Neues vom Karstadt: Dach-Parade und Kulturetage

Es war ein symbolischer Einzug ins leerstehende Karstadt am Leopoldplatz. Am Samstag (2.8.) ist der Stadtgewitter e.V. zusammen mit Initiativen aus dem Wedding symbolisch ins Gebäude eingezogen. Mit der Aktion wollte das Kollektiv auf den Leerstand hinweisen und eine gemeinwohlorientierte Nutzung des Hauses anregen. Dieses Ziel verfolgt auch der Bezirk Mitte, der nun Pläne nennt.

Mit Umzugskisten wurden symbolisch die unerfüllten Versprechen durch den Wedding getragen. Foto: Johannes Rau
Mit Umzugskisten wurden symbolisch die unerfüllten Versprechen durch den Wedding getragen. Foto: Johannes Rau

In Umzugskartons wurden bei einer Dach-Parade die unerfüllten Versprechen hinsichtlich der Zukunft des Karstadt-Hauses von mit blauen Jeans und weißen T-Shirts bekleideten Künstlern des Stadtgewitter e.V. und Aktiven aus dem Kiez durch den Wedding getragen. Die Aktion war der Höhepunkt der Karstadt-Aktionstage, die in der vergangenen Woche unter der Überschrift „False Promises Brought us Here“ auf dem Dach des Cittipoint in der Müllerstraße, unweit des ehemaligen Karstadt-Kaufhauses, stattgefunden haben (Beitrag: Und nun? Karstadt-Aktionstage zum Leerstand).

Neue Pläne für das Karstadt-Haus

Über den aktuellen Stand hinsichtlich der Zukunft des ehemaligen Kaufhauses am Leopoldplatz informiert die Präventionskoordination des Bezirks unterdessen in ihrem E-Mail-Newsletter. Das Karstadt-Update erschien am Tag vor der Dach-Parade am 1. August.

Im „LeoUpdate August 2025“ werden die „nächsten Meilensteine auf dem Weg zu einer kommunalen Zwischennutzung im ehemaligen Karstadt-Warenhaus“ aufgezeigt. Eine solche Nutzung wird vom Bezirk schon länger verfolgt, konnte aber bisher nicht umgesetzt werden. Der Grund: Der Bezirk ist nicht Eigentümer der Immobilie, die seit der Insolvenz der Signa-Gruppe komplett der Versicherungskammer Bayern gehört.

Karstadt am Leo
Karstadt am Leo. Foto: Hensel

Wie dem LeoUpdate zu entnehmen ist, wurde im Juni eine Machbarkeitsstudie fertiggestellt, die einen „erheblichen Investitionsbedarf in die technische Gebäudeausstattung des ehemaligen Karstadt-Warenhauses“ feststellt. Trotzdem sind demnach ab September weitere Workshops geplant, bei denen Ideen für eine zukünftige Bespielung einer „Kulturetage“ im ersten Obergeschoss des ehemaligen Karstadt-Warenhauses gesammelt werden sollen. Bereits Ende August soll eine Träger-Ausschreibung für die Kulturetage beginnen. Vor dem Start der Kulturetage ist ein Umbau der ersten Etage des ehemaligen Warenhauses geplant. Laut aktuellem Plan soll dieser Umbau im Oktober beginnen. Mit der Eröffnung der Kulturetage rechnet der Bezirk im April kommenden Jahres. Darüber, wie der Umbau angesichts der Haushaltssperre im Bezirk finanziert wird, macht das „LeoUpdate“ keine Angaben.

📍 Kiez: ,

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Morjen
    Bravo …. ganz große Sache mit den Kartons , bin mir jetzt nicht ganz sicher… aber – nun ja , es könnte heute morgen beim Vorstand der VKB ein kleines Erdbeben auslösen und die werden bestimmt alle Hebel in Bewegung setzen sofort jetzt einen der 7 Vorschläge in die Tat umsetzen
    https://weddingweiser.de/7-abgefahrene-ideen-fuer-das-karstadt-gebaeude
    Danke … weiterso

    hab meinen Kommentar mal einfach kopiert von der „anderen“ Seite :)))

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Hallo Reinhard, jetzt bin ich aber enttäuscht. In unserem Beitrag steht schließlich etwas ganz anderes drin als auf der anderen Seite. Siehe Neuigkeiten im zweiten Teil des Textes. Ich finde, da kann ich auch einen ganz individuellen Kommentar erwarten. ;) Einen schönen Dienstag! Dominique

  2. Avatar von Ulrich Davids
    Ulrich Davids

    Tolle Aktion vom Team Stadtgewitter e.V. und weiteren Aktiven aus dem Kiez. Wir müssen uns weiter gegen den Leerstand im Karstadthaus einsetzen und wir wissen, das wir einen langen Atem brauchen. Je mehr Aktionen stattfinden und diese auch bekannt gemacht werden – umso mehr Menschen werden dabei sein – sein wollen. Also weitermachen und nicht entmutigen lassen.

  3. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    OhOh das war nicht meine Absicht dich zu enttäuschen…. also gut. Diese Studie wird der VKB am Aller…. vorbei rauschen ! Weshalb ? Die erheblichen Kosten bei der Technik, also muss die VBK erstmal ordentlich was reinstecken bevor sie das dann gedeckt wieder rausholt und dann endlich Gewinn abschöpfen kann. Da kann der Bezirk noch so viel Studien mit Möglichkeiten erstellen… wenn es dann wahrscheinlich an der Finanzierung wegen Sparen nix wird. Also auch hier nur Firlefanz und nix konkretes… und eine Kulturetage brauchen die Weddinger nicht: Hier muss etwas rein ins Gebäude was auf der Müller fehlt…. Büros – nein , sind schon genug vorhanden. Wohnungen vielleicht ja , wenn dann nur ein paar und die Miete können dann nur wenige bezahlen

    Im ehemaligen C&A hatten die Herrn Bolo-Brüder mal geplant das in jeder Etage sogenannte offene Geschäfte geplant waren. Vielleicht wäre das etwas!? Im Karstadt war im UG zum einen Futterkiste (Tierbedarf) und der Asialaden Go-Asia drin. Man könnte doch in jede Etage 2 oder 3 Flächen (flexibel verschiedene Größe ) vermieten. Hier werden Geschäte benötigt von denen wir , die Weddinger all was haben….
    Spätis, Döner und Asia-Schnell-essen Buden. Barber-Shop’s, 1-Euro Läden und jede Menge Cafe’s haben wir genug.
    Es gab doch schon konkrete Vorschläge was aus diesem Haus werden sollte – findet man auf der „anderen“ Seite … was ist daraus geworden!!??
    Da muss was echt gutes hin eine Attraktion, ein Einkaufsmagnet, aber solange der Leo ein Paradies für Fixer und Obdachlose bleibt wird das auf jeden Fall auch eine Rolle für die VBK spielen

    in diesem Sinne

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Oho! Jetzt fühle ich mich gleich besser. Danke. :)

      Es ist einfach eine Aushandlungssache, was die Versicherungskammer zulässt. Also auch Zwischennutzungen kultureller oder anderen Natur. Am Ende wird sich die Kammer natürlich überlegen müssen, was sie mit dem Haus anstellt. Aber zwischendurch, denn das kann dauern, kann man schon was damit anfangen. Sollte man sogar, denke ich. Denn nichts ist schlechter als Leerstand an einem so zentralen wie schwierigen Standort. Der Bezirk hat wegen der Eigentumsverhältnisse und der Haushaltslage nicht so viel Einflussmöglichkeit. Aber die, die er hat, sollte auch genutzt werden. Mir persönlich ist da eine Kulturetage lieb. Ich sage es mal in einem Bild, dass Du ganz sicher nicht magst: Lieber Striche auf dem Asphalt als gar kein Fahrradweg. In diesem Sinne!

  4. Avatar von Reinhard
    Reinhard

    Habe nix gegen Striche auf dem Asphalt :))) die sind halt nur für die, die sie halt brauchen, damit sie sich sicherer fühlen….

  5. Avatar von Rolf

    Ich sags nicht gerne, aber in anderen Bezirken ist man in der Sache schon weiter. In Neukölln hat ein privater Investor mit dem Kalle Neukölln das ehemalige Karstadt-Kaufhaus in der Karl-Marx-Straße samt Parkhaus zu einer modernen Büro- Restaurant- und Einkaufslandschaft umgebaut. Es hat gerade neu eröffnet. http://www.kalle-neukölln.com.

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Ach, was es alles so in Neukölln gibt! Da plane ich glatt mal einen Ausflug ein. Zur Weiterbildung.

      1. Avatar von Reinhard
        Reinhard

        Adresse sollte so lauten…
        https://www.kalle-neukoelln.com

        dann klappt’s mit der Verbindung

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