5 Frühlings-Lesetipps vom Buchbistro Frau Polda

Ob Roman, Comic oder Kinderbuch – manchmal braucht es nur ein gutes Buch, um in eine andere Welt einzutauchen, neue Perspektiven zu entdecken oder einfach einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Svenja Monert vom Buchbistro Frau Polda am Leopoldplatz hat für das Brunnenmagazin wieder eine Auswahl an Titeln zusammengestellt, die sie und ihr Team in den letzten Monaten besonders begeistert haben.

Von feinfühligen Familiengeschichten über dystopische Roadtrips bis hin zu fantastischen Monsterabenteuern für Kinder: Hier sind fünf Bücher für unterschiedliche Altersgruppen und Lesestimmungen – vielleicht ist ja auch euer nächstes Lieblingsbuch dabei.

Svenja Monert empfiehlt für den Frühling fünf Bücher. Foto: Svenja Monert
Svenja Monert empfiehlt für den Frühling fünf Bücher. Foto: Svenja Monert

Buchtipp 1: „Die Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler

Die Hauptfigur in Leon Englers Debutroman hat Angst, verrückt zu werden. Psychische Erkrankungen kommen in seiner Familie gehäuft vor. Und so ist man dabei, wie er sein Leben und seine Familiengeschichte beobachtet und seziert, erst in verschiedenen Großstädten lebt, um dann aber doch aufs Land zu ziehen – schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, psychisch zu erkranken, in Großstädten statistisch höher.

Mein Fazit: Mit viel Feingefühl schreibt der Autor und studierte Psychologe über ein Leben auf dem gefühlten Drahtseil, über Irrungen und Wirrungen in familiären Beziehungen und dem Loslassen des eigenen vermeintlichen Schicksals. Buch, in dem selbst gar nicht so viel passiert, die Sprache dafür umso mehr bewegt.

Leon Engler: Die Botanik des Wahnsinns, DuMont Verlag, Hardcover, 23 Euro

Das Buch "Botanik des Wahnsinns" - mit Kaffee. Foto: Svenja Monert
Das Buch „Botanik des Wahnsinns“ – mit Kaffee. Foto: Svenja Monert

Buchtipp 2: „Endling“ von Jasmin Schreiber

Ein Tipp aus dem Team! „Ein unterhaltsames feministisches Gedankenspiel“ (Sophie)

„Endling“ erzählt die Familiengeschichte von Zoe, ihrer 16-jährigen Schwester Hanna, ihrer alkoholkranken Mutter und ihrer Tante Auguste im Jahr 2041. Während Zoes Mutter in der Reha ist, begeben sich die anderen drei auf einen Roadtrip zu entlegenen Frauendörfern, um Sophie – Augustes verschollene Brieffreundin – zu finden. Ein dunkler schwedischer Wald, die Folgen des Klimawandels und eine restriktive Politik stellen die Familie, die Gesellschaft der Zukunft und auch die Leser:innen auf die Probe.

Mein Fazit: Trotz der angeschnittenen düsteren Themen, schafft die Autorin auch einen Hauch von Leichtigkeit in die Geschichte zu bringen. Nicht zuletzt dank der tollen Hauptfiguren.

Jasmin Schreiber: Endling, Eichborn Verlag, Taschenbuch, 14 Euro

Der Roman "Endling" - und ein Stückchen Kuchen. Foto: Svenja Monert
Der Roman „Endling“ – und ein Stückchen Kuchen. Foto: Svenja Monert

Buchtipp 3: „Mama, bitte lern Deutsch“ von Tahsim Durgun

„Wie kann es sein, dass eine Frau, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebt, immer noch nicht die Sprache spricht?“ Diese Frage könnte aus eher mitte-rechts-konservativen Kreisen kommen, aber in diesem Fall stellt diese Frage aber Tahsim Durgun. Der Sohn besagter Frau, einer kurdischen Muslimin aus der Türkei.

Schon im Grundschulalter muss Tahsim Behördenbriefe und Lehrer:innen übersetzen und ist so maßgeblich für das Funktionieren des Familienlebens verantwortlich. Das Buch ist eine Reise in seine Familiengeschichte, seine Kindheit und Jugend, die beispielhaft für viele unerzählte oder ignorierte Biografien migrantischer Familien. Wie er so schön schreibt: „Diese Buch hilft mir, meine Mutter besser zu verstehen, und dir, Deutschland besser zu verstehen.“

Mein Fazit: Ein Buch, das in einem Land, das sich zunehmend kälter anfühlt, eine Hand ausstreckt und das Herz anknipst. Ganz toll!

Tahsim Durgun: Mama, bitte lern Deutsch!, Knaur HC, Paperback, 18 Euro

Das Buch "Mama, lern bitte Deutsch" - und Focaccia. Foto: Svenja Monert
Das Buch „Mama, lern bitte Deutsch“ – und Focaccia. Foto: Svenja Monert

Buchtipp 4: „Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo“ von Drew Weing

Ein rasanter Comic für Kinder, die das Gruseln lieben. Charles zieht mit seinen Eltern in ein ehemaliges Hotel, das sein Vater renoviert. Doch das Hotel ist nur vermeintlich leer und verlassen. Im Dunkeln verbergen sich wilde Gestalten, Monster und Geister und machen Charles das Leben im Hotel schwer.

Zum Glück bekommt Charles über geheime Kinderquellen eine Visitenkarte zugesteckt. „Margo Maloo – Monster-Mediatorin“ steht drauf. Der Beginn eines wilden Abenteuers und einer außergewöhnlichen Freundschaft.

Mein Fazit: Ein durch und durch fantastischer Comic mit außergewöhnlich mutigen und gewitzten Kindern und endlich mal eine Geschichte in der es einfach keine Rolle spielt, dass Jungs oder Mädchen wahlweise cool oder doof sind. Kinder sind Kinder sind beste Monsterjäger:innen.

Drew Weing: Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo, Comic ab 8 Jahren, Reprodukt Verlag, Hardcover, 18 Euro

Der Comic "Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo" aus dem Weddinger Reprodukt-Verlag - und ein Stückchen Kuchen. Foto: Svenja Monert
Der Comic „Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo“ aus dem Weddinger Reprodukt-Verlag – und ein Stückchen Kuchen. Foto: Svenja Monert

Buchtipp 5: „Es wird Frühling, kleiner Bär!“ von Elli Woollard und Briony May Smith

Ein kleiner Bär wacht von seinem Winterschlaf auf und ist allein. Der Wald ist noch schneebedeckt, aber sanft goldenes Sonnenlicht hüllt alles ein. Der kleine Bär wagt sich hinaus in die Welt, obwohl er allein ist – zunächst. Als er einen kleinen Stein findet, der auch allein zu sein scheint, ist es schnell beschlossen: Der Stein kommt mit und gehört nun zu dem kleinen Bären. Gemeinsam erkunden sie die langsam aufwachende Welt.

Und in schönen Reimen hören wir es im Buch „singen, von Frühling und Freundschaft – von magischen Dingen.“ Und am Ende hält der Stein auch noch eine Überraschung parat.

Mein Fazit: Ein Buch, den Frühling nicht bloß erklärt, sondern zeigt und die Sehnsucht danach nochmal beflügelt.

Elli Woollard und Briony May Smith: Es wird Frühling, kleiner Bär!, ab 4 Jahren, Ars Edition GmbH, Hardcover, 16 Euro

Das Buch "Es wird Frühling, kleiner Bär" - und ein Orangensaft. Foto: Svenja Monert
Das Buch „Es wird Frühling, kleiner Bär“ – und ein Orangensaft. Foto: Svenja Monert

Ein Hallo aus dem Buchbistro

Hallo, ich bin Svenja und Mitbegründerin des Buchbistros Frau Polda am Leopoldplatz. Ich freue mich sehr, dass ich euch hier vier Mal im Jahr einige Bücher zeigen kann, die mich und/oder unser Team in den letzten Monaten besonders begeistert haben.

Die Buchtipps und natürlich auch andere Titel für Kinder, Jugendliche und Erwachsene findet ihr bei uns in der Maxstraße 10c. Wenn ihr bestimme Bücher sucht, bestellen wir euch die auch sehr gern. Kommt vorbei oder schreibt uns eine E-Mail.

Wir haben außerdem eine kleine Kinderecke, Leseexemplare, leckeren kalabresischen Kaffee, super Focaccia und eine kleine Auswahl an alkoholischen (Spritz mit Aperol, Campari oder Limoncello, Moretti) und nichtalkoholischen Getränken (Limo, alkoholfreier Spritz oder Gin Tonic, Peroni).

Farbtupfer in der Maxstraße: das Buch-Café Frau Polda. Foto: Hensel
Farbtupfer in der Maxstraße: das Buchbistro Frau Polda. Foto: Hensel

Wie ihr Frau Polda erreicht

Das Buchbistro Frau Polda gibt es seit dem Frühling vergangenen Jahres – also fast ein Jahr. Es befindet sich in der Maxstraße 10c. Ihr könnt dort einfach reinspazieren und stöbern. Oder ihr bestellt im Online-Shop oder auch per E-Mail an kontakt@fraupolda.de. Online hat Frau Polda auch ein Zuhause, nämlich hier: fraupolda.de.

Mehr über das Buchbistro steht auch im Artikel Frau Polda: Bücher und Focaccia für den Leo.

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