Nach Wasserrohrbruch: Reparatur in der Seestraße

Nach dem großen Wasserrohrbruch an Silvester, durch den Teile der Seestraße überflutet wurden, steht nun die Reparatur an. „Wir werden von Kreuzung bis Kreuzung das Rohr tauschen“, sagt Pressesprecher Stephan Natz. Er steht am ersten Arbeitstag nach Neujahr auf der frisch eingerichteten Baustelle in der Seestraße.

Pressesprecher Stephan Natz in der Seestraße nach dem Wasserrohrbruch. Foto: Andrei Schnell
Pressesprecher Stephan Natz in der Seestraße nach dem Wasserrohrbruch. Foto: Andrei Schnell

97 Jahre lang hielt das Wasserrohr in der Seestraße dem Druck einiger Bar stand. Doch ausgerechnet in der Silvesternacht hieß es dann für die Leitung: genug ist genug. Das gusseiserne Rohr zersprang und setzte die Seestraße unter Wasser. Nach einer Abriegelung und einer Notreparatur geht es jetzt daran zu überlegen, welche Schritte in welcher Reihenfolge anstehen. „Wir haben heute entschieden, das Rohr zwischen Togostraße und Afrikanische Straße zu tauschen“, sagt Stephan Natz am Donnerstag (2.1.). Stephan Natz ist Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe. Er zeigt vor der Baustellenabsperrung stehend nach rechts und links. 270 Meter sei diese Strecke lang. Gebaut werde bis Ende des Frühjahrs.

Dass während dieser Bauzeit im ersten Drittel des Jahres die Berliner nicht auf dem Trockenen sitzen werden, liege daran, dass das Rohr in der Seestraße nicht zum Verteilnetz gehöre, sondern eine Hauptverbindungsleitung sei. Es transportiere Trinkwasser vom Pumpwerk Tegel in die Stadt. Es sei aber bei weitem nicht die einzige Leitung mit dieser Aufgabe in Berlin, andere Verbindungen könnten ausgleichen. Das geplatzte Rohr in der Seestraße habe einen Innendurchmesser von 76 Zentimetern, es gäbe auch Rohre mit einem Meter Innendurchmesser. „Das Rohr in der Seestraße ist nicht das wichtigste in Berlin“, sagt Stephan Natz. Selbst in der Silvesternacht sei es aus Sicht der Berliner Wasserbetriebe nicht zu einem Wasserausfall gekommen. Vielmehr sei es lediglich zu einem Druckabfall gekommen. „Die anderen Pumpwerke haben ja weiter geliefert“, sagt Stephan Natz.

Materialermüdung ist Ursache

Zur Ursache des Schadens verweist der Pressesprecher auf das Alter der Leitung: „Irgendwann kommt es zur Materialermüdung“. Bei der Frage, ob Erschütterungen durch Laster auf der viel befahrenen Seestraße oder Silvesterböller die Ursache sein könnten, winkt er ab.

Aufgrund von Reparaturen kommen auf die Fahrgäste der Linien M13 und 50 Einschränkungen zu. Deutlich zu sehen ist, dass die Trasse stadtauswärts unterspült ist. Zudem ist ein Kasten mit Sicherungen für den Strom der Tram vollständig zerstört. Bei der BVG heißt es, ein Ersatzverkehr ist „bis auf Weiteres eingerichtet“. Wie lange die Bauarbeiten an den Gleisen dauern werden, wird sich also in den nächsten Tagen entscheiden. Auch für den Autoverkehr gibt es Einschränkungen. Während der Bauarbeiten wird der Autoverkehr in Richtung A100 einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet. In der Gegenrichtung sind alle Spuren befahrbar.

Wasserschaden Seestraße
Gerade eingerichtete Baustelle auf der Seestraße. Foto: Andrei Schnell
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