Der Wedding und das Müll-Problem

Über manche Themen stolpert man buchstäblich täglich im Alltag. Plastikverpackungen fliegen über den Gehweg, an der Laterne sammeln sich Wegwerfbecher, jemand hat seinen alten Schrank im öffentlichen Raum abgestellt. Ein Online-Magazin hat vor einem Jahr seine Leserinnen und Leser gefragt, welche die dreckigste Stadt Deutschlands ist (Berlin) und welches der Bezirk mit dem größten Müllproblem. Mitte (mit Wedding) landete auf dem dritten Platz; laut der Umfrage ist es nur in Neukölln und in Friedrichshain-Kreuzberg schmutziger.

Es gibt durchaus zahlreiche Versuche, das Problem zu bekämpfen. Unmittelbar bevor stehen jetzt im Wedding eine Müllsammelaktion vor dem Rathaus, diverse Sperrmülltage in den Kiezen und sogar ein Müll-Gipfel ist geplant, in dessen Vorbereitung es eine Umfrage zum Thema gibt. Alles dazu steht in diesem Beitrag.

Direkt zum Thema

Müllsammelaktion | BSR-Kieztage im Wedding | Müll-Gipfel | Umfrage zum Müll

Besen für den Kiezputz, hier beim Brunnenviertel e.V. Foto: Hensel
Besen für den Kiezputz, hier beim Brunnenviertel e.V. Foto: Hensel

Nächste Müllsammelaktion: 30. September

Müllsammelaktionen hat es gerade vor Kurzem am World Cleanup Day gegeben. Einige auch im Wedding und in Gesundbrunnen. Freiwillige haben am 20. September im öffentlichen Raum aufgeräumt, unzählige Mülltüten gefüllt. Es gab unter anderem Aktionen im Schillerpark, im Sprengelkiez und im Brunnenviertel (siehe Beitrag: Das Brunnenviertel räumt auf – der Wedding auch). Die nächste Aktion steht am Montag (30.9.) im Rahmen der Freiwilligenwoche bevor. Wie Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) informiert, sind Bürgerinnen und Bürgern dazu eingeladen, den Müll in der Umgebung des Rathauses Wedding in der Müllerstraße einzusammeln, „um die Sauberkeit und das Wohlbefinden der Nachbarschaft zu erhöhen“. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Eingang der Galerie Wedding im Rathausgebäude in der Müllerstraße 146. Die Aktion geht bis 12 Uhr.

Die Müllsammelaktion soll laut Carsten Spallek das Bewusstsein für Umweltverschmutzungen schärfen und Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, aktiv zum Schutz ihrer Stadt, Wohnumgebung und den angrenzenden Grünanlagen beizutragen. Ausgestattet wird die Müllsammelaktion von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR), die Müllsäcke, Handschuhe, Westen, Greifer und Besen bereitstellen. Im Anschluss an das Aufräumen bestehe bei Kaffee und Tee die Möglichkeit, sich über weiteres Engagement im Ehrenamtsbüro Mitte zu informieren, so Spallek. Fragen zu der Aktion beantwortet das Team des Ehrenamtsbüros Mitte per E-Mail unter ehrenamt@ba-mitte.berlin.de oder telefonisch unter (0173) 5 34 71 39.

BSR-Kieztag: Müllabholung im Kiez

Seit 2019 bemüht sich der Bezirk Mitte, dem Müllproblem auch mit gemeinsamen Kieztagen mit der BSR zu begegnen. Hier kann jede und jeder seinen alten Kram kostenfrei und direkt im Kiezen abgegeben. Im Wedding stehen in diesem Jahr derzeit noch vier solcher Termine bevor.

  • Dienstag, 15. Oktober: 13-18 Uhr, Feldstraße 10
  • Samstag, 16. November: 8-13 Uhr, Manga-Bell-Platz 11-13
  • Dienstag, 19. November: 13-18 Uhr, Ecke Soldiner Straße 9 /Freienwalder Straße
  • Samstag, 7. Dezember, 8-13 Uhr, Swinemünder Straße /Demminer Straße (Wendehammer)

Abgegeben werden können übrigens Möbel, Teppiche, Matratzen, Schrott, Kunststoffteile, Elektrogeräte und Alttextilien. Nicht mitgenommen werden: Bauabfälle, Gussbadewannen, Autoreifen und -batterien sowie Schadstoffe wie Farben oder Lacke.

Kieztag der Berliner Stadtreinigung in der Demminer Straße vor vier Jahren. Auch in diesem Jahr kann dort wieder Aussortiertes abgegeben werden.. Foto: Sulamith Sallmann
Kieztag der Berliner Stadtreinigung in der Demminer Straße vor vier Jahren. Auch in diesem Jahr kann dort wieder Aussortiertes abgegeben werden.. Foto: Sulamith Sallmann

Müll-Gipfel am 14. November

Das Müll Museum Soldiner Kiez organisiert im November einen Müll-Gipfel. Am 13. und 14. November will das Team vom Müll Museum dabei Verantwortliche aus Politik, Verwaltung und Bewohner:innen zusammenbringen, um über Wege aus dem Müllproblem zu sprechen. Der erste Tag des Müll-Gipfels ist für Diskussionen unter Entscheidungsträgern reserviert, die Veranstaltungen sind nicht öffentlich. Am 14. November ist dann die Öffentlichkeit eingeladen, mitzudenken, mitzureden und Impulse zu geben.

Im nichtöffentlichen Teil des bezirklichen Müll-Gipfels sollen in Arbeitsgruppen die Themen Hausmüll, Müll im öffentlichen Raum und Gewerbemüll mit Anwohner:innen und Gewerbetreibenden sowie Vertreter:innen aus Verwaltung diskutiert werden. Die Ergebnisse dieser Gruppenarbeit werden am Folgetag im öffentlichen Teil des Müll-Gipfels präsentiert. Dabei soll bei Kaffee und Kuchen erörtert werden, was in Zukunft besser gemacht werden kann. Der öffentliche Teil des Müll-Gipfels findet am 14. November ab 14 Uhr im Müll Museum Soldiner Kiez in der Prinzenallee 39 (in der Stephanuskirche) statt. Eingeladen sind Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger und Bezirksstadtrat Christopher Schriner (beide Grüne).

Der Müll-Gipfel wird vom Müll Museum Berlin und mit Unterstützung des Büros für Bürger:innenbeteiligung durchgeführt und mit Mitteln der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima und Umwelt finanziert. Auf der Veranstaltung werden auch die Ergebnisse eine zuvor gemachten Online-Umfrage zum Thema Müll präsentiert.

Grafik: Müll Museum Soldiner Kiez
Grafik: Müll Museum Soldiner Kiez

Umfrage zum Thema Müll

Im Vorfeld des Müll-Gipfels wird in einer anonymen Umfrage nach der Meinung der Weddingerinnen und Weddinger gefragt. In der kurzen Umfrage bittet das Müll Museum Soldiner Kiez die Menschen im Soldiner Kiez und darüber hinaus, ihre Erfahrungen mit dem Müll mitzuteilen. Dabei können Fragen beantwortet werden wie: Welcher Müll im öffentlichen Raum stört Sie? Gibt es ein Müllproblem in Ihrem Wohnhaus? Was könnte der Bezirk tun, um Ihren Kiez sauberer zu gestalten?

Wer sich an der Umfrage beteiligen möchte, kann das unter der Adresse https://mein.berlin.de/projekte/muellgipfel-bezirk-mitte bis zum 20. Oktober tun. Alternativ kann das Dokument ausgedruckt und die Umfrage analog ausgefüllt und im Müll Museum abgegeben werden. Oder man sendet das ausgefüllte Dokument als Scan per E-Mail an muellmuseumsoldinerkiez@gmail.com. → Umfrage Müll Museum

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Hier geht es zu der Leserumfrage des Online-Magazins t-online mit 14.000 Teilnehmenden zur schmutzigsten Stadt Deutschlands: Leserumfrage t-online

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