Es war ein symbolischer Einzug ins leerstehende Karstadt am Leopoldplatz. Am Samstag (2.8.) ist der Stadtgewitter e.V. zusammen mit Initiativen aus dem Wedding symbolisch ins Gebäude eingezogen. Mit der Aktion wollte das Kollektiv auf den Leerstand hinweisen und eine gemeinwohlorientierte Nutzung des Hauses anregen. Dieses Ziel verfolgt auch der Bezirk Mitte, der nun Pläne nennt.

In Umzugskartons wurden bei einer Dach-Parade die unerfüllten Versprechen hinsichtlich der Zukunft des Karstadt-Hauses von mit blauen Jeans und weißen T-Shirts bekleideten Künstlern des Stadtgewitter e.V. und Aktiven aus dem Kiez durch den Wedding getragen. Die Aktion war der Höhepunkt der Karstadt-Aktionstage, die in der vergangenen Woche unter der Überschrift „False Promises Brought us Here“ auf dem Dach des Cittipoint in der Müllerstraße, unweit des ehemaligen Karstadt-Kaufhauses, stattgefunden haben (Beitrag: Und nun? Karstadt-Aktionstage zum Leerstand).



Neue Pläne für das Karstadt-Haus
Über den aktuellen Stand hinsichtlich der Zukunft des ehemaligen Kaufhauses am Leopoldplatz informiert die Präventionskoordination des Bezirks unterdessen in ihrem E-Mail-Newsletter. Das Karstadt-Update erschien am Tag vor der Dach-Parade am 1. August.
Im „LeoUpdate August 2025“ werden die „nächsten Meilensteine auf dem Weg zu einer kommunalen Zwischennutzung im ehemaligen Karstadt-Warenhaus“ aufgezeigt. Eine solche Nutzung wird vom Bezirk schon länger verfolgt, konnte aber bisher nicht umgesetzt werden. Der Grund: Der Bezirk ist nicht Eigentümer der Immobilie, die seit der Insolvenz der Signa-Gruppe komplett der Versicherungskammer Bayern gehört.

Wie dem LeoUpdate zu entnehmen ist, wurde im Juni eine Machbarkeitsstudie fertiggestellt, die einen „erheblichen Investitionsbedarf in die technische Gebäudeausstattung des ehemaligen Karstadt-Warenhauses“ feststellt. Trotzdem sind demnach ab September weitere Workshops geplant, bei denen Ideen für eine zukünftige Bespielung einer „Kulturetage“ im ersten Obergeschoss des ehemaligen Karstadt-Warenhauses gesammelt werden sollen. Bereits Ende August soll eine Träger-Ausschreibung für die Kulturetage beginnen. Vor dem Start der Kulturetage ist ein Umbau der ersten Etage des ehemaligen Warenhauses geplant. Laut aktuellem Plan soll dieser Umbau im Oktober beginnen. Mit der Eröffnung der Kulturetage rechnet der Bezirk im April kommenden Jahres. Darüber, wie der Umbau angesichts der Haushaltssperre im Bezirk finanziert wird, macht das „LeoUpdate“ keine Angaben.

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