Wer „Wedding“ in eine Suchmaschine eingibt, landet in der Online-Enzyklopädie, auf verschiedenen lokalen Webseiten oder natürlich sehr schnell auf den digitalen Präsenzen diverser Hochzeitsplaner. Denn Wedding ist nämlich nicht nur der Name des alten Bezirks, es ist auch das englische Wort für Hochzeit. Mit der Doppeldeutigkeit des Begriffes spielt nun auch das Künstlerduo Plastique Fantastique. Am Wochenende baut es auf dem Rathausvorplatz in der Müllerstraße 147 eine großformatige Kunstinstallation namens „Berliner Wedding (und Scheidung)“ auf und lädt zu Pop-up-Hochzeiten ein.

Plastique Fantastique ist ein Berliner Künstlerduo, bestehend aus Yena Young und Marco Canevacci. Auf der Webseite www.plastique-fantastique.de ist die Adresse Lindower Straße 22 als Künstlerduo-Niederlassung vermerkt. Gemeinsam entwickeln sie dort großformatige Installationen aus Luft und Folie, die die Wahrnehmung unserer Umwelt herausfordern sollen. Die Skulpturen definieren die Übergänge zwischen Architektur, Design und Kunst neu und wollen sinnliche Erfahrungswelten im öffentlichen Raum kreieren. Wer möchte, kann sich auf der Webseite einen Eindruck vom Werk des Duos verschaffen.

Am 30. und 31. August, also Samstag und Sonntag, will das Künstlerduo die Vielgestaltigkeit der Berliner Beziehungskultur auf dem Rathausvorplatz am Leopoldplatz übertragen. Und das in einem architektonischen Maßstab. Eine großformatige Kunstinstallation ist angekündigt und nach den Illustrationen ist damit wirklich groß gemeint. Neben dem Objekt soll eine partizipative Performance für Aufmerksamkeit sorgen. Im Schnellverfahren sollen Besuchende von der ersten Verliebtheit über Pop-up-Hochzeiten bis hin zu Express-Scheidungen begleitet werden.
Teil der Installation ist die begehbare, aufblasbare Klangskulptur „Double Heart“. Darin sollen sich Fremde, Freunde und Geliebte begegnen, Herzschlag und Puls teilen. Entstehen soll ein Raum temporärer Nähe. Ein echter Hingucker wird ganz sicher ein monumentaler goldener Ring („RINGdeLUXE“). Er soll die Fassade des ehemaligen BVV-Saals umschließen und das Gebäude der Nachkriegsmoderne in einen Hochzeits- und Scheidungspalast transformieren.
Die Kunst zum Anschauen und Betreten wird umfangen von DJs und Live-Acts. Sie sollen die Transformation vom Single zum Paar (und zurück) musikalisch begleiten. Wer zum Rathausvorplatz kommt, ist eingeladen zu Hochzeitsdisko und Scheidungstanz. In der Nacht werden die Fenster der Fassade des einstigen BVV-Saals dann zum Kino und öffnen Bilderwelten für geteiltes Trauen, Trauern und Träumen.

„Berliner Wedding (und Scheidung)“ untersucht das Verhältnis zwischen Liebe und Verwaltung, zwischen Beziehungsvielfalt und der Ehe als Institution – mit Humor, Raum für Verletzlichkeit und in gemeinschaftlicher Reflexion. Die Kunstinstallation empfängt ihre Besucherinnen und Besucher am Samstag, dem 30. August, von 14 bis 24 Uhr und am Sonntag, dem 31. August, von 14 bis 22 Uhr auf dem Rathausvorplatz in der Müllerstraße 147.
„Berliner Wedding (und Scheidung)“ ist eine Kooperation zwischen dem Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte im Bezirksamt Mitte und visitBerlin. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe durch Zuschüsse für „Besondere touristische Projekte in den Bezirken“ gefördert.
Text: Kultur in Mitte, bearbeitet von Dominique Hensel


Kommentar verfassen