Gestern und heute: Güterbahnhof der Nordbahn

Der „Güterbahnhof der Nordbahn“ mit Blick auf die einstigen Hinterhäuser Wolliner Straße 27a–32 anno 1975 im Vergleich mit dem heutigen Mauerpark.

Der Güterbahnhof der Nordbahn im Jahr 1975. Foto: Sammlung Ralf Schmiedecke
Der Güterbahnhof der Nordbahn im Jahr 1975. Foto: Sammlung Ralf Schmiedecke

Noch auf unbebauter Flur entstand westlich am „Verlorenen Weg“, seit 1862 Schwedter Straße, der Güterbahnhof der Nordbahn, der am 1. Oktober 1877 öffnete. Dieser hatte sowohl Gleisverbindungen zur Nordbahn (Bahnstrecke Berlin–Stralsund) als auch zur westlichen Ringbahn. Auf dem Gelände waren einige Schuppen, wo der Umschlag und die Lagerung von Gütern unter anderem von Kohlen und Kartoffeln stattfand.

Nur zwischen 1892 und 1898 gab es zur Bernauer Straße einen provisorischen Vorortpersonenbahnhof, der den Stettiner Bahnhof entlasten sollte. Bis in die späten 1970er-Jahre bestand am umbenannten „Eberswalder Güterbahnhof“ zwischen Bernauer und Wolliner Straße, im Schatten der 1961 errichteten Berliner Mauer und dem dahinterliegenden Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Verkauf und Warenverkehr. Danach wurde das Gelände noch für Kleingewerbe genutzt und 1995 offiziell stillgelegt.

Gebietsaustausch im Jahr 1988

Da der Grenzverlauf zwischen dem französischen und sowjetischen Sektor Berlins direkt an der Böschung des Stadions (heute Mauerweg) für die Regierung der DDR ein „Sicherheitsrisiko“ darstellte, wurde am 31. März 1988 mit dem Senat von Berlin (West) in der 3. Vereinbarung ein Gebietsaustausch im Rahmen des Vier-Mächte-Abkommens über Berlin beschlossen. Der rund 1,3 Kilometer lange Grenzverlauf zwischen Behmstraßenbrücke und Bernauer Straße verschob sich somit am 1. Juni 1988 des Jahres um 50 Meter nach Westen.

Der Güterbahnhof der Nordbahn im Jahr 2020. Foto: Ralf Schmiedecke
Der Güterbahnhof der Nordbahn im Jahr 2020. Foto: Ralf Schmiedecke

Auf diesem Grenzgebietsstreifen entstand nach dem Fall der Mauer 1989 und der Umgestaltung in eine Grünanlage der am 9. November 1994 offiziell eröffnete Mauerpark. Am Rand etablierte sich der sonntägliche Flohmarkt. Mit Flächen des Brunnenviertels wurde die Parkfläche auf rund 15 Hektar nahezu verdoppelt und am 26. Juni 2020 den Erholungssuchenden übergeben.

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Weitere historische Aufnahmen aus dem Brunnenviertel im Vergleich mit aktuellen Vergleichsfotos von Ralf Schmiedecke gibt es hier: Gestern & heute

Der Text ist auch im gedruckten Kiezmagazin „Park frei!“ enthalten, das im zweiten Quartal 2020 erschienen und wegen der Corona-Pandemie gleichzeitig das Heft für das dritte Quartal 2020 ist. Weitere Artikel sind im Beitrag Park frei! Neues Kiezmagazin feiert den Mauerpark gesammelt und verlinkt.

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