Blick auf die vorn verlaufende Ackerstraße am Gartenplatz mit der ansteigenden Feldstraße zur kreuzenden Hussitenstraße in Verlängerung der Usedomer Straße um 1926 und heute, gesehen von Ralf Schmiedecke.

Nach der einstmals landwirtschaftlich genutzten Umgebung wurde die Feldstraße zwischen Garten- und Ackerstraße am 2. September 1858 benannt. Dieser Teil ist heute eine Fußgängerzone und teilweise überbaut. Die Verlängerung bergauf zur Hussitenstraße erhielt am 8. März 1883 ihren Namen und führte damals geradezu zum Westzugang des Vieh- und Schlachthofs.
Der Maschinenbauingenieur Emil Rathenau gründete 1883 die „Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität“, aus der 1887 die AEG hervorging. In diesem Jahr erwarb das Unternehmen in der Ackerstraße 76 das Gelände der Maschinenfabrik von Wilhelm Wedding. Mit der Schauseite zum Gartenplatz entstand 1888–90 ein prächtiges, viergeschossiges, rot verklinkertes Werksgebäude durch Architekt Franz Schwechten und Bauingenieur Paul Tropp. Ursprünglich befanden sich in dem Karree noch Mietshäuser zur Ecke Feld- und Hussitenstraße. Hier entstand auch der 1895–97 errichtete 270 Meter lange Bahnverbindungstunnel unter der Anhöhe zum Fabrikgelände Brunnenstraße. Zuerst produzierte man Glühlampen und Elektromotoren, hauptsächlich für Straßenbahnen. Später wurde dieser Werksteil als Apparate- sowie Zählerfabrik genutzt und 1978 geschlossen.

Rechts oben auf dem historischen Foto sind noch die reich fassadenverzierten Gründerzeitbauten von 1893 der Usedomer Straße 18a und 18b zu sehen. Im Eckhaus Hussitenstraße 19 befand sich einst ein Polizei-Revier. Im unteren Teil des Fotos sieht man berittene Polizisten.
Durch die gesamte Feldstraße fuhr einst die Straßenbahn. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Streckenteil Bernauer Straße über Gartenstraße bis zur Hussiten-/Ecke Feldstraße eingestellt und wird seitdem mit einer Buslinie bedient. Ein ABOAG-Kraftbus der Linie 29 mit offenem Oberdeck (Decksitzwagen) aus Pankow, Breite Straße kommend ist zur Endstation Hermannplatz in Neukölln unterwegs. Bekannt waren die Fahrzeuge wegen ihrer großen Reklametafeln beispielsweise für die Zigarettenfabrik „Josetti“. Heute verkehrt hier die BVG-Brunnenviertel-Kiezlinie 247.

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