Es sind ganz sicher weit mehr als 1000 Kraniche geworden. So viele wollte Vikarin Ronja Angermann von der Evangelischen Kirchengemeinde am Gesundbrunnen eigentlich zusammenbekommen. Offensichtlich hat das Falten Spaß gemacht oder es gibt viele Origami-Fans in der Gemeinde. Die „Kraniche für den Frieden“ werden am Mittwoch, dem 13. August, um 18 Uhr in der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße 4 als Installation präsentiert.
Update 11. Februar 2026 (am Artikelende)

Wünsche erfüllen und Glück bringen
Älteren Menschen sind vielleicht noch die gefalteten Kraniche in Erinnerung, die ein an Leukämie erkranktes Mädchen in den 1950er Jahren in Japan gefaltet hat. Das Mädchen hatte den Abwurf der Atombombe in Hiroshima überlebt, erkrankte aber. Während ihres Krankenhausaufenthaltes begann sie, Origami-Kraniche zu falten. Laut einer Sage sind Kraniche nicht nur Boten des Glücks, sondern sie erfüllen auch einen Wunsch, wenn 1000 von ihnen gefaltet werden. Bis zu ihrem Tod schaffte das Mädchen die Anzahl nicht. Doch zu ihrer Beerdigung hatten ihre Mitschüler:innen alle 1000 Kraniche fertiggestellt. Die Geschichte wurde zu einem Symbol der Zuversicht und der Hoffnung. Daran knüpft auch die Kranich-Aktion der Kirchengemeinde am Gesundbrunnen an.

„Wir als Evangelische Kirchengemeinde am Gesundbrunnen und den dazugehörigen Kiezen wollen ein Zeichen setzen. Wir wollen gemeinsam 1000 Origami-Kraniche falten und sie in der Kapelle der Versöhnung aufhängen, wo sie den Besuchern aus aller Welt unseren Wunsch nach Frieden zeigen können“, erklärt Ronja Angermann den Gedanken. Denn besonders angesichts der vielen Konflikte und Kriege wünschen sich viele vor allem Frieden. Die Origami-Kraniche sollen nun ein Zeichen der Hoffnung sein. Selbst Kraniche zu falten, könne zudem Ruhe und Zuversicht geben. „Es kann die Hilflosigkeit beiseiteschieben und das Gefühl geben, etwas tun zu können. So können wir Frieden in uns finden und diesen inneren Frieden nach außen tragen“, sagt Ronja Angermann.


In den vergangenen Wochen wurde an vielen Orten fleißig gefaltet – im Nachbarschaftstreff Waschküche, in der Evangelischen Kita in der Gustav-Meyer-Allee, nach den Gottesdiensten in der Gemeinde, in heimischen Wohnzimmern. Viel buntes Papier wurde zu großen und kleinen Kranichen, die nun an Schnüren aufgehängt werden sollen.
Berlinbesucher sollen Kraniche mitnehmen
Die Kapelle der Versöhnung ist nicht ohne Grund als Ausstellungsort gewählt worden. Sie wird als Teil eines Touristenortes, der Gedenkstätte Berliner Mauer, jeden Tag von mehr als eintausend Besucher:innen aus der ganzen Welt besucht. Nach der Ausstellungsdauer sollen die Kraniche von interessierten Berlin-Besucher:innen mitgenommen werden, um, so Ronja Angermann, „den Wunsch nach Frieden aus dem Wedding hinaus in die ganze Welt zu tragen“.


Ausstellung in der Waschküche
Am Donnerstag, den 12. Februar, eröffnet im Nachbarschaftsraum Waschküche in der Feldstraße 10 die Ausstellung „Kraniche für den Frieden – Vom Wedding in die Welt“. Gezeigt werden Bilder von im Wedding gefalteten Kranichen, die an über 70 Orten auf der Welt zu sehen sind. Die Vernissage beginnt um 18 Uhr. Die Ausstellung ist anschließend auf unbestimmte Zeit in der Waschküche zu sehen. Angeschaut werden kann sie bei den Veranstaltungen oder mittwochs von 16 bis 18 Uhr während des Nachbarschaftscafés.

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