Das Brunnenviertel hat eine ganz offizielle Rodelbahn. Sie befindet sich im Volkspark Humboldthain.

Seltene Momente im Winter
Kaum hat der Winter angefangen, warte ich auf den Tag, an dem ich morgens aus dem Fenster gucke und die Straße vollkommen mit Schnee bedeckt ist. Dann wecke ich meine Eltern und frage sie, ob wir zum Rodelberg im Humboldthain gehen können. Diese seltenen Momente muss man nutzen! Denn in den letzten Jahren hat es hier in Berlin in einem Winter meist nur an zwei Tagen genug geschneit, damit der Schlitten zum Einsatz kommen konnte.
Früher Trümmerberg, heute Rodelbahn
Der Rodelhang im Humboldthain ist neben seinem 85 Meter hohen Bruder ein schöner Berg zum Rodeln. Auch wenn er etwas kleiner ist als der Flakturm, macht es auf seiner 50 Meter langen Rodelstrecke Spaß, Schlitten zu fahren. Die beiden Berge gehören zu einer Bunkeranlage, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Während der Flakturm erhalten ist und im Inneren in den Sommermonaten regelmäßig Führungen (ab 18 Jahre) stattfinden, wurde der zweite Bunker zum größten Teil gesprengt. Auf dem Trümmerberg ist heute die Rodelbahn.

Die Rodelbahn liegt etwas versteckt. Vom Eingang beim Freibad (Wiesenstraße) führt der Weg rechts entlang und dann immer geradeaus den Berg hinauf. Auf den Schlitten, fertig, los! Aber auch wenn die Bahn frei ist, sollte man beim Rodeln aufpassen, denn am Ende der Piste schlängelt sich ein Weg schräg durch die Bahn. Da könnten Spaziergänger langgehen, aber vor allem wird man an dieser Stelle oft ruckartig gebremst.
Platz für 20 Schlitten nebeneinander
Früher habe ich auf dem Rodelhang im Humboldthain oft mit meinen Schwestern und meinem Vater Wettrennen veranstaltet. Dafür ist es gut, dass die Rodelbahn recht breit ist. Es könnten 20 Schlitten nebeneinander an der Startposition stehen. Sie sollten aber nicht gleichzeitig losfahren – das würde sicherlich zu Crashs und Knochenbrüchen führen. Mein Schlitten, der den Namen Alpengaudie trägt, ist nicht sehr alt. Mein schöner alter Holzschlitten, den mein verstorbener Uropa gebaut hat, ist bei einem Crash geborsten. Das war sehr traurig.
Der Rodelberg ist eine Naturbahn. Es gibt keinen Imbissstand, keine Beleuchtung und keinen Rodelmeister (Aufsicht). Neben dem Schlitten, einer Mütze, einer schneefesten Hose, einer dicken Jacke und Handschuhen sollte man also eine Thermoskanne mit warmen Getränken und einen kleinen Snack mitnehmen.
Ein Tipp: früh aufstehen
Es ist ein sehr guter Tipp, sehr früh am Tag hinzugehen, vielleicht morgens um acht. Das hat zwei Gründe. Erstens ist der Schnee dann noch frisch. Zweitens sind nicht so viele Leute da wie zum Beispiel Sonntagnachmittag um 14.17 Uhr. Da tummeln sich viele Familien mit eher kleineren Kindern, aber auch Jugendliche dort. Bei den jüngeren Kindern bis sechs Jahre rodeln die Eltern oft mit. Bei älteren Kindern stehen die Eltern oben auf dem Berg und schauen den Kindern hinterher.
Ich finde den Rodelberg im Humboldthain sehr schön, denn anders als zum Beispiel im Mauerpark kann man dort sicher ausrodeln, ohne auf eine Straße zu fahren. Außerdem ist die Rodelbahn für mich die nächste – und wenn es schneit, muss es ja immer schnell gehen.
Text: Jakob Hensel (11 Jahre), Fotos: Dominique Hensel

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Der Text ist im Kiezmagazin „Wünsche für den Kiez“ enthalten, das im vierten Quartal 2019 erschienen ist. Weitere Text aus dieser Ausgabe sind im Beitrag Neues Kiezmagazin: Wünsche für den Kiez gesammelt und verlinkt.

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