Müll-Gipfel & mehr: Gemeinsam gegen den Müll im Wedding

Noch bis zum Ende kommender Woche diskutieren die Staaten auf der Weltklimakonferenz über Klimaschutz und Ausgleichszahlungen. Im Wedding wird derweil auch diskutiert, nur natürlich einige Nummern kleiner. Doch unwichtig ist das Thema nicht und es ist indirekt mit dem großen Klimathema verknüpft.

Am Donnerstag (14.11.) findet der erste Müll-Gipfel im Bezirk Mitte statt. Im Müll Museum Soldiner Kiez geht es dabei um Ordnung im öffentlichen Raum, aber auch um Ressourcenschonung und Wiederverwertung. Das Weltklima im Großen, das Kiezklima im Kleinen – beides bewegt die Menschen. Ein Text über den Müll-Gipfel, über Lösungen und Idee für das Müllproblem im Wedding.

So wird das nichts! Ein liegender Mülleimer in der Grüntaler Straße. Foto: Sulamith Sallmann
So wird das nichts! Ein liegender Mülleimer in der Grüntaler Straße. Foto: Sulamith Sallmann

Müll-Gipfel: Alle an einem Tisch

Das Müll Museum Soldiner Kiez organisiert den Müll-Gipfel im Stadtteil. Am 13. und 14. November will das Team vom Müll Museum dabei Verantwortliche aus Politik, Verwaltung und Bewohner:innen zusammenbringen, um über Wege aus dem Müllproblem zu sprechen. Der erste Tag des Müll-Gipfels ist für Diskussionen unter Entscheidungsträgern reserviert, die Veranstaltungen sind nicht öffentlich. Am 14. November ist dann die Öffentlichkeit eingeladen, mitzudenken, mitzureden und Impulse zu geben.

Im nichtöffentlichen Teil des bezirklichen Müll-Gipfels sollen in Arbeitsgruppen die Themen Hausmüll, Müll im öffentlichen Raum und Gewerbemüll mit Anwohner:innen und Gewerbetreibenden sowie Vertreter:innen aus Verwaltung diskutiert werden. Die Ergebnisse dieser Gruppenarbeit werden am Folgetag im öffentlichen Teil des Gipfels präsentiert. Dabei soll bei Kaffee und Kuchen erörtert werden, was in Zukunft besser gemacht werden kann. Der öffentliche Teil des Müll-Gipfels findet am 14. November ab 14 Uhr im Müll Museum Soldiner Kiez in der Prinzenallee 39 (in der Stephanuskirche) statt. Eingeladen sind Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger und Bezirksstadtrat Christopher Schriner (beide Grüne). Auf der Veranstaltung werden auch die Ergebnisse eine zuvor gemachten Online-Umfrage zum Thema präsentiert.

Das Programm des Müll-Gipfels am 14. November

  • 14 Uhr: Ausstellungseröffnung „Müll in Mittes Grünanlagen“ vom Verein Schildkröte e.V. und Gesprächsrunde mit Reinigungskräften von Schildkröte e.V.
  • 15 Uhr: Präsentation des Repair-Cafés
  • 15.30–16 Uhr: Kaffeepause
  • 16 Uhr: Offizielle Eröffnung durch Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger und Bezirksstadtrat Christopher Schriner und Präsentation der Ergebnisse der Umfrage und der Runden Tische
  • 16.30 Uhr: Offene Zukunftswerkstatt: Wünsche, Ideen und Vorschläge der Teilnehmenden
  • Ab 17.30 Uhr: Vorstellung der Ergebnisse aus der Werkstatt und Schlussworte von der Staatssekretärin für Klimaschutz und Umwelt, Britta Behrendt (angefragt) sowie Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger und Bezirksstadtrat Christopher Schriner
  • Ab 18.30 Uhr: Jam-Session mit Musiker*innen aus der Nachbarschaft
Plakat zum Müll-Gipfel. Grafik: Müll Museum Soldiner Kiez
Plakat zum Müll-Gipfel. Grafik: Müll Museum Soldiner Kiez

Das Thema Müll hat viele Facetten

Vor sechs Jahren hat sich die Bürgerredaktion im Brunnenviertel ausführlich mit dem Thema Müll geschäftigt. Im Ergebnis wurde eine Sonderausgabe des gedruckten Magazins mit dem Titel „Alles über Müll“ veröffentlicht, die mit dem Umweltpreis Mitte ausgezeichnet worden ist (Umweltpreis für „Alles über Müll“). Parallel hat es eine Ausstellung von Sulamith Sallmann gegeben, die sich künstlerisch mit dem Thema beschäftigt hat. Mehr dazu ist in den Beiträgen Unrat. eine Fotoausstellung eröffnet und dem Fotorückblick Viele Gäste bei der Vernissage.

10 Anregungen zum Nachdenken und Mitmachen

Folgende Texte beschäftigen sich mit ganz verschiedenen Aspekten des Themas Müll. Sie sind alle so aktuell wie bei Erscheinen vor sechs Jahren:

Die Geschichte der Stadtreinigung

Schon sehr lange werden Gehwege und Straßen regelmäßig gereinigt. Die Geburtsstunde der heutigen Stadtreinigung war jedoch erst vor 143 Jahren. Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Stadtreinigung in Berlin und im Brunnenviertel. → Von Gassenmeistern und Spritzenmännern

Besuch im Müllheizkraftwerk

Wohin kommt der Müll, der in den Kiezen eingesammelt wird. Die Bürgerredaktion hat einen Ausflug zum Müllheizkraftwerk in Ruhleben gemacht und einen Fotobeitrag dazu veröffentlicht. → Ein Blick in den Ofen der Stadt

Ein Nachbar legt los

Verschmutzte Müllplätze und übervolle Tonnen ärgern viele Menschen im Brunnenviertel. Hans Schoeler aus der Jasmunder Straße krempelt die Ärmel hoch und löst das Problem mit Tatkraft. Ein Porträt eines Nachbarn und seiner Mission. → Der Müll der Nachbarn

Nachbar ans Schoeler sorgt auf dem Müllplatz für Ordnung. Foto: Andrei Schnell
Nachbar ans Schoeler sorgt auf dem Müllplatz für Ordnung. Foto: Andrei Schnell

Ab ins Repair Café

Im Repair Café bekommen defekte Dinge eine zweite Chance. Indem sie dort repariert werden, wird Müll vermieden. Auch im Brunnenviertel erhalten Toaster, Spielzeuge und Staubsauger so ein zweites Leben. → Ein neues Leben für den Toaster

 Beim Repair Café im Olof-Palme-Zentrum. Foto: Lysann Steinbacher
 Beim Repair Café im Olof-Palme-Zentrum. Foto: Lysann Steinbacher

Anwohner-Engagement bringt mehr Mülleimer

Eine Anwohnerin aus der Wattstraße berichtet von ihrem erfolgreichen Einsatz für zusätzliche Müllbehälter im Kiez. Eine Anstiftung zum Nachmachen. → Mehr Mülleimer, bitte!

Neuer Mülleimer in der Usedomer Straße Ecke Jasmunder Straße.
Neuer Mülleimer in der Usedomer Straße Ecke Jasmunder Straße. Foto: Hensel

Damit die Stadtreinigung häufiger kommt

In Berlin ist jede Straße einer Reinigungsklasse zugeordnet. Diese bestimmt, wie häufig Fahrbahn und Gehwege gesäubert werden. Die Wattstraße wurde eine Klasse hochgestuft, weil sich eine Anwohnerin hartnäckig dafür eingesetzt hat. Gern nachmachen! → Putzplan für die Straßen

Barrierefrei Müll entsorgen

Auch Menschen mit Behinderung produzieren Müll. Doch wie entsorgt man diesen Müll, wenn man zu klein ist, um den Deckel des Müllcontainers zu öffnen, oder wenn man nur einen Arm zur Verfügung hat? Es gibt verschiedene Systeme, die helfen sollen. → Einwurfhelfer machen’s leichter

Tipps gegen das Wegwerfen

Manche Gegenstände funktionieren noch, andere sind zu schön zum Wegwerfen oder sie gehören einfach nicht in die Mülltonne. Was tun mit Dingen, die man nicht mehr haben will? Wir haben ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt. → Wohin mit dem Zeug?

Unterwegs mit der Müllabfuhr

Eine Bürgerredakteurin hat eine Tourenmannschaft der Müllabfuhr durchs Brunnenviertel begleitet. Ein Erlebnisbericht. → Unterwegs mit Team Orange

Achtsamkeit: Ausmisten sollte jeder mal

Zum Schluss noch etwas Achtsamkeit: Unsere Kolumnistin Stephanie Esser erklärt, warum es aus ihrer Perspektive sinnvoll ist, im eigenen Leben ab und zu auszumisten. → Heute wird aufgeräumt!

Ganz konkret: BSR-Kieztage bis Jahresende

Seit 2019 bemüht sich der Bezirk Mitte, dem Müllproblem auch mit gemeinsamen Kieztagen mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) zu begegnen. Hier kann jede und jeder seinen alten Kram kostenfrei und direkt im Kiezen abgegeben. Im Wedding stehen in diesem Jahr derzeit noch vier solcher Termine bevor.

  • Samstag, 16. November: 8-13 Uhr, Manga-Bell-Platz 11-13
  • Dienstag, 19. November: 13-18 Uhr, Ecke Soldiner Straße 9 /Freienwalder Straße
  • Samstag, 7. Dezember, 8-13 Uhr, Swinemünder Straße /Demminer Straße (Wendehammer)

Abgegeben werden können übrigens Möbel, Teppiche, Matratzen, Schrott, Kunststoffteile, Elektrogeräte und Alttextilien. Nicht mitgenommen werden: Bauabfälle, Gussbadewannen, Autoreifen und -batterien sowie Schadstoffe wie Farben oder Lacke.

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Hier geht es zur Webseite des Müll Museum Soldiner Kiez.

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