Für den Erhalt des Stadions

Der Jahnsportpark im Mauerpark ist aktuell im Fokus einer intensiven Debatte, die weit über die sportliche Frage eines Stadionneubaus hinausgeht. Alexander Puell von den Freunden des Mauerparks spricht sich für den Erhalt des Stadions gleich neben dem Brunnenviertel aus und erklärt den Standpunkt der Bürgerinitiative.

Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion soll abgerissen werden und einem Neubau weichen. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne. Foto: Alexander Puell
Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion soll abgerissen werden und einem Neubau weichen. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne. Foto: Alexander Puell

Im Zentrum der Diskussion steht das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, ein bedeutendes Zeugnis der Ostmoderne, das nun abgerissen werden soll. Dies ruft nicht nur bei Historikern und Denkmalschützern erheblichen Widerstand hervor, auch viele Anwohnerinnen und Anwohnern, sind entsetzt. Das 1951 erbaute Stadion ist nicht nur eine sportliche, sondern auch eine architektonische und historische Landmarke, die wichtige Etappen der DDR-Geschichte verkörpert. Ein Abriss würde dieses Erbe zerstören und ein Stück Geschichte direkt an der Berliner Mauer unwiederbringlich ausradieren.

Neben kulturellen Argumenten warnt die Bürgerinitiative Jahnsportpark vor den erheblichen negativen Auswirkungen auf die Nachbarschaft. Der geplante Abriss und Neubau würden massive Ressourcen verbrauchen, eine hohe Umweltbelastung verursachen und über 170 Bäume kosten. Das Mikroklima der Nachbarschaft und die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner wäre empfindlich gestört. Zusätzlich wird ein Anstieg des Verkehrs in der Umgebung befürchtet, was Lärm, Abgase und erhöhtes Verkehrsaufkommen nach sich ziehen würde.

Petition für den Erhalt gestartet

Auch die finanzielle Seite des Projekts wirft Fragen auf. In Zeiten knapper Haushaltsmittel ist unklar, ob der Neubau wie geplant finanziert werden kann. Es besteht die Gefahr, dass der Abriss des alten Stadions erfolgt, der Neubau jedoch verzögert wird oder gar nicht stattfindet.

Nicht nur über eine Petition können sich Kritikerinnen und Kritiker zu Wort melden, auch beim nun ausgelegten Bebauungsplanentwurf 3-87 sind Stellungnahmen möglich. Berlinerinnen und Berliner sind bis zum 26. September 2024 aufgerufen Stellung zu beziehen, um sicherzustellen, dass ihre Interessen in die Entscheidungsfindung einfließen. Aber die Diskussion um das Jahnstadion wird nicht nur in Berlin, sondern bundesweit aufmerksam verfolgt. Die Frage, ob Sanierung oder Neubau, spiegelt eine größere gesellschaftliche Debatte wider: Wie gehen wir mit historischen Bauten um, und welche Verantwortung tragen wir gegenüber kommenden Generationen?

Lasst uns gemeinsam für die Geschichte, die Zukunft Berlins und die Interessen der Anwohner kämpfen. Unterstützt die Petition und reicht eine Stellungnahme zum Bebauungsplan ein. Weitere Infos sind unter www.jahnsportpark.de zu finden. Zur Petition geht es hier lang, zur Beteiligungsplattform des Landes Berlin hier lang – dort können bis zum 26. September 2024 Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurf geschrieben werden.

Text, Foto und Grafik: Alexander Puell, Freunde des Mauerparks e.V.

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Das Stadion ist schließlich abgerissen worden. Am 12. Februar sind zwei der vier Lichtmasten im Jahnsportpark gesprengt worden. Mehr dazu steht im Beitrag „Jahn-Sportpark Berlin: Flutlichtmasten gesprengt – Bürgerinitiative protestiert“. Der Beitrag enthält auch ein Video von der Sprengung.

Dieser Beitrag ist auch im Kiezmagazin „Schaufenster in den Kiez“ enthalten, das im September 2024 erschienen ist. Weitere Texte aus dieser Ausgabe sind im Artikel „Neues Kiezmagazin: Ein Schaufenster in den Kiez“ gesammelt und verlinkt.

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