Der Sammler Ralf Schmiedecke vergleicht eine historische Aufnahme der Wolliner Straße mit dem aktuellen Bild.

Das historische Bild zeigt die baumlose Wolliner Straße 32–26, gegenüber dem begrünten Vinetaplatz, auf einer vom Apollo-Verlag des Komponisten und Kapellmeisters Paul Lincke hergestellten Fotokarte um 1928 und heutzutage.
Die Straßen 42 und 42a der Abteilung XI des Bebauungsplans zwischen Griebenowstraße nahe Zionskirchplatz und Demminer Straße wurden am 6. Dezember 1874 nach der pommerschen Insel und Stadt Wollin vor dem Stettiner Haff (seit 1945 polnisch) benannt. Mit der Bildung von Groß-Berlin 1920 lagen 500 Meter der Trasse in Mitte und ab Bernauer Straße 340 Meter im alten Bezirk Wedding.
Dieses südöstliche Gebiet des alten Brunnenviertels ist bauhistorisch sehr interessant. Zuerst entstand hier eine vorstädtische Vorderhausbebauung mit vier Etagen in der nördlichen Rosenthaler Vorstadt, die später hofseitig verdichtet und vorn um eine Etage auf die Berliner Traufhöhe von 22 Metern aufgestockt wurde. Besonders gut ist dies an der Verstuckung des zweiten Gebäudes von links (Wolliner Straße 31) mit dem Herrenmodegeschäft vom Schneidermeister Rudolf Matschkowski und dem Laden des Bäckermeisters Ernst Horn zu sehen.

Das Gebäude wurde 1892–93 durch den Maurermeister E. Mudrack und den Zimmerermeister Carl Lau bis zu den beiden extrem großen Gründerzeitdreiecken, oberhalb der jeweiligen beidseitigen Außenfenster, über dem dritten Obergeschoss errichtet. Im Hof verdichtete man das Grundstück um 1895. Im Jahr 1902 kam eine weitere Etage mit nur noch wenig Fassadenverzierung hinzu. Man verzichtete darauf, einen weiteren Mittelbalkon anzubringen. Eigentümer des Hauses war jahrzehntelang der Bäckermeister Heinrich Ebeling, der mit seiner Familie in der Beletage wohnte.
Hinter den Häusern der Wolliner Straße, ab Bernauer Straße, befand sich einst der Güterbahnhof der Nordbahn, der heute Mauerpark ist. Einige Hofgebäude waren gewerblich genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde hier nur wenig zerstört. Der Flächenabriss des gesamten Weddinger Straßenteils erfolgte in den 1970er-Jahren. Seither befindet sich in der Wolliner Straße 25–33 und der Graunstraße 1–2 ein moderner sechsgeschossiger braunverfliester Wohnblock, der einmal zurückgesetzt sogar über den entwidmeten Teil der Demminer Straße reicht.

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