Die gefährlichsten Kreuzungen in Wedding und Gesundbrunnen

Der Wedding war im Coolness-Ranking vor einigen Jahren mal ganz oben auf der Liste. Platz 4 der coolsten Kieze der Welt. Dabei ging es mehr um weiche Faktoren, gefühltes Wissen. Doch auch bei den harten Fakten schafft es der Stadtteil immer wieder ganz nach oben. Leider, muss man sagen, wenn es sich um die Unfallstatistik 2024 für Berlin handelt. Hier gibt es eine der drei Kreuzungen in der Hauptstadt, an denen im vergangenen Jahr die meisten Menschen zu Schaden kamen. Das sind die gefährlichsten Kreuzungen im Wedding und in Gesundbrunnen.

Gerade nicht viel los an der Kreuzung Müllerstraße und Fennstraße. Foto: Hensel
Gerade nicht viel los an der Kreuzung Müllerstraße und Fennstraße. Foto: Hensel

Im vergangenen Jahr hat die Polizei in ganz Berlin insgesamt 133.364 Unfälle registriert. Das sind etwas weniger als 2023, wo es insgesamt 134.136 Verkehrsunfälle gab. Allerdings ist die Zahl der Toten im Straßenverkehr im vergangenen Jahr stark gestiegen. 2024 kamen 55 Personen im Straßenverkehr zu Tode, im Bezirk Mitte waren es neun. Im Jahr davor hatte es mit 33 Toten einen historischen Tiefstand gegeben. Die gefährlichsten Kreuzungen in Berlin sind statistisch an der Gitschiner Straße /Prinzenstraße, am Frankfurter Tor und an der Ecke Fennstraße/Müllerstraße – wenn es nach Unfällen mit Verletzten geht.

Im Bezirk Mitte hat die Polizei 2024 insgesamt 17.369 Unfälle registriert, im Jahr davor waren es 17.047 Unfälle. Mitte führt damit die Unfallstatistik für Berlin an, danach folgt Charlottenburg-Wilmersdorf mit insgesamt 16.786 Unfällen im vergangenen Jahr. Im Wedding führt die Kreuzung Fennstraße/Müllerstraße die Unfallstatistik im Bezirk an, betrachtet man die Unfallschwerpunkte mit Personenschaden. Schaut man auf die Kreuzungen mit den meisten Unfällen insgesamt (mit und ohne Personenschaden), steht ein altbekannter Unfallschwerpunkt an der Spitze: die Kreuzung Osloer Straße/Prinzenallee. Die Zahlen stammen von der Senatsinnenverwaltung, der CDU-Abgeordnete Alexander J. Herrmann hatte sie im April von der Behörde erfragt.

Kreuzung Fennstraße und Müllerstraße

Dort, wo die Fennstraße und die Müllerstraße aufeinandertreffen, kracht es häufig. 75 Unfälle hat die Polizei im Jahr 2024 aufgenommen (2023: 88 Unfälle). Der Anteil von Unfällen, bei denen Menschen zu Schaden kamen, ist an dieser Kreuzung im vergangenen Jahr besonders hoch gewesen. Bei 24 Unfällen gab es Verletzte. Darunter waren 15 Abbiegeunfälle.

Kreuzung Fennstraße und Tegeler Straße

Nicht weit entfernt von Weddings Unfallkreuzung Nummer 1 liegt der nächste Schwerpunkt. An der Kreuzung Fennstraße und Tegeler Straße gab es bei 23 Unfällen Verletzte. 13 Mal waren Fehler beim Einbiegen oder Kreuzen die Ursache, Abbiegeunfälle gab es siebenmal. Die Gesamtzahl der Unfälle 2024 für diese Kreuzung geht nicht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung an den Abgeordneten Alexander J. Herrmann hervor. Der Grund: An der Kreuzung gab es zwar besonders viele Personenschäden. Bei der Gesamtanzahl der Unfälle kam die Ecke aber berlinweit nicht unter die 30 Kreuzungen mit den meisten Unfällen und wurde deshalb nicht aufgeführt.

Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee

Die Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee ist seit Jahren weit oben in der Unfallstatistik. Auch 2024 hat es an der Ecke oft gekracht: insgesamt 95 Mal (2023: 81 Unfälle). Bei 17 Unfällen wurden Menschen verletzt. Die meisten dieser Unfälle waren auf Fehler beim Abbiegen zurückzuführen (12 Unfälle).

Unfallschwerpunkt seit Jahren: Die Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee. Foto: Hensel
Unfallschwerpunkt seit Jahren: Die Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee. Foto: Hensel

Kreuzung am Louise-Schroeder-Platz

Dort, wo die Osloer Straße, die Reinickendorfer Straße und die Seestraße am Louise-Schroeder-Platz aufeinandertreffen, ist ein weiterer Unfallschwerpunkt im Stadtteil. Bei 13 Unfällen kamen im Jahr 2024 Menschen zu Schaden. In fünf Fällen waren Fehler beim Abbiegen die Ursache. Die Gesamtzahl der Unfälle 2024 für diese Kreuzung geht nicht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung an den Abgeordneten Alexander J. Herrmann hervor. Der Grund: An der Kreuzung gab es zwar besonders viele Personenschäden. Bei der Gesamtanzahl der Unfälle kam die Ecke aber berlinweit nicht unter die 30 Kreuzungen mit den meisten Unfällen und wurde deshalb nicht aufgeführt.

Kreuzung Saatwinkler Damm und Seestraße (A 100)

An der Autobahnauffahrt am Saatwinkler Damm hat es im vergangenen Jahr insgesamt 81 Mal gekracht (2023: 86 Unfälle). Bei zwölf dieser Unfälle wurden Menschen verletzt. Fast alle Unfälle (11) gingen auf Abbiegefehler zurück.

Kreuzung Osloer Straße und Schwedenstraße

Einen relativ starken Anstieg der Unfallzahlen gab es im vergangenen Jahr an der Kreuzung Osloer Straße und Schwedenstraße. Es gab insgesamt 92 Unfälle. Damit ist die Kreuzung im Stadtteil auf dem 3. Platz der unfallträchtigsten Kreuzungen. Im Jahr davor hatte die Polizei hier nur 72 Unfälle aufgenommen. In der Statistik der 30 Kreuzungen mit den meisten Personenschäden taucht die Kreuzung allerdings nicht auf.

Kreuzung Drontheimer Straße, Osloer Straße, Koloniestraße

93 Mal wurde die Polizei 2024 zu Unfällen an der Kreuzung Drontheimer Straße, Osloer Straße und Koloniestraße gerufen. Die Ecke ist damit auf Platz zwei der Kreuzungen mit den meisten Unfällen im Stadtteil. Auch hier gab es einen besonders starken Zuwachs der Unfallzahlen. Im Jahr 2023 waren es an der Stelle nur 69 Unfälle gewesen. In der Statistik der 30 Kreuzungen mit den meisten Personenschäden taucht die Kreuzung allerdings nicht auf.

Für einige der Unfallschwerpunkte hat der Berliner Senat bereits einen Umbau geplant oder angeordnet, unter anderem am Saatwinkler Damm oder an der Osloer Straße.

Weiterlesen zum Thema

Die Verkehrsunfallstatistik wird auf der Seite der Polizei Berlin veröffentlicht. Die Antwort der Senatsinnenverwaltung auf die Anfrage des Abgeordneten Alexander J. Herrmann enthält viele detaillierte Daten für die Bezirksebene. Die Antwort vom 22. April 2025 kann ebenfalls nachgelesen werden: Antwort Unfallstatistik 2024 (PDF)

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Schön juten Tach

    alle hier aufgeführten Kreuzungen habe ich in den letzten 20 Jahren überquert, die einen mehr die anderen weniger… persönlich fand ich die zwei letztgenannten immer – ob morgens oder nachmittags – am ungemütlichsten… nur mit hohem Focus auf alles zuachten… Drontheimer/Kolonie die Abbieger weiter Richtung Osloer am Finanzamt die Fussgänger und BVG-Aussteiger… echt gruselig. Aber immer heil über alle X gefahren , ausser Müller/Ecke Fennstr : ich aus Richtung Chausseestr kommend Ampel grün Linksabbieger nach Nettelbeckplatz über sieht mich Vollbremsung und Autofahrer angebrüllt… wieder angetreten kommt aus der 2.ten Spur noch ein Linksabbieger obwohl es nur eine Linksabbiegerspur !!! gibt… grober Fehler lieber Autofahrer !! der Beifahrer fuchtelt mit den Armen und der Fahrer starrt nur Richtung Nettelbpl. – bekommt das alles nicht mit – Wahnsinn … 2te Vollbremsung diesemal so das die Gabel vorne fast vollständig eintaucht und das Hinterrad hochgeht … nochmal richtig gebrüllt . Gleich nächsten Tag entgültig einen Helm gakauft … das ist jetzt ungefähr 14 Jahre her

    na dann schönen Vatertag

  2. Avatar von Renate

    Das obige Foto von der Kreuzung Osloer/Prinzenallee sagt doch schon alles: man sieht einen Platz und dies vor allem nachts, zudem erhält man keine Ahnung von einer kreuzenden Tram in beide Richtungen! Man sollte, das habe ich letztlich schon mal irgendwo geschrieben, diese megagrosse Kreuzung strukturieren, vllt mit farbmarkierten Fahrbahnen und Hinweisschildern oberhalb. Durch die mittige Baumreihe links bekommt man auch den täuschen den Eindruck, dass man bereits die andere Strassenseite erreicht hat.

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Der Umbau der Kreuzung ist ja bereits vom Senat angeordnet. Mal sehen, was da und wann es kommt.

    2. Avatar von Reinhard
      Reinhard

      Hallo

      erhält man keine Ahnung von einer kreuzenden Tram in beide Richtungen…. !!??

      Bin etwas verwirrt, es ist doch alles Ampelmäßig geregelt wer warten muss wer fahren kann usw !!?? ausserdem sieht und hört man eine heranfahrende Tram und auch hier ist es Ampelmäßig geregelt
      also was meint unsere Leserin Renate

      Gruß

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