Der Park am Nordbahnhof liegt versteckt hinter einer langen Mauer. Wer den Park betreten möchte, trifft an der Brunnenviertel-Seite auf viele verschlossene und zugemauerte Zugänge. An der Gartenstraße ist seit Dienstag nun ein weiterer Eingang geöffnet. Der Verein Berliner Unterwelten hat ihn auf eigene Kosten wieder hergerichtet.

Toröffnung und größeres Engagement
Der neue Zugang zum Park liegt nahe an der Bernauer Straße und am Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer. So ist es nicht verwunderlich, dass die ersten beiden Nutzerinnen des Parkzugangs Touristinnen waren. Schon kurz nachdem Dietmar Arnold von den Berliner Unterwelten und ein Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamts das symbolische Band durchschnitten hatten, spazierten sie hindurch. Sie wussten nichts von dem lange verschlossenen Weg und der Wiederherstellung und wunderten sich über die kleine Zusammenkunft auf ihrem Weg in den Park.

Für die Berliner Unterwelten reiht sich der neue Zugang ein in ein größeres Engagement im Park am Nordbahnhof. Im vergangenen Jahr haben die Berliner Unterwelten bereits den Stettiner Tunnel erneuert. Der Tunnel liegt direkt neben dem Parkzugang an der Ecke Gartenstraße und Feldstraße. Der 180 Meter lange Tunnel wurde 1895/96 beim Umbau des Stettiner Fernbahnhofs, des heutigen Nordbahnhofs, angelegt. Er steht seit einem Jahr unter Denkmalschutz. Aktuell arbeitet der Verein an einem Archäologischen Fenster, das ebenfalls an der Gartenstraße liegen wird. Es soll im Herbst eröffnet werden.


Berliner Unterwelten planen neue Tour
Mit seinen Projekten im Park am Nordbahnhof verfolgt Dietmar Arnold ein klares Ziel. „Wir wollen eine Tour entwickeln rund um den Stettiner Tunnel“, sagt er. Diese Führung zur Geschichte des Stettiner Bahnhofs werde dann sporadisch angeboten, zum Beispiel zum Tag des offenen Denkmals. Neben dem Tunnel soll das Archäologische Fenster dabei eine Rolle spielen. „Für die Tour ist einfach ein weiterer Zugang zum Park sehr hilfreich“, sagt Dietmar Arnold.
Der nun eröffnete Zugang war seit anderthalb Jahren geschlossen. Es hatten sich nötige Instandsetzungsarbeiten angehäuft, für die der Bezirk aufgrund der angespannten Haushaltslage kein Geld hatte. Hier sprangen die Berliner Unterwelten ein. Sie haben den Fußboden und den Gully erneuert und den Torbogen neu mauern lassen. Insgesamt hat die Instandsetzung laut Dietmar Arnold 40.000 Euro gekostet.

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Mehr zur Haushaltslage des Bezirks Mitte steht im Beitrag „Doppelhaushalt 2026/27 im Bezirk: Große Zahlen, klamme Kasse“.

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