The Mapquilt Tree: Ein Baum für den Wedding

Die Anna-Lindh-Grundschule hat einen neuen zentralen Treffpunkt. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein Baum mit einem großen geschwungenen Blatt als Krone. Das Kunstwerk trägt den Namen „Mapquilt Tree“ und steht mitten auf dem Schulhof vor dem Neubau. Doch eigentlich steht dort der Wedding – aufgebockt auf einem überdimensionierten Stängel. Kürzlich wurde der ungewöhnliche Baum im Beisein der Künstlerin offiziell an die Schule übergeben.

Der Mapquilt Tree Anna-Lindh-Grundschule: Das neue Kunstwerk steht am Eingang der Schule.
Das neue Kunstwerk steht am Eingang der Schule. Das Metalltor ist provisorisch und soll noch durch ein Tor mit mehr Durchsicht ersetzt werden. Foto: Hensel

Eröffnung im Schatten des „Mapquilt Tree“

Die Mitglieder des Schülerparlaments, Künstlerin Stephanie Imbeau, Lehrerinnen und Politiker standen am 17. Juni zusammen im Schatten des „Mapquilt Tree“. Wobei die Kunst am Bau als Schattenspender weniger geeignet ist – das Blatt ist einfach zu klein. Dennoch betonten die Redner bei der Eröffnung seine Bedeutung. „Das Kunstwerk ist für die Schule mehr als nur Dekoration, denn Kunst hat die Kraft, zum Nachdenken anzuregen“, sagte Bezirksstadtrat Benjamin Fritz (CDU) bei der Einweihung. Dafür sei im Unterricht sicherlich Platz, so der Schulstadtrat.

Schulleiter Mathias Hörold (links), Künstlerin Stephanie Imbeau und Bezirksstadtrat Benjamin Fritz bei der Einweihung des Kunstwerks. Fotos: Hensel
Schulleiter Mathias Hörold (links), Künstlerin Stephanie Imbeau und Bezirksstadtrat Benjamin Fritz bei der Einweihung des Kunstwerks. Fotos: Hensel
Bei der offiziellen Einweihung des Kunstwerks "The Mapquilt Tree" kamen Schüler:innen, Lehrkräfte, Künstlerin und Politiker zusammen. Foto: Hensel
Bei der offiziellen Einweihung des Kunstwerks „The Mapquilt Tree“ kamen Schüler:innen, Lehrkräfte, Künstlerin und Politiker zusammen. Foto: Hensel

Neuanfang nach schwierigen Jahren

Auch Schulleiter Mathias Hörold hieß den „Mapquilt Tree“ willkommen. „Für uns symbolisiert das Kunstwerk auch einen Neuanfang“, sagte der Schulleiter. Er erinnerte an die letzten, schwierigen Jahre. Die Anna-Lindh-Grundschule hat 2022 wegen massiven Schimmelbefalls am früheren Standort in der Guineastraße schließen müssen.

Nach einer Zeit im Ausweichstandort am Saatwinkler Damm, einem alten Bürogebäude, hat die Schulgemeinschaft Anfang 2025 den Neubau an der Ecke Reinickendorfer Straße und Seestraße bezogen. Mit der Einweihung des Kunstwerks endet auch eine der herausforderndsten Zeiten der Schule.

Blick in einen Lernbereich: Ein großer Mehrzweckraum mit mehreren kleineren Lernräumen, abgetrennt durch Glaswände. Foto: Hensel
Blick in einen Lernbereich: Ein großer Mehrzweckraum mit mehreren kleineren Lernräumen, abgetrennt durch Glaswände. Eine Schule, gebaut nach dem Compartment-Prinzip. Foto: Hensel

Kunst, die mehr sein soll als Dekoration

Kunst am Bau gehört bei öffentlichen Schulneubauten obligatorisch dazu. In der Anna-Lindh-Grundschule sollte es nach Wunsch der Schule aber mehr als nur Schmuck sein. „Am alten Standort hatten wir einen Globus. Er war ein beliebter Treffpunkt in der Schule und ein Symbol. Jetzt soll der ‘Mapquilt Tree’ für uns ein ähnliches Symbol werden“, sagte Schulleiter Hörold. Eine Weddinger Kiezschule sei man hier, deshalb brauche es auch ein richtiges Wedding-Kunstwerk.

Vom Kiez zur Baumskulptur

Die Herausforderung und Aufgabe ist der US-amerikanisch-kanadischen und in Berlin lebenden Künstlerin Stephanie Imbeau anvertraut worden. Sie hat die künstlerische Idee des „Mapquilt Tree“ in die Schule getragen. Die Künstler:innen Heather Purcell und Tash Todd haben dann nach dieser Vorlage mit den Schulkindern zunächst eine Art Patchworkdecke erarbeitet. Die Kinder haben ihre Lieblingsorte im Wedding benannt und markiert, daraus wurde eine Straßenkarte, die zu dem großen geschwungenen Blatt weiterentwickelt wurde.

Insofern ist aus dem Schulhof ein Wedding-Baum aus Edelstahl und Polycarbonatplatten gewachsen, der die Straßen und Geschichten der Kinder trägt. „Ich hoffe, dass er für viele Jahre ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein wird“, sagte Stephanie Imbeau am Einweihungstag.

"The Mapquilt Tree" - Kunst am Bau und neuer Treffpunkt in der Anna-Lindh-Schule. Foto: Hensel
„The Mapquilt Tree“ – Kunst am Bau und neuer Treffpunkt in der Anna-Lindh-Schule. Foto: Hensel
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