Hallo Publix, hallo Neukölln!

Als hyperlokales Medium sind wir jeden Tag im Wedding und in Gesundbrunnen unterwegs. Wir recherchieren hier, fotografieren, interviewen, pflegen unsere Kontakte und wir schreiben hier. Am Sonntag (29.6.) sind wir jedoch nach Neukölln gefahren und haben uns dort zusammen mit anderen Medienprojekten präsentiert – beim Open House von Publix. Ein Bericht.

Dominique Hensel und Andrei Schnell am Publix in Neukölln. Foto: Hensel
Zwei Weddinger in Neukölln: Dominique Hensel und Andrei Schnell am Publix in Neukölln. (Nie wissen wir, wo wir bei einem Selfie hinschauen müssen) Foto: Hensel

Publix, neue Heimat für Journalismus

Publix ist eine „neue Heimat für Journalisten und Medienprojekte, die sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen“. So stand es auf dem Plakat für den Tag der offenen Tür in dem Neubau in der Herrmannstraße, der vergangenen Herbst erst eröffnet wurde. Das Motto des Tages: Medien besser machen. Das klang, als wäre es auch unser Zuhause, und trotzdem sind wir im Zweierteam etwas skeptisch mit der U8 von oben nach unten durch die Stadt zum Veranstaltungsort gefahren. Denn wir sind nicht Neukölln, wir sind ja Wedding. Zur Selbstvergewisserung habe ich für den Tag sogar mein Wedding-Shirt von Belaplume angezogen. Das sollte sich als guter Einstieg für jedwede Gespräche beim Open House erweisen. Ach, ihr seid aus dem Wedding? Was macht ihr denn so weit weg von Zuhause?

Das Publix in der Herrmannstraße. Foto: Schnell
Das Publix in der Herrmannstraße. Foto: Schnell

Den Wedding in Neukölln vertreten

Ja, was haben wir gemacht, so weit entfernt vom Wedding? Wir sind von der Schillerwerkstatt eingeladen worden, uns im Verbund der innovativen Medienprojekte vorzustellen. Wir haben unsere gedruckten Kiezmagazine mitgenommen, unsere Aufkleber mit Direktlink zum digitalen Brunnenmagazin und das Plakat mit der Aufschrift: Ehrenamtliche Bürgerredaktion. Dann standen wir dort am Berliner-Kiezmedien-Stand, zwischen den Rechercheprofis von Correctiv, den Soziale-Netzwerke-Rettern von Save Social, dem Projekt „Journalismus macht Schule“ und vielen weiteren mehr, tauschten uns untereinander aus und erklärten den Besucher:innen den Wedding und das Brunnenmagazin.

Noch mehr Weddinger beim Publix!

Wir haben viel geredet. Und wir hatten leider kaum Zeit, die vielen spannenden Workshops und Vorträge zu besuchen, die an dem Tag angeboten wurden. Nun wissen wir leider noch immer nicht, wie man einen Wikipedia-Beitrag anlegt, und auch die Tipps zur Benutzung von Mastodon haben wir verpasst. Zwischendurch, bei einer Kaffeepause, haben wir wenigstens ein interessantes Gespräch einer Journalistin gehört, die sich mit Migrationsthemen beschäftigt, unter anderem für Deutschlandradio.

Überraschenderweise waren wir nicht die einzigen Weddinger beim Open House von Publix. Gleich neben uns hatte das Klingende Museum aus der Gartenstadt Atlantic am Gesundbrunnen seine Instrumente aufgebaut. Unsere Gespräche am Stand wurden deshalb begleitet von Trommelschlägen und Violinenklängen.

Am Stand mit „Kiez und Kneipe“

Den Stand haben wir mit einem anderen hyperlokalen Medium geteilt, mit „Kiez und Kneipe“. Den Platzhirsch in Neukölln kannte wirklich jeder, der den Stand besuchte. Die Gäste aus dem Wedding kannten nur wenige, das Interesse an unserer Arbeit war aber sehr groß, unsere Aufkleber waren schnell aufgebraucht. Auch überraschend war, dass wir dann tatsächlich doch Leserinnen und Leser aus dem Wedding getroffen haben. Bist Du nicht die von …? Ja, bin ich. Ich wurde in Neukölln vom Autorenfoto erkannt – wie es mir im Wedding und in Gesundbrunnen wirklich oft passiert. In Neukölln war das aber unerwartet.

Es war ein schöner Tag im Publix mit guten Gesprächen. Wir freuen uns, dass die Schillerwerkstatt uns eingeladen und mal aus dem Wedding rausgelockt hat. Danke auch für das darüber hinausgehende Engagement für die Vernetzung der Berliner Kiezmedien! Es ist gut, zu sehen, wie die anderen arbeiten und wo im Reigen das eigene Projekt steht.

Wir haben den Wedding gern vertreten beim Open House, das Teil von „48 Stunden Neukölln“ war. Wir haben uns sehr wohl gefühlt in dieser neuen Heimat für Journalismus und Medienprojekte. Und bestimmt kommen wir mal wieder, vielleicht zu einem der interessanten Vorträge oder Workshops, die es das ganze Jahr über im Publix gibt. Mit der U8 nur einmal von oben nach unten durch die Stadt und wir sind schon da.

Kommentare

  1. Avatar von Rolf

    Na, ihr traut euch ja was! Aber es scheint sich gelohnt zu haben. Wusste gar nicht, dass es so einen Hort des freien Journalismus in Berlin noch gibt. Seid ihr auch heil mit der U8 wieder nach Hause gekommen?

    1. Avatar von Dominique Hensel

      Es gibt ihn wieder, erst seit Herbst! Und es ist ein toller Ort, wirklich. Am Ende sind wir wohlbehalten wieder im Wedding angekommen.

  2. Avatar von Renate
    Renate

    So etwas ober-vorbildliches wie Publix gab es schon lange nicht mehr! Danke, Dominique und Andrei, für eure Informationen hierzu!

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