Baden statt Kunst: Vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz eröffnet heute das Volksbad. Bis Oktober können Besucherinnen und Besucher mit einem kostenlosen Zeitfensterticket schwimmen. Im Wedding heißt es dagegen: Kunst statt Baden. Denn das Schwimmbecken auf dem Rathausvorplatz an der Müllerstraße existiert bislang nur auf einer Kunstpostkarte.

Eine Vision aus dem Jahr 2018
Die Idee mit dem Schwimmbecken zwischen Bibliothek, Jobcenter und Rathaus Wedding stammt von Ina Krause. Sie reichte das Motiv bei der fünften Ausgabe des Kunstwettbewerbs „Mein Wedding“ im Jahr 2018 ein. Ihr Bild wurde von der Jury ausgewählt und ausgestellt. Gleichzeitig wurde das Schwimmbecken im Wedding als Postkarte gedruckt. Vielleicht liegt sie heute noch in einer Schublade oder steckt als Erinnerung zwischen alten Unterlagen. Ihre Idee wirkt jedenfalls aktueller denn je.
Ein echtes Schwimmbecken auf dem Rathausvorplatz war allerdings nie geplant – die Arbeit verstand sich von Anfang an als künstlerische Vision.
Jetzt ist wieder Kreativität gefragt
Im Wedding bleibt es auch bei hochsommerlichen Temperaturen dieser Tage bei der Kunst. Auch in diesem Jahr wird nämlich der Kunstwettbewerb „Mein Wedding“ neue Kunstwerke auf den Mittelstreifen der Müllerstraße (und die Postkarten) bringen. Morgen, 8. August, läuft übrigens die Frist zum Einreichen für Wettbewerbsbeiträge aus. Wer sich beeilt, kann noch eine Fotografie, eine Collage, eine Zeichnung oder anderes mit Wedding-Motiv zum Centre Français de Berlin senden, das den Wettbewerb in diesem Jahr organisiert.
Eingereicht werden können maximal zwei Arbeiten pro Person. Die Bewerbung erfolgt per E-Mail an meinwedding@centre-francais.de, als PDF oder PNG im Querformat. Als Betreff soll „Mein Wedding 2026 [Name, Vorname]“ angegeben werden. Eine Jury wählt zwölf Arbeiten aus. Zusätzlich wird es erneut einen Publikumspreis geben.

Wenn Kunst der Wirklichkeit voraus ist
Genau das macht den lokalen Wettbewerb aus: Er bringt Ideen, Wünsche, Utopien und neue Blicke auf den Stadtteil zusammen. Vielleicht wirkt die Illustration vom Schwimmbecken auf dem Rathausvorplatz heute sogar aktueller als damals. Gerade am heutigen Tag wird durch das temporäre Becken vor der Volksbühne sichtbar, dass ungewöhnliche Nutzungen öffentlicher Plätze tatsächlich möglich sind und nicht nur künstlerische Vision bleiben müssen.
Mit dem Wettbewerb wird die Müllerstraße erneut zur offenen Galerie, in der verschiedene Blickwinkel auf den Stadtteil sichtbar werden. Finanziert wird „Mein Wedding“ mit Mitteln aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendiges Zentrum“. Die Ausstellung in der Müllerstraße beginnt in diesem Jahr wegen der Berlin-Wahl später als sonst. Geplant ist, dass die Gewinnermotive im Oktober und November auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße zu sehen sind.
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In einem weiteren Beitrag über den Kunstwettbewerb „Mein Wedding“ geht es um die Anfänge des Projektes und um die Ideengeberin. Der Text ist unter der Überschrift „Mein Wedding: Wo Berlin echt ist“ erschienen.
Transparenzhinweis: Unsere Autorin Dominique Hensel arbeitet seit mehreren Jahren ehrenamtlich in der Jury des Kunstwettbewerbs mit.

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