Ein Stellplatz für Wohnmobile und zahlreiche kleine Autowerkstätten – so sieht die Nutzung großer Flächen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Gesundbrunnen derzeit aus. Zwischen Böttger-, Bastian- und Hochstraße ist in puncto Bebauung viel Luft nach oben. Bezirk, Land und Bundesregierung wollen 80 Millionen Euro investieren; ein neues Fördergebiet ist beschlossen.

Nicht nur die Böttgerstraße, sondern das gesamte Viertel zwischen Badstraße, Panke, S-Bahngleisen und Gerichtstraße will die öffentliche Hand entwickeln. Zu diesem Zweck ist das 74 Hektar große Areal seit dem 25. Dezember 2021 ein Fördergebiet geworden. Vorbild ist das Aktive Zentrum Müllerstraße. Für die Badstraße heißt das Programm Lebendige Zentren und Quartiere.
Die groben Ziele für die nächsten Jahre haben die Planer unter der Überschrift Maßnahmenpaket abgesteckt. Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) erklärt das Vorhaben von Land, Bezirk und Bund: Gebaut werden soll zum Beispiel eine Kita, eine Freizeiteinrichtung, 160 geförderte Wohnungen und grüne Wege durch den Block. Auf der historischen Trasse der Stettiner Bahn quer durch den Block Böttgerstraße soll eine grüne Verbindung angelegt werden. Die Badstraße soll ein Geschäftsstraßenmanagement erhalten. Über das Gelände der nahegelegenen Wiesenburg soll beidseitig der Panke ein öffentlicher Weg eingerichtet werden.
Generelles Ziel des Fördergebiets ist der Erhalt der Mischung aus Wohnen und Gewerbe – nur eben mit mehr von beidem. Die zur Verfügung stehende Zeit wird vermutlich 15 Jahre umfassen. Das ist die Spanne, über die die Bundesregierung ihren Anteil an der Finanzierung sehr wahrscheinlich begrenzen wird.
Bereits im Vorfeld gab es Kritik von einigen Eigentümern. Der angedachte Grünzug durch den Block verhindere eine Bebauung, argumentieren die Grundstücksbesitzer. Ein Eigentümer lehnt das Sanierungsgebiet ab und fordert stattdessen einen städtebaulichen Vertrag. Auch die Gewerbetreibenden im Block Böttgerstraße äußerten Kritik. Sie befürchten, verdrängt zu werden und ihre Betriebe aufgeben zu müssen.
In dem Fördergebiet lebten am 31. Dezember 2019 genau 7.225 Personen. Gegenüber dem Jahr 2012 hat sich die Zahl um gut 10 Prozent erhöht. Es gibt 3.445 Wohnungen. Die Planer schätzen, dass im gesamten Gebiet Platz für bis zu über 900 zusätzliche Wohnungen sein könnte.


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