Frau Polda: Bücher und Focaccia für den Leo

Für den Wedding ist das ein ganz besonderes Geschäft. Man kann es nicht anders sagen: Frau Polda in der Maxstraße ist ein Lichtblick in der ganzen Gegend. Wo das Karstadt geschlossen hat, es nur einen Buchladen und höchstens ein Antiquariat gibt, dafür einen Haufen Probleme, da haben Svenja Monert und Alessandro Fino in diesem Frühjahr ein Buchbistro eröffnet. Ein Buchbistro, man muss es ganz langsam sagen, so wie man ein Stück Lieblingsschokolade ganz langsam genießt. Ein Buchbistro.

Farbtupfer in der Maxstraße: das Buch-Café Frau Polda. Foto: Hensel
Farbtupfer in der Maxstraße: das Buch-Café Frau Polda. Foto: Hensel

Svenja und Alessandro: Frau Polda sind zwei

Frau Polda, das sind eigentlich zwei. Zwei Personen, zwei Ideen. Svenja ist in Bielefeld groß geworden und hat früher im Verlagsbereich gearbeitet. Sie bringt die Bücher mit: Romane, Kinderbücher, Sachbücher, englischsprachige Bücher. Alessandro, der in der Pandemie aus Italien nach Deutschland kam, bringt Focaccia, italienische Kaffeebohnen, sehr schokoladige Brownies und den berühmten Espresso mit, der in Italien gern im Stehen am Tresen getrunken wird. Beide zusammen sind Frau Polda.

Das mit dem Namen für das gemeinsame Café war nicht ganz einfach, wie Svenja erzählt: „Wir haben zusammen sehr lange über den Namen nachgedacht und es gab viele Ideen, die dann wieder verworfen wurden. Dann kamen wir auf den alten italienischen Frauennamen Leopoldina. Wir haben uns dann für Frau Polda entschieden, weil sich das klanglich an ‚Leopoldplatz‘ anlehnt.“

Frau Polda, das sind zwei: Alessandro Fino und Svenja Monert. Foto: Hensel
Frau Polda, das sind zwei: Alessandro Fino und Svenja Monert. Foto: Hensel

Neu am Leo und schon mittendrin

Im Klischee sind es die Italiener, die schnell und viel reden, gern auch mit den Händen. Doch auch Svenja mag es lebendig, wie sie sagt. Mit ihrer offenen und fröhlichen Art kommen die beiden Buchbistro-Betreiber gut an am hinteren Leopoldplatz. „Hier sind super viele Leute im Kiez, die sehr genau gucken, was hier passiert“, sagt Svenja.

Was passiert, ist vielfältig. Man kann bei Frau Polda Bücher kaufen oder bestellen, Espresso im Stehen oder im Sitzen trinken, die Kinder können auf die zweite Ebene im hinteren Bereich des Geschäfts in Büchern blättern oder malen, man kann auf den Stühlen vor der Tür sehr entspannt sitzen und Focaccia nach Alessandros eigenem Rezept probieren oder auf einen Kiez-Plausch vorbeikommen. Es gibt auch Veranstaltungen, zum Beispiel von einem feministischen Buchklub. Und wenn irgendwas im Kiez los ist, dann ist Frau Polda gern dabei – zum Beispiel beim Sommerkino auf dem Leopoldplatz oder beim Lese- und Literaturfest „Leo liest!“ am 20. September.

Focaccia, Espresso und Aperol Spritz

Alessandro, der eigentlich aus Florenz kommt, wohnt seit fünf Jahren am Leopoldplatz. Er kennt den Platz und seine Probleme genau. „Wir sind hier am Leopoldplatz und wir wissen, was der Leopoldplatz ist. Hier ist ein Platz, wo es viele Probleme gibt, und es gibt Menschen, die nicht so viel Geld haben“, sagt der Italiener. Deshalb will Frau Polda auf die Preise achten, nicht die teuersten Preise auf der Tafel stehen haben.

Durch die Buchpreisbindung gibt es bei den Büchern keinen Spielraum, aber beim Bistro schon. „Wir bieten zum Beispiel Aperol mit Prosecco oder mit Frizzante an und auch zwei Größen“, sagt Svenja. So kann ein Aperol Spritz 5 Euro kosten oder 8,50 Euro. Auch bei anderen Angeboten aus Alessandros Gastrobereich gibt es oft mehrere Preisvarianten. Wer frisch gemachte Focaccia pur bestellt, bezahlt 3,40 Euro. Mit Topping gibt es Focaccia für 4 Euro, gefüllt für 6,50 Euro. Jeder, wie er mag. Jeder, wie er kann. So ist die Idee hinter dem Konzept.

Fast aufgegessen: Noch gibt es drei sehr schokoladige Brownies und ein Croissant. Foto: Hensel
Fast aufgegessen: Noch gibt es drei sehr schokoladige Brownies und ein Croissant. Foto: Hensel

Frau Polda: Was man noch wissen muss

Noch ein Wort zum Bistro: Auch alkoholfreie Getränke-Alternativen sind im Angebot. Das ist den beiden Frau Poldas wichtig – genauso wie glutenfreie Waffeln. „Unsere Küche ist sehr klein, wir haben nicht so viel Auswahl. Was wir haben, soll frisch und gut sein. Lieber weniger, dafür etwas Besonderes“, sagt Svenja.

Noch ein Wort zum Buchladen: Svenja ist überzeugt: „Mit Büchern kann man schon etwas bewegen, etwas erreichen.“ Deshalb sucht sie für das Geschäft Bücher aus, deren Werte sie teilt. „Vielfalt ist wichtig, diskriminierungsfrei sollen die Bücher sein und möglichst verschiedene Lebensrealitäten abbilden“, so die Buchbistro-Betreiberin.

Noch ein Wort auf Wunsch: Vielleicht, so fragt Svenja, können im Artikel auch die Gutscheine erwähnt werden. Die sind bei Frau Polda nämlich Wertgutscheine und eignen sich laut Svenja daher besonders zum Verschenken: „Die Gutscheine gelten für den Buchladen und für die Gastro. Wenn man also unsicher ist, was man schenken will, ist das eine gute Option.“ Espresso, Focaccia oder ein Buch. Irgendwas wird da schon dabei sein.

Fazit: Frau Polda ist ein gutes kleines Bistro und ein hübscher kleiner Buchladen mit engagierten, offenen und sehr herzlichen Betreibern.

Blick in den Buchladen mit Sitz- und Spielbereich auf zwei Ebenen. Foto: Hensel
Blick in den Buchladen mit Sitz- und Spielbereich auf zwei Ebenen. Foto: Hensel

Gut zu wissen

  • Buchbistro Frau Polda, Maxstraße 10c
  • Web: fraupolda.de
  • E-Mail: kontakt@fraupolda.de
  • Telefon: (030) 27 98 32 08
  • Winter-Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 10-19 Uhr, Freitag und Samstag 10-19 Uhr
  • verkaufsoffene Sonntage: 7. Dezember und 21. Dezember 10-18 Uhr

Dieser Text wurde von einem Menschen geschrieben.

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Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Morjen

    scheint ein kleines nettes Cafe zu sein … vielleicht finde ich dort auch ein Buch. Hatte erst 2x so etwas gefunden, das eine in der Habersaathstr – leider zu – das andere, natürlich im Bötzow-Viertel

    Langsam gehts Stückweise aufwärts, also werd ich dort mal einkehren

    Schönes WE noch

    Dieser Text wurde ohne Hilfe von KI verfasst

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Selber denken, selber schreiben – gut gemacht, Reinhard!

  2. Avatar von Ulrich Davids
    Ulrich Davids

    Klasse! Das wertet den Leokiez auf und vereint gleich mehrere schöne Dinge: Im Bücherregal stöbern, Leckereien probieren und dabei entspannen. Ich wünsche Svenja und Alessandro das sie sich gut einleben und viele Besucher und Gäste in ihrem Bistro begrüßen können. Wir sind nächste Woche gleich mal vor Ort. Danke für diesen schönen Artikel und wir haben ihn auch gleich weitergemailt.

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