet… fast immer… leider.
    Ehrlich, lieber Jakob Hensel Du hast es etwas schwerer…. Viel Erfolg bei der Wahl der ,,richtigen“ Partei !! Gibt es die überhaupt ?? ;)

  2. Avatar von Renate Straetling

    Lieber Jakob, oft ist es im Wahllokal abends 18 Uhr so, dass irgendjemand unter den Wahlhelfenden im Hintergrund über Handy oder Miniradio die Meldungen zu den Hochrechnungen gut hörbar laufen lässt. Da versäumt man nicht viel gegenüber zuhause.
    Es ist total spannend, im Wahllokal die Stimmabgaben bis 18:00 und das Auszaehlen ab 18:00 mitzumachen!

    1. Avatar von Jakob
      Jakob

      Ah ok. Auf jeden Fall ein Grund es mal auszuprobieren

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