Ideen für die Zukunft einer Brache

Der Zugang der Stralsunder Straße von der Brunnenstraße aus in Richtung Vinetaplatz liegt etwas versteckt. Es fällt zunächst nur ein kleiner Parkplatz ins Auge. Er wird abgeschlossen von hohem Baumbewuchs, der die Sicht versperrt. Michael Becker hat sich in einem weiteren Text mit der Brache beschäftigt. Er skizziert eine Idee für die Zukunft.

Stralsunder Straße Richtung Ruppinger Straße. Fußgängerwege strukturieren den Bereich. Foto: Michael Becker
Stralsunder Straße Richtung Ruppinger Straße. Fußgängerwege strukturieren den Bereich. Foto: Michael Becker

Die Stralsunder Straße ist fast in ganzer Breite als dichter Grünbereich angelegt. Bis zur Einmündung der Wolgaster Straße ist er kaum strukturiert, lediglich seitlich von Fußgängerwegen begrenzt. Danach gibt es eine Gestaltung des üppigen Bewuchses. Gepflasterte Wege sorgen für Auflockerung und streifen bisweilen kleine Aufenthaltsinseln. Nach Kreuzung der Ruppiner Straße endet der Fußgängerbereich an der Swinemünder Straße und dem dort befindlichen Vinetaplatz.

Innerhalb dieses Grünzuges fällt als Besonderheit eine Brachfläche von etwa 400 bis 500 Quadratmetern auf. Sie geht auf eine Nutzung vor über zehn Jahren zurück. Hier befand sich nämlich über viele Jahrzehnte ein Pavillon, dessen ursprüngliche Aufgabe es war, über die Sanierung des Brunnenviertels zu informieren. Wäre es denkbar, bei einer möglichen Gestaltung der Brache in der Zukunft inhaltlich an diese Herkunft anzuknüpfen? Es gäbe auch heute viel aus dem Brunnenviertel zu berichten. Beispielsweise über die Entwicklung von Gemeinschaftsgärten, die seit den 2010er Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen. Deren bekannteste sind der Mauergarten im Mauerpark und der NiemandsLandgarten an der Kapelle der Versöhnung. Doch Gartenprojekte gibt es noch viele mehr.

Viele ehrenamtliche Initiativen haben seit 2010 von sich Reden gemacht. Verwiesen sei auf die Verkehrsinsel Gleim-Oase, deren geschichtlicher Ursprung als Minipark zu Mauerzeiten erforscht und wieder mit Leben erfüllt wurde. Aus diesen Keimzellen wurden andere Projekte abgeleitet, wie das Urban Gardenning-Projekt Brunnengärten (2007). Auch die alle zwei Jahre seit 2018 organisierte BrunnenGartenschau (BruGa) verdankt sich dieser Initiative.

Doch nicht nur Gartenprojekte verdienen eine öffentliche Darstellung. Diverse Projekte des Brunnenviertels wie die Kiezrallye der Vineta-Grundschule, die Wissensbörse und das Geschichts-Cafe könnten vorgestellt werden. Gleichfalls wäre das Wirken der Quartiersmanagements seit 2005 einer Wertschätzung würdig. Welche Verstetigungen konnten sie im Bereich Ackerstraße hinterlassen? Welche wären im Bereich Brunnenstraße möglich?

Vielleicht wäre es denkbar, dafür auf der Brache einen Pavillon zu errichten in Leichtbauweise, wie sie praktiziert wurde beim Bau der Gartenlaube im NiemandsLand? Vielleicht könnte man Überlegungen anstellen, eine Betriebsweise des Pavillons durch einen geeigneten Träger zu finden? Seine Lage in der Nähe der Brunnenstraße wäre günstig. Dazu die zentrale Position im Brunnenviertel zwischen Mauerpark, Bernauer Straße und Gartenstraße, gut mit U, Tram und Bus zu erreichen. Es könnte von hier auch Querverweise auf Nachbarschaftseinrichtungen wie die Waschküche, das Familienzentrum Wattstraße, den Brunnenviertelverein und das Olof Palme Zentrum (OPZ) geben, die für Touristen interessant wären.

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